Lexikon -
Erklärung medizinischer Begriffe

Ausführlichere Darstellungen zu den nicht Borreliose-spezifischen Begriffen findet man in:

Der hier dargestellte Inhalt lehnt sich an

Im Text werden Erklärungen aus der Abstract-Sammlung (1, 2, 3) und Literaturzitate (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10) herangezogen, die Sie mit auf Ihre Festplatte kopieren sollten, wenn Sie diese medizinischen Erklärungen kopieren.

Ich habe der deutschen Schreibweise (im wesentlichen k und z statt c) der Vorzug gegeben. Wenn ein Wort in dieser Schreibweise nicht zu finden ist, versuchen Sie es mit der lateinischen Schreibweise (also mit c).


Aberration = fehlerhafte Veränderung.

Akrodermatitis chronica atrophicans = krankhafte Entzündung der Haut mit Ödem und Erythem. Nachfolgend Hautatrophie (d.h. Schwund des Fettgewebes unter der Haut), zigarettenpapierartige Erscheinung mit durchscheinenden Venen, Anetodermie, gelenknahe, verkalkende Knoten.

akron (griechisch) = äußerstes (Körper-)Ende. Hier: die Körperenden.

Alge (griechisch) = Schmerz.

Allicin = (diallyl thiosulfinate, genauer: thio-2-propene-1-sulfinic acid S-allyl ester) ist die zentrale biologisch aktive Komponente des frisch gepreßten Knoblauch-Extrakts.

Amoxicillin = pharmakologisch verwandt dem Ampicillin, wird aber schneller und stäker vom Magen-Darm-Trakt absorbiert.

Ampicillin = Aminopenicillin.

Anästhesie = Reizunempfindlichkeit.

Analgetika = schmerzlindernde Mittel.

Aneurysma. Intrakraniales A. bei Borreliose

Angina = Erkrankung mit Gefühl der Beengungung.

Anorexia nervosa = Appetitlosigkeit, Magersucht, charakterisiert durch extremen Gewichtsverlust, Köperschemastörungen und übermäße Furcht vor Gewichtszunahme.

anti- (griechisch) entgegengesetzt. Wird im Wort "Antikörper" im Sinn von "stereochemisch (zum Antigen) passend" gebraucht ("passend" wie ein Schlüssel in ein Schloß).

Antibiotika, Wirkungsmechanismen
Alle bisher vorgeschlagenen Einteilungen antimikrobieller Wirkstoffe in Gruppen müssen Ausnahmen zulassen und enthalten dengleichen Wirkstoff in mehr als einer Klasse. Daher beruht die Klassifikation zur Zeit immer noch auf der chemischen Struktur und der beabsichtigten Wirkungsweise. Man unterscheidet

  1. Stoffe, welche die Synthese der Bakterienzellwand behindern. Diese schließen ein:
  2. Stoffe, welche die Durchlässigkeit der Zellmembran verändern und den Austritt von Bestandteilen des Zellinneren bewirken. Hierher gehören:
  3. Stoffe, welche die Wirkung der 30 S oder 50 S ribosomalen Stoffwechseleinheiten beeinträchtigen, was die Proteinsynthese reversibel behindert.
  4. Stoffe, die sich an die 30 S ribosomalen Einheiten binden und die Proteinsynthese verändern, was schließlich zum Zelltod führt:
  5. Stoffe, welche den Nukleinsäure-Stoffwechsel beeinträchtigen:
  6. Stoffwechselblocker, die spezielle Schritte im Stoffwechsel der Mikroorganismen unterbrechen:
  7. die an verschiedenen Stellen auf die Folat-Stoffwechselkette wirken.
  8. Nuklidsäure-Analoge, welche die zum DNA-Aufbau nötigen Enzyme der Viren behindern und damit die Virenfortpflanzung anhalten.

    Wahrscheinlich ergeben sich weitere Gruppen, sobald schwierigere Wirkmechanismen durchsichtig geworden sind. Zur Zeit ist der genaue Wirkungsablauf bei einigen Antibiotika noch unbekannt, z.B. bei Metronidazol (Flagyl) oder Atovaquon, dem Medikament gegen Babesia, eine mögliche Begleitinfektion bei Borreliose (s. JJ Burrascanos "Advanced Topics in Lyme Disease").

Siehe auch

Antidepressiva = depressionshemmende Mittel.
Zur Wirkung von Antidepressiva auf das Zytokin-Spektrum:

Antigen = körperfremde (anti) Substanz, meist schon an ihrer Oberfläche als solche erkennbar. Antigen Capture Test.

Antigenwechsel = das veränderte antigene Verhalten von Bakterienstämmen (antigenic variation)

Antikörper = Proteine (Immunglobuline, Ig), die vom Immunsystem gegen Antigene ins Feld geführt werden, um sie aus dem System zu entfernen. Das Ig-Protein erkennt ein bestimmtes Epitop auf einem Antigen. Im Blut gibt es neben den A. (in freier Form) die Antikörper-Komplexe (Immunkomplexe).

"Bb gibt große Mengen von Proteinen ab, was nahelegt, daß spezifische Antikörper im Serum in Immunkomplexen gebunden sein könnten, was die Antikörper für Standardtests mit nicht-modifiziertem Serum unsichtbar macht. Produktion von Immunkomplexen erfordert eine andauernde (ongoing) Antigenproduktion, weshalb eine dauerhafte (persistent) Präsenz von Immunkomplexen ein Anzeichen für eine aktive oder andauernde (persistente) Infektion sein könnte." (Brunner, M, Sigal LH, Use of serum immune complexes in a new test that accurately confirms early Lyme disease and active infection with Borrelia burgdorferi, J Clin Microbiol. 2001 Sep;39(9):3213-21)
Komplexe sind chemische Verbindungen eines Stoffes A (des sog. "freien" Stoffs) mit einem anderen B, dem "Komplexbildner". B ist oft größer als der freie, ungebundene Stoff A selbst Komplexe AB haben andere Eigenschaften als ihre Bestandteile A oder B. Wenn man die gesamte Menge eines Stoffes bestimmt, sucht man nach dem freien Stoff A und allen seinen Komplexen B1, B2, ... Das kann das offensichtlich schwierig sein, weil man den einen oder anderen Komplexbildner nicht kennt oder einen Komplex nicht nachweisen kann.
Tom Grier beschreibt die Entwicklung der Antikörper-Konzentrationen nach einer B. burgdorferi-Infektion.

antimikrobielle Mittel (siehe die folgenden Bakterizide: Penicilline, Cephalosporine und andere beta-Lactam-Antibiotika)

Antiphlogistika = entzündungshemmende Mittel.

Aphasie = eine Form der Sprachstörung.

Aprosexia = Aufmerksamkeitsschwäche in der Folge eines Gehirnschadens, einer Psychose oder einfach von Erschöpfung.

Arachidonsäure = ungesättigte Fettsäure in tierischen Fetten, z.B. im Waltran.

Arrythmie = Rythmusstörung.

Arthralgie = Gelenkschmerz.

Arthritis = Gelenkentzündung.

arthron (griechisch) = Gelenk.

Asomnie = Schlaflosigkeit.

Asthma = starke Atemnot, die in Anfällen auftritt.

Atlas, Ronald M. "Principles of Microbiology", 2. ed., Wm. C. Brown (1997).

Atovaquon wird in Kombination mit Azithromycin verwendet gegen eine bei der Lyme-Borreliose zuweilen bestehende Begleitinfektion mit Babesia (Medikation nach JJ Burrascano, East Hampton, N.Y. and KB Liegner, Armonk, N.Y., USA).

Atrophie = Gewebeschwund infolge unzureichender Nahrungszufuhr ins Gewebe. Damit wird der Stoffwechsel in Richtung des Stoffabbaus verschoben.

Augmentin = orales Antibiotikum. Eine Tablette (625 mg) enthält 500 mg Amoxicillin und 125 mg Clavulansäure.

Autoantigen = körpereigene Zell(struktur), die vom Immunsystem fälschlicherweise als "fremd" angesehen wird.

Autoimmunreaktion = Immunabwehr gegen körpereigene Bestandteile. Siehe auch

bakteriologische Heilung = Heilung im Sinne der Beseitigung der Bakterien.

bakteriostatisch = die Bakterienvermehrung durch Behinderung der Proteinsynthese reversibel hemmend.

bakterizid = den Bakterienzelltod herbeiführend. Manche Organismen reagieren auf potentiell bakterizide Antibiotika (z.B. beta-Lactam-Antibiotika, die die Bakterien-Zellwand stören) mit Reparaturmechanismen und Wachstumsstop und überleben damit im Zustand der Bakteriostase (Rosin in Forth et al., S. 626).

Benzathin-Penicillin G bzw. V = kristalline Verbindung, die Penicillin G bzw. V und 1 Mol Dibenzyläthylendiamin enthät, wegen ihrer geringen Löslichkeit noch 3-4 Wochen nach i.m. Injektion wirksam (Depotpräparat).

Zellwandantibiotika (auch beta-Lactam-Antibiotika genannt) = potentiell bakterizide Antibiotika, welche versuchen, die Bakterienzelle abzutöten, indem sie sich an die Penicillin bindenden Proteine der Zellwand anheften und damit die Zellwände zerstören oder verändern (siehe auch: Mechanismen der Resistenz). Als Zellwand wird beim gram-negativen Bakterium das Sandwich Zytoplasma-Membran - periplasmatischer Raum - äußere Membran bezeichnet (siehe Zelle).

Zellwandantibiotika haben ein Molekügewicht zwischen 300 und 500 und behindern den Bakterienzellwand-Aufbau mit ihrem sog. beta-Lactam-Ring. Man charakterisiert sie daher auch als potentiell bakterizid.

Auf Grund der anderen Molekülkomponenten werden 4 Wirkstoffklassen und die Klasse der beta-Lactamase-Hemmer unterschieden:

  1. Penicilline (G und V),
  2. Cephalosporine,
  3. andere beta-Lactam-Antibiotika
    • Monobactame (haben nur den mit organischer Gruppe verbundenen beta-Lactam-Ring, d.h. er ist nicht verbunden mit einem weiteren Ring wie bei den anderen beta-Lactam-A., daher die Vorsilbe "mono"),
    • Carbapeneme (z.B. Imipenem, auf dem Markt in Kombination mit Cilastatin, einem Mittel, das den Abbau von Imipenem in der Niere behindert),
  4. beta-Lactamase-Hemmer.
Die Aktivität von beta-Lactam-Antibiotika wird bei den normalerweise eingesetzten Dosierungen nicht mehr wesentlich erhöht, wenn man ihre Dosierung steigert. Man vermutet, daß bei den üblichen Dosierungen soviele Antibiotika-Moleküe an der Bakterienzellwand vorliegen, daß alle "Schwachstellen" der Bakterien (deren sog. Penicillin bindenden Proteine und die beta-Lactamasen) erreicht werden.

Mehr...

  • Mattie H, Antibiotic efficacy in vivo predicted by in vitro activity, Internat J Antimicrobial Agents 14: 91-98, 2000.
  • Man sagt etwas nachlässig: "Die Wirkung des Antibiotikums ist Einwirkungszeit-abhängig." und meint damit: "Man verwendet das Antibiotikum in seinem Einwirkungszeit-abhängigen Konzentrationsgebiet C".
  • Aufbau von B. burgdorferi.

Eine Steigerung der Wirkung eines Zellwand-Antibiotikums erreicht man dagegen, indem man dessen Einwirkungszeit verlängert. Unser Körper entfernt es nach seiner Zufuhr wieder, weshalb seine Konzentration im Körper exponentiell mit der sog. Eliminationshalbwertszeit abnimmt. Ist das Antibiotikum zu Anfang noch ausreichend im Körper konzentriert, so ist das nach einger Zeit nicht mehr der Fall, wenn man nicht rechtzeitig eine neue Dosis des Antibiotikums zuführt. Man kann die Wirksamkeit der im Körper dadurch weiter aufrechterhalten, daß man die zeitlichen Abstände der Zufuhr nicht zu groß im Vergleich zu ihrer Eliminationshalbwertszeit wählt, und auf diese Weise ihre Konzentration immer im bakteriziden Bereich, d.h. ausreichend weit über der minimalen Hemmkonzentration MHK, hält (weitere Einzelheiten). Was "ausreichend" ist, entscheidet man auf Grund von Erfahrung. Siehe zur Dosierung auch Burrascano Empfehlungen.

Weil man Aminoglykoside (ebenfalls bakterizid) wegen ihrer toxischen Wirkung so schwach wie möglich dosiert, sind die im Körper vorliegenden Konzentrationen so gering, daß bei weitem nicht jedem Angriffspunkt auf dem Bakterium ein Antibiotikum-Molekül gegenübersteht. Erhöht man daher die Dosis und damit deren Konzentration im Körper, so verstärkt man die Wirkung. Man drückt das so aus: Die "Wirkungsweise des Antibiotikum ist dosisabhängig", was eine Abkürzung dafür ist, daß man das Antibiotikum in seinem "dosisabhängigen Konzentrationsbereich A" anwendet.

Die Aktivität kann auch vom speziellen Organismus und dem Ort der Infektion abhängen (Goodman & Gilman's , Kap. 43, "Pharmacokinetic Factors", page p 1160).

beta-Lactamase-Hemmer = (z.B. Clavulansäure und Sulbactam) verbinden sich mit beta-Lactamasen und inaktivieren sie dabei. Damit bewahren sie die beta-Lactam-Antibiotika vor Zerstörung durch die Zielbakterien. Sie sind bei den klinisch erreichbaren Konzentrationen unwirksam gegen die Typ I chromosomal-beta-Lactamasen, die von gram-negativen Bazillen (also auch Borrelien) abgesondert werden, wenn diese mit 2. und 3. Generation Cephalosporinen bekämpft werden (Goodman & Gilman's, Kapitel 45, "beta-Lactamase Inhibitors").

beta-Lactamasen (bL) = von Bakterien (z.B. Borrelien) erzeugte Enzyme, die bei der enzymatischen Inaktivierung des Penicillin (Penicillinasen) und der Cephalosporine (Cephalosporinasen) eine entscheidende Rolle spielen, indem sie deren beta-Lactamring hydrolytisch öffnen.
Es gibt

  • chromosomal (Typ I) und
  • plasmid-kodierte bL.

  • Extended Spectrum beta-Lactamasen = plasmid-kodierte Enzyme, die Resistenz gegen Oximinocephalosporine (Ceftazidime, Cefotaxime, Ceftriaxone, Cefpirome und Cefepime) verleihen.
Man versucht heute, diese mikrobiellen Enzyme durch spezifische Inhibitoren unwirksam (beta-lactamstabil) zu machen.

beta-Lactamase-Isoenzyme = die überwiegende Mehrzahl der Bakterien produziert nur eine Form der Lactam-Enzyme. Man unterteilt die verschiedenen beta-Lactamasen-Isoenzyme je nach ihrer bakteriellen Herkunft in die Typen I - V (Kojda, S. 771), wobei weitere Untergruppen existieren ("Richmond-Sykes-Typisierung"). Eine andere Klassifizierung ist die in TEM-, SHV-, CMY- und CTX- und ähnliche Typen (siehe auch Bush K, Jacoby GA, Medeiros AA, "A functional classification scheme for beta-lactamases and its correlation with molecular structure", Minireview, Antimicrob. Agents Chemother. 1995; 39:1211-1233).

  • Type III entspricht TEM-1, -2
  • Type IV entspricht K1
  • Type V entspricht OXA-2, PSE-2
Typ I beta-Lactamase = (während Behandlung mit z.B. G2 und G3 Cephalosporinen) induzierbare (anregbare), chromosomal kodierte beta-Lactamasen.

biliäre Ausscheidung = A. mit der Galle. Bei Ceftriaxon (Rocephin)

Eine Behandlung mit Rocephin wird wegen der Gefahr der durch Rocephin verursachten Mikrokristallit-Bildung (Verschlammung) in den Gallenwegen mit Ultraschall-Untersuchungen überwacht. Alle 2 - 4 Wochen wird mit Ultraschall untersucht, ob sich Verschlammung gebildet hat.

Biopsie = Untersuchung einer meist dem Menschen entnommenen Gewebeprobe.

Blebs (meist L- oder zellwandlose Formen genannt) = runde, kompakte Zysten (engl. cysts) aus Bb-Protein und mit Bb-DNA, die sich an der Oberfläche der Bb bilden. Siehe

Blutspiegel = die im Blut (Blutserum) vorhandene bzw. nachweisbare Konzentration.

Borrelia burgdorferi = eine Gattung der Familie Spirochaetacea (gramnegativ). Vor allem durch Zecken übertragene Erreger z.B. der Lyme-Krankheit.
Literatur:

andere Borrelien = B. berbera, B. carteri, B. caucasia, B. duttonii etc.: Erreger verschiedener Typen des Rückfallfiebers.

Bradykardie = zu langsame Herzfrequenz (weniger als 60 pro Minute). Tachykardie ist das Gegenteil.

Bronchiektase = dauerhafte Erweiterungen von Bronchialästen, angeboren oder durch Bronchitis zugezogen.

Bulimie = übermäßiges Eßbedürfnis, nach Nahrungsaufnahme selbst herbeigeführtes Erbrechen. Auch im Wechsel mit anorexia nervosa auftretend, begleitet von Menstruationsstörungen, Abführmitteln, akuter Magenerweiterung oder depressiven Verstimmungen nach dem Essen.

Candida = Hefepilze mit zahlreichen krankheitserzeugenden Arten. Candidiasis = Kandidamykose = Pilzerkrankung. Informationen zum Einfluß auf Borreliose und zur Vermeidung von A.J. Lumsdaine.

CAT = Computer Aided Tomography, computerunterstützte Schichtaufnahme.

Cd-57 (Natürliche) Killer-Zellen

"Ich empfinde den CD-57-Test als sehr wertvoll (Dank an Dr. Stricker!). Er spiegelt das Maß an Aktivität der Borreliose-Infektion wider.

Literatur (hinzugefügt durch J. Gruber):

  1. Stricker RB, Winger EE. Decreased CD57 lymphocyte subset in patients with chronic Lyme disease, Immunol Lett 2001 Feb 1;76(1):43-8,
  2. Stricker RB, Burrascano J, Winger E., Longterm decrease in the CD57 lymphocyte subset in a patient with chronic Lyme disease. Ann Agric Environ Med. 2002;9(1):111-3.

Er wird z.B. durchgeführt unter der Test-Order-Nummer 32 103 - 5 (Stricker NK Panel) in den

Immunodiagnostic Laboratories (IDL)
10930 Bigge Street
San Leandro, CA 94577, USA
tel: +1 510 635-4555
fax1: +1 510 635-5667
fax2: +1 510 635-5367
toll free: (800) 888-1113 (funktioniert nur innerhalb der USA)
email: postmaster@idl-labs.com oder Contact"
(mehr von J. J. Burrascano, 5 May, 2003)

Cefuroxim = i.v. zu verabreichendes Cephalosporin der 3. Generation.

Cephalosporine = erstmals 1945 nachgewiesene, den Penicillinen chemisch verwandte Antibiotika, beide mit gleichem beta-Lactam-Ring ("beta-Lactam-Antibiotika"). Sie werden in Generationen eingeteilt (G1 - G4). C. der höheren Generationen sind

cerebrum (lateinisch) = Gehirn, Cortex cerebri = Hirnrinde.

Chemotaxis = Anziehung von beweglichen Stoffen zur Haftstelle. Die Anziehung wird durch eine chemische Reaktion herbeigeführt.

Chromatographie = Auftrennung eines Gemischs von chemischen Verbindungen: Das Gemisch wird durch ein geeignetes Trägermedium transportiert. Dabei werden die Verbindungen abhängig von ihrer chemischen Zusammensetzung verschieden vom Trägermedium zurückgehalten. In diesem "Wettlauf" durch das Trägermedium bilden sich also Gruppen. Jede Gruppe hat ihr eigenes chemisches Verhalten.

chromosomal kodiert = ihre Eigenschaften sind in Genen auf den Chromosomen (die Chromosomen sind wesentlicher Bestandteil des Zellkerns) festgelegt, im Gegensatz zu Eigenschaften, die auf extrachromosomalen Genen, z.B. den Plasmiden kodiert sind.

chronische Borreliose, Suche nach chronic Lyme auf dem LymeRick-Server von Marie Kroun.

Clavulansäure = beta-Lactamase-Hemmer. Stärker als Sulbactam. Berichtet wurden Therapiebeeinträchtigungen durch bakterielle Reaktion, nämlich eine gegen die Clavulansäure gerichtete Überproduktion (Induktion, d.h. Anregung, S. 637 in Forth et al.) von beta-Lactamasen.

Clearance = Klärwert = die vom Pharmakon (Medikament, Antibiotikum) pro Minute gereinigte Plasmamenge.

"Die Bedeutung der verschiedenen renalen Mechanismen

  1. Filtration,
  2. Rückresorption
  3. aktive Sekretion und
für die Eliminationsrate eines Pharmakons , läßt sich mit Hilfe der Clearance veranschaulichen, die ein Maß für die Effektivität der Eliminationsvorgänge in der Niere darstellt (Definition).

Dieser Begriff läßt sich einfach ableiten: Beim Menschen werden in den Glomeruli durchschnittlich 130 ml Plasmawasser pro Minute pro 70 kg Körpergewicht mit dem darin gelösten Pharmakon abfiltriert. Das Wasser wird anschließend in den Tubuli fast quantitativ, d.h. ca. 129 ml pro Minute, rückresorbiert. Dies bedeutet, daß zunächst 129 ml Plasma/min vom Pharmakon befreit werden.

Die Clearance eines Pharmakons ist die vom Pharmakon pro Minute gereinigte Plasmamenge:

  1. Für Stoffe, die ausschließlich durch Filtration, ohne Beteiligung anderer Mechanismen, in der Niere ausgeschieden werden, ergibt sich demnach ein Wert von 129 ml/min.
  2. Wird ein Pharmakon in den Tubuli teilweise rückresorbiert, muß die Clearance unter 129 ml/min absinken.
  3. Kommt zur Filtration jedoch noch ein aktiver Sekretionsvorgang hinzu, kann sie über 129 ml/min ansteigen.

Es ist jedoch zu berücksichtigen, daß es sich in diesem Falle nur um die sogenannte renale Clearance (= Clearance über die Niere) handelt.

Da Stoffe in der Regel nicht nur über die Niere, sondern auch über andere ("extrarenale") Wege ausgeschieden werden, stellt die renale Clearance nur eine Kenngröße für den Nierenanteil im Rahmen der sogenannten totalen oder Gesamtkörper-Clearance dar. Nur in jenen Fällen, in denen ein Pharmakon ausschließlich renal eliminiert wird, sind renale Clearance und totale Clearance identisch. Andernfalls ist die letztere die Summe der Einzel-Clearances (Gleichung (I-4), Goodman & Gilman's, Seite 19).

Für pharmakologische Zwecke wird die Clearance am zweckmäßigsten in Form der Plasma-Halbwertszeit (t1/2, Definition) des betreffenden Pharmakons umschrieben. Sie gibt den Zeitraum an, innerhalb dessen die Blutkonzentration auf die Hälfte des Initialwertes abgesunken ist und hängt auch von den extrarenalen Faktoren ab."

--- aus Liedtke RK, "Allgemeine Pharmakologie: Grundprinzipien der Therapie mit Arzneimitteln", newlife-online

Beispiel:
CL = Clearance aus dem Blut-Kompartment (ml pro Minute)

Zur Abbildung: Das dick gezeichnete Rechteck bezeichnet 1 Liter Blutvolumen (Verteilungsvolumen). Das dünn gezeichnete Volumen stellt das Blutvolumen dar, das pro Minute gereinigt wird. Die Vorstellung ist, daß in jeder Minute ein Volumen CL (ml) des Verteilungsvolumens V entfernt, daraus in der Niere ein angegebener Prozentsatz des Antibiotikums entfernt wird (und dann CL dem Blutvolumen wieder hinzufügt wird).

(verwendete Formelzeichen)

In Goodman & Gilman's Appendix II, the "plasma clearance" for cephalexin is reported as CL/F = 4.3 ml  min-1 kg-1, with 91% of the drug excreted unchanged in the urine. For a 70-kg man (F = 70 kg), the "total body clearance from plasma" CL = 300 ml/min, with renal clearance accounting for 91% of this elimination.

In other words, the kidney is able to excrete cephalexin at a rate such that approximately 273 ml of plasma would be freed of drug per minute.

Because clearance usually is assumed to remain constant in a stable patient, the total rate of elimination dm/dt of cephalexin will depend on the concentration of drug in the plasma as given in Gl. 2

Clostridium difficile = Bakteriengattung, die bei Antibiotika-Therapie andere Darmkeime zahlenmäßg übertreffen kann, dabei Gifte erzeugt und eine Darmschleimhautentzündung erzeugen kann.

Commotio cerebri = "Gehirnerschütterung", nicht mit neurologischen Symptomen verbunden.

Copaxone = Copolymer 1 (Cop 1, glatiramer acetate). Ein Mittel, welches das Fortschreiten und die Rückfallrate bei Multipler Sklerose verringert.
Zu seinen Wirkungsweisen gehört nach Aharoni R, Teitelbaum D, Arnon R, and Sela M, Copolymer 1 acts against the immunodominant epitope 82-100 of myelin basic protein by T cell receptor antagonism in addition to major histocompatibility complex blocking. Proc. Natl. Acad. Sci. USA. 1999 January 19; 96 (2): 634-639:

  1. Bindung an verschiedene Klasse-II Major Histocompatibility Complex-Moleküle und damit eine wenig Antigen-spezifische Verringerung der Immunantwort.
  2. Behinderung der T-Zellen-Antwort (einschl. der davon in Gang gesetzten Zytokine) auf das 82-100 Peptid des Myelin Basic Proteins (MBP, einem immunodominanten Autoantigen), über Konkurrenz zwischen MBP und Cop 1 um Bindung an einen Antigen-spezifischen T-Zellen-Rezeptor (TCR).
Cop 1 beeinträchtigt in vivo nicht Immunantworten auf andere Angriffe und führt nicht zu einer allgemeinen Immunschwäche, wie man es erwartet, wenn die Wirkung sich auf MHC-Molekül-Blockade beschränkt (vgl. Kortikosteroide). Das immunologisch ähnliche Reagieren (Kreuzreaktion) von Cop 1 und dem natürlichen Autoantigen MBP ist sowohl auf dem zell-vermittelten wie dem humoralen Zweig der Immunreaktion nachgewiesen worden.

siehe auch
Gran B; Tranquill LR; Chen M; Bielekova B; Zhou W; Dhib-Jalbut S; Martin R, Mechanisms of immunomodulation by glatiramer acetate, Neurology 2000 Dec 12;55(11):1704-14:

  1. Cop 1 behinderte stärker die Vermehrung von MBP-spezifischen T-Zell-Klones (TCC) als von fremden Antigen-spezifischen TCC.
  2. Bei einigen MBP-spezifischen TCC wurden die TH1-Typ-Zytokine vornehmlich (preferentiell) behindert.
  3. die Herbeiführung von Unwirksamkeit (Anergy), aber nicht direkter T-Zellen-Rezeptor-Antagonismus (Ausschaltung von TCR'en über Cop 1-Bindung), wurde beobachtet.

Verwendung von intravenösen Antibiotika und Copaxone bei MS/chronischer Neuroborreliose.

Cortex (lateinisch) = Rinde.

CPK = Creatinphosphokinase. Eine ATP-spezifische Kinase (Enzym): CK0 (Normwerte bei Männern < 80 U/L, Frauen < 70 U/L), katalysiert die -obligat magnesium- bzw. manganabhängig- Lohmann-Reaktion: 3 Isoenzyme - sie bestehen aus den Untereinheiten B (brain) und M (muscle):

  • BB-Typ = CK I: Gehirntyp,
  • MB-Typ = CK II = Herzmuskeltyp. Er ist diagnostisches Leitenzym für Herzmuskelinfarkt (Normwerte: < 10 U/L bzw. 6 % der CK, Anstieg nach 4 - 8 Stunden mit einem Maximum bei 12 - 18 Stunden nach Infarkt).
  • MM-Typ = CK III = Muskeltyp. Er ist diagnostisches Leitenzym für die infantile Form der progressiven Muskel-dys-trophie.

hochsensitives C-reaktives Protein (hs CRP, im Cache): "Diesen Eiweißstoff bildet der Körper in größeren Mengen immer dann, wenn eine Infektion in einem Körperteil eine Entzündung ausgelöst hat und das Immunsystem aktiviert ist. In der Medizin gilt CRP als äußerst empfindlicher, zuverlässiger und frühzeitiger Indikator für entzündliche gewebszerstörende Prozesse und somit als wichtigster Entzündungsparameter."

"Welche Werte in Ordnung sind, lässt sich pauschal leider nicht sagen, denn sie sind abhängig vom verwendeten Analysegerät. Wenn dieses auf Basis der Integra-Methode arbeitet, gelten bei gesunden Erwachsenen Werte bis 5 mg/dl als normal, beim Nycocard-Gerät sind es dagegen Werte bis 10 mg/dl. Der CRP-Spiegel kann aber bei Erkrankungen, die durch Bakterien hervorgerufen werden, bis auf 500 mg pro Liter Blut ansteigen! Normale CRP-Werte schließen das Vorhandensein chronischer, systemischer Entzündungen im Körper nicht aus. Deshalb besitzt der CRP-Wert im Niedrigbereich, das so genannte hochsensitive (hs-) CRP eine immer größere Bedeutung."
Erklärung im Laborlexikon, im Cache.
Labor, das hs-CRP bestimmen kann: Institut für Medizinische Diagnostik, Nicolaistraße 22, 12247 Berlin.

Cytokines and the inflammatory response (im Cache), Zytokine

Cytochrom = Enzym, das die biologische Oxidation (Elektronentransfer) katalysiert.

defizient = mit einem Mangel an ... behaftet.

Demyelinisierung = Schädigung bis zur Zerstörung von Myelin im Nervensystem bei Entmarkungskrankheiten oder nach anfänglicher Schädigung von Nervenzellen z.B. durch Entzündung, Vergiftung oder Immunerkrankung.

de novo = zum ersten Mal.

Differentialdiagnose = Diagnose einer anderen aber ähnlich erscheinenden Krankheit. Einige DD'en bei Borreliose aufgezählt von

Suche auch in Medline nach differential diagnosis AND lyme

distal = weiter entfernt von der Körpermitte oder dem Zentralnervensystem.

DNA/RNA = Nukleinsäuren (A = Abkürzung für acid, Englisch für Säure), Träger der Erbinformationen.

Dura (Mater) = die äßere, straffe Hüllhaut des Zentralnervensystems (s.a. Meningen), bestehend aus kollagenem Bindegewebe u. einer niedrigen inneren, einschichtigen Epithelschicht; sie ist von der Arachnoidea durch das Cavum subdurale (Subduralraum) getrennt.

dys- = (griechisch) übel-, miß- oder fehl-.

Dysgeusia = Geschmacksfehlempfindung, meist im Zungen-Nerv, ein unangenehmer Geschmack im Mund.

Ehrlichiose = Human Granulocytic Ehrlichiosis (HGE) oder Human Monocytic Ehrlichiosis (HME). Siehe Zeckenübertragene Krankheiten.

ekzematoid = mit ekzemähnlichem Aussehen.

Ekzem = nicht klar abgegrenzte Hautveränderungen, z.B. Knötchen-, Bläschen- und Schuppenbildung mit Hautrötungen (Erythem).

Elektronentransfer = chemisch äquivalenter Ausdruck für Oxidation (Elektronenabzug) oder Reduktion (Elektronenzufuhr).

Elektrophorese = (griechische Wortstämme: elektron (d.h. hier elektrische Spannung) und pherein = tragen) Transport infolge einer angelegten elektrischen Spannung.

ELISA = enzyme- linked immuno sorbent assay, Enzym-Immunoassay, Bestimmung der Konzentration von Antigenen (AG) in Körperflüssigkeiten (siehe auch Kuby, Kapitel 6, S. 158). Der Prozeß der Sandwich-ELISA besteht aus 6 Schritten:

  1. Für das mit den Test gesuchte Antigen (AG1) spezifische Antikörpermoleküle (AK1, dem sog. Primer) werden an einen Feststoff gebunden (adsorbiert), z.B. an die Glaswand des Probengefäßes oder an Polymerkügelchen. (Der Primer AK1 wurde rekombinant-basiert oder aus Mäusen gewonnen, denen Antigene (AG1) eines speziellen Bb-Stamms -meist Typ B-31- eingeimpft wurden.)
  2. Die zu bestimmende Körperflüssigkeit mit ihren Antigenen (AG1) wird diesem Feststoff ausgesetzt. Dabei reißen die Antikörper (AK1) Antigene an sich und bilden AG1-AK1-Moleküle, deren dem Feststoff abgewandter Teil das AG1 ist. Nach einer Verweilzeit wird die Körperflüssigkeit wieder vom Feststoff getrennt.
  3. Die auf dem Feststoff verbleibenden AG1-AK1-Moleküle werden durch einen Verstärkungsprozeß sichtbar gemacht: Es werden weitere AK1 in einer Enzymlösung mit dem Feststoff in Kontakt gebracht. An jedes gebildete AG1-AK1-Molekül lagert sich nun ein weiteres AK1 zusammen mit dem Enzym an. Die Konzentration des Enzyms ist ein Maß für die Konzentration des AK1-AG1-AK1-Moleküls und damit auch für die Konzentration von AG1 in der Körperflüssigkeit.
  4. Die Konzentration des Enzyms wird photometrisch (als Lichtundurchlässigkeit) gemessen.
  5. Eichung des Prozesses: Man verwendet eine Eichkörperflüssigkeit, deren AG1-Konzentration man kennt. Auf diese Weise kann man dem Photometerwert eine Konzentionen von AG1 zuordnen.
  6. Man nimmt an, daß die Photometerwerte von nichts anderem abhängen als der Antigen-Konzentration, also z.B. auch nicht vom Bb-Stamm oder Bb-Typ (deren Antigentyp zur Unterscheidung mit AG bezeichnet werde). Damit kann man das Verfahren auf alle Patienten anwenden, gleichgültig wie das Antigenspektrum AG in ihnen aussieht.

Bei der indirekten ELISA bindet man umgekehrt

  1. das Antigen (im Gegensatz zum Antikörper bei der Sandwich-ELISA) an die Gefäßwand, zielt also auf den Nachweis des Antikörpers ab.
  2. Mit ihm verbindet sich der Antikörper aus der Körperflüssigkeit.
  3. Ein enzym-markierter sekundärer Antikörper wird hinzugegeben, der sich mit dem Antikörper aus der Körperflüssigkeit verbindet.
  4. Die Konzentration des Enzyms ist wieder ein Maß für die Konzentration des Antikörpers aus der Körperflüssigkeit.

Fehler der ELISA:

  • Der ELISA-Screeningtest ist unzuverlässig. Der Test verfehlt 35% der mit Kultur nachgewiesenen Lymeerkrankungsfälle (d.h. er hat nur 65% Sensitivität) und ist nicht akzeptabel als erster Schritt eines 2-Schritt-Screening-Protokolls. Definitionsgemäß sollte ein Screeningtest eine Sensitivität von wenigstens 95% haben. (Quelle: International Lyme and Associated Disease Society (ILDAS), Basic Information about Lyme Disease)

  • Wegen der großen Variabilität der Bb variiert bei gleicher Antigen-Konzentration auch die Konzentration der AK-AG-AK1-Moleküle, und damit der am Photometer abgelesene Wert mit dem Typ AG des Antigen.

  • Komplexe
    1. Direkte (Sandwich) ELISA - Test auf Antigene: Antigene AG, die mit anderen Komponenten einen Komplex, d.h. eine spezifische chemische Verbindung, auch Immunkomplex genannt, eingegangen sind (die fester ist als die im AK-AG-AK-Molekül) bilden keine AK-AG-AK-Moleküle, wenn dies der geometrische Aufbau des Komplexes nicht erlaubt. Damit wird der in solchen Immunkomplexen gebundene Bruchteil der AG nicht durch die ELISA nachgewiesen. Da dieser Bruchteil allgemein unbekannt ist, verfälscht die Gegenwart von Immunkomplexen das Test-Ergebnis der direkten (Sandwich) ELISA.
    2. Indirekte ELISA - Test auf Antikörper: Analoges gilt für Antikörper, die in Immunkomplexen gebunden sind. Immunkomplexe verfäschen also prinzipiell das Ergebnis der indirekten ELISA.

      Abhilfe bei der indirekten ELISA (d.h. beim Nachweis von Antikörpern in der zu untersuchenden Patienten-Probe):

  • Paul M. Arnaboldi, Rudra Seedarnee, Mariya Sambir, Steven M. Callister, Josephine A. Imparato, and Raymond J. Dattwyler, "Outer Surface Protein C Peptide Derived from Borrelia burgdorferi Sensu Stricto as a Target for Serodiagnosis of Early Lyme Disease", Clin Vaccine Immunol. 2013 Apr;20(4):474-81. doi: 10.1128/CVI.00608-12. Epub 2013 Jan 30.
    1. Fig 1

    2. Fig 2

    3. Fig 3

    Click on images to see larger versions (cached versions: Fig. 1, Fig. 2, Fig. 3)

    Abstract:
    Current serodiagnostic assays for Lyme disease are inadequate at detecting early infection due to poor sensitivity and nonspecificity that arise from the use of whole bacteria or bacterial proteins as assay targets; both targets contain epitopes that are crossreactive with epitopes found in antigens of other bacterial species.

    Tests utilizing peptides that contain individual epitopes highly specific for Borrelia burgdorferi as diagnostic targets are an attractive alternative to current assays. Using an overlapping peptide library, we mapped linear epitopes in OspC, a critical virulence factor of B. burgdorferi required for mammalian infection, and confirmed the results by enzyme-linked immunosorbent assay (ELISA).

    • We identified a highly conserved 20-aminoacid peptide epitope, OspC1. Via ELISA, OspC1 detected specific IgM and/or IgG in 60 of 98 serum samples (62.1%) obtained from patients with erythema migrans (early Lyme disease) at the time of their initial presentation.

    • By comparison, the commercially available OspC peptide PepC10 detected antibody in only 48 of 98 serum samples (49.0%).

    • In addition, OspC1 generated fewer false-positive results among negative healthy and diseased (rheumatoid arthritis and positive Rapid Plasma Reagin [RPR ] test result) control populations than did PepC10.

    Both highly specific and more sensitive than currently available OspC peptides, OspC1 could have value as a component of a multipeptide Lyme disease serological assay with significantly improved capabilities for the diagnosis of early infection.


    Falsch-positive Antikörper-ELISA-Ergebnisse werden dadurch erzeugt, dass die dem Patienten entnommene Flüssigkeit (z.B. Blutserum) eine Vielzahl von Epitopen auf Antigenen und Antikörpern (Oberflächenproteinen) enthält und einige von diesen Epitopen eine ähnliche ELISA-Reaktion auslösen wie das Epitop des gesuchten Bakteriums (OspC). Man nennt sie "kreuzreagierende Epitope".

    Als Beispiel aus der hier zitierten Publikation "Outer Surface Protein C Peptide Derived from Borrelia burgdorferi Sensu Stricto as a Target for Serodiagnosis of Early Lyme Disease" werden die Absorptionen (bei blau-violettem Licht, 450 nm) ausgelöst von

    • Borrelienepitopen (z.B. Lyme - OspC1, Lyme - PepC10) und
    • Epitopen (z.B. Normal - OSpC1, rheumatoid (RA) - OspC1), die Kreuzreaktionen im ELISA hervorrufen,
    verglichen.

    Die obere Abbildung zeigt, dass auch Seren von Gesunden ("Normal Sera") Licht von 450 nm Wellenlänge absorbieren. Je nach Epitop unterscheiden sich Gesunde von Kranken verschieden stark, was ein Hinweis darauf ist, dass die ELISA-Reaktion bei Gesunden nicht unbedingt von Borrelienepitopen ausgelöst wird.

    In der unteren Abbildung wurden Epitope (OspC1, PepC10) gewählt, die eine bessere Unterscheidung von gesund und krank erlauben.

    • Oberes Diagramm: IgM gebunden durch Epitope (OspC1, PepC10),
    • unteres Diagram: IgG gebunden durch diese Epitope.

Weitere Information zur ELISA

endo (griechisch) = innerhalb.

Endokarditis = die Entzündung der Herzinnenhaut. Subakute Form: zu Anfang Anämie, zunehmende Herzschwäche, langer, schubweiser Verlauf (6 Wochen oder mehr). Akute Form: Zerstörungen auch an intakten Herzklappen, schwerer Verlauf, Fieber, Schüttelfröste, Herzschwäche, Bewußtseinstrübung, Gefahr der Embolie.

Endothelium = die einschichtige Deckschicht, Auskleidung der

  • Herzräume,
  • Blut-(einschl. der Kapillaren) und
  • Lymphgefäße.
Siehe auch

Endotoxine = Bestandteile der Zellwand von gram-negativen Bakterien, die bei dem Bakterienstoffwechsel und bei Auflösung des Bakteriums durch Antibiotika freigesetzt werden und eine heftige Immunreaktion hervorrufen.

Entzündung = ein lokaler akuter Prozeß, der z. B. über Erzeugung von Komplement-Produkten Gefäßwände durchgängiger macht (vasodilatation). und die kapillare Durchlässigkeit des Gewebes erhöht. Mit beiden Reaktionen wird der Leukozyten-Zustrom, wie der von phagozytischen Zellen, in das und deren chemische Bindung (Chemotaxis) in dem geschädigten Gewebe ermöglicht. Die Entzündung schädigt das Gewebe und ist damit häufig für die Krankheitsempfindung verantwortlich (siehe Wirt-Pathogen-Wechselwirkung).

  • Die Entzündung ist eine unspezifische Antwort des Immunsystems, d.h. eine die nicht vom Typ der Schädigung abhängt und ist damit
  • zu unterscheiden von der Erzeugung von Lymphozyten, die scharf (spezifisch) auf den Eindringling oder die Krebszelle zielt.
Näheres z.B. in Fig. 13-4. Cytokines: Inflammatory Response, Kapitel 13 und Figure 15-10. Leukocyte Migration and Inflammation, Kapitel 15 von J. Kuby.

Enzephalitis = Erkrankung des Zentralnervensystems, besonders des limbischen Systems. Limbische Enzephalitis mit Verhaltensstörungen wie Aggressivität, Angst, sexueller Enthemmung (vor allem mit einseitigen Lähmungen), Polyneuropathien, Depressionszustände mit Wahnvorstellungen.

Enzephalopathie = krankhafte Hirnstörung (siehe auch Darstellung im Essay von Dr. J.D. Bleiweiss).

Enzym = Proteine, Biokatalysatoren (führen eine chemische Reaktion herbei, ohne selbst verändert zu werden).

Epidemiologie = geographische Verteilung der Häufigkeit von Krankheiten, auch der Ursachen und Risikofaktoren, des Verlaufs und der sozialen und volkswirtschaftlichen Folgen.

Epitop (griechisch epi = auf, topos = Ort) = Antigen-Determinante = der Ort auf einem Antigen, der vom Immunsystem erkannt wird and an dem sich ein bestimmter Antikörper oder ein T-Zellen-Rezeptor an das Antigen bindet (Kuby, Kapitel 1, S. 14). epitope in Farlex Partner Medical Dicitionary (im Cache).

Erhaltungsdosis = Dosis eines Medikaments, die notwendig ist, um eine Medikamentenkonzentration im Körper zeitlich konstant zu halten. Der Körper scheidet dabei diegleiche Menge aus, wie er aufnimmt.

Erp = Proteine auf der Oberfläche von B. burgdorferi. Sie binden sich an einen Inhibtor im Wirt (von Bb befallenen Lebewesen). Ein Inhibitor ist ein Botenstoff des Immunsystems, das Proteine des Komplement-Systems inaktiviert. Nachdem Erp an den Inhibitor gebunden hat, wird Bb vom Komplement-System nicht mehr beschädigt. Bb hat eine Reihe verschiedener Erp-Proteine, mit denen es sich gegen den Komplement-Angriff verschiedener Lebewesen schützt
Literatur:

Erregerpersistenz = Weiterleben der Erreger.

  • Literatursammlung zu Rückfällen und Peristenz von Borreliose trotz Antibiotika-Therapie, Cheryl's LymeInfo.Net.
    These abstracts show that Lyme disease is in fact known to persist or relapse despite antibiotic therapy. 12 pages.

Erythema chronicum migrans (ECM) = flächenhafte Hautrötung, meist von einem Zeckenstich ausgehend, erscheint in 60 - 70% der (klinisch als Lyme-Kranke identifizierten) Patienten, üblicherweise 4 - 14 Tage nach der Infektion (Early and specific antibody response to OspA in Lyme Disease). Später wird das Zentrum blasser, und die Rötungbreitet sich über große Flächen ausbreitet. Es ist ein spezifisches Erkennungszeichen für Borreliose, d.h. es tritt nur bei Borreliose auf. Eine Kultur einer Hautprobe aus dem ECM weist in 60 - 86 % der Fälle den Erreger, die Borrelia burgdorferi, nach (Berger et al. 1992). Kulturen anderer Proben sind wesentlich seltener erfolgreich (Coyle 1997).

Erythromycin = Makrolid-schwach toxisches Antibiotikum. Nachteile: rasch eintretende Steigerung der Resistenz der bekäpften Keime, hat nur bakteriostatische Wirkung.

ESR = (engl.) Erythrocyten Sedimentations Rate = (rote) Blutkörperchen-Senkunggeschwindigkeit, d.h. die Geschwindigkeit oder Rate, mit der rote Blutkörperchen in einer ungerinnbar gemachten Blutprobe absinken.

Eukaryoten = Zelluläre Organismen, die einen in eine Membran eingebundenen Zellkern haben, innerhalb dessen die Erbinformation der Zelle in Form von Chromosomen aus DNA gespeichert ist. Eukaryoten sind Algen, Pilze, Protozoen, Pflanzen und Tiere.

Exanthema = Ausschlag, Rötung, Erythema.

Exposition = Kontakt mit einem Krankheitserreger, Substantiv von exponieren = einem Erreger aussetzen.

nervus facialis VII. Hirnnerv.

Fazialisparese = Lähmung des Fazialis-Nervs und infolgedessen der von ihm versorgten Gesichtsmuskulatur. Lähmung im Mundbereich (zentral und peripher), letztere meist einseitig, mit verschobener Stirn- und Nasen-Lippen-Falte, Lähmung des Stirnrunzelns und der Mundbewegungen, evtl. auch Gehör- und Geschmacksbeeinträchtigung (1).

Fibroblast = junge Zelle, entstammt dem Mesenchym, beteiligt sich an der Bildung der Substanz zwischen den Zellen des Bindegewebes (Grund-, Kittsubstanz, Bindegewebsfasern).

Fibromyalgie:(fibrae (lateinisch) = Fasern, Myalgie) = Schmerzen im Bindegewebe

Flagyl = Metronidazol.

Fötus = das ungeborene Wesen im Mutterleib.

W. Forth et al. (eds.) "Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie", 6. Auflage, Wissenschaftsverlag, Mannheim, Leipzig, Zürich, Wien (1992), Beitrag von Prof. Dr. H. Rosin, Hygiene-Institut der Stadt Dortmund und Med. Mikrobiologie und Virologie, Universität Düsseldorf, "Antibiotika und Chemotherapeutika: Antiinfektiöse Therapie".

gastro = den Magen betreffend, intestin = den Darm betreffend.

generalisiert = über den Körper ausgebreitet. (Gegenteil: systemisch).

Generationsdauer einer Einzelzelle = Dauer TG eines Zell-Zyklus, gemessen als die Zeit zwischen zwei aufeinanderfolgenden Mitosen.

Bei einer Bakterienpopulation variiert die Einzelzell-Generationsdauer während der Entwicklung der Population. Jede Entwicklungsphase hat ihre eigene Einzelzell-Generationsdauer TG bzw. ihre spezifische Generationsdauer-Verteilung TG, min ... TG, max. Man muß also bei der Angabe der Einzelzell-Generationsdauer die Entwicklungsphase angeben, innerhalb derer man sie bestimmt hat.
Man unterscheidet die folgenden Entwicklungsphasen (Stephen T. Abedon, Important words and concepts (3/10/01) from Chapter 6, Black, J. G. (1999). Microbiology. Principles and Explorations. 4th ed., Prentice Hall, Ohio State University, Mansfield, OH 44903, USA):

  1. vermehrungslose (Lag-) Phase A,
  2. progressive Phase, allmählicher Beginn des Wachstums als Übergang zur
  3. Phase exponentiellen Wachstums B. Die Generationsdauer der Population (im engeren Sinne) ist die Zeit, innerhalb derer sich die Population in Phase B verdoppelt.
  4. Phase des infolge Nährbodenerschöpfung verlangsamten Wachstums,
  5. stationäre Phase ohne weitere Vermehrung C und
  6. Phase des Absterbens D .

In der Literatur werden zu einzelnen Antibiotika die Absterbekinetiken von Borrelia burgdorferi berichtet. Die Borrelienpopulation nimmt in diesen Absterbe-Experimenten exponentiell mit einer Halbwertszeit TS = 10 ... 12 Stunden ab, abhängig u.a. vom Antibiotikum, seiner Einwirkungsdauer, Bb-Spezies und -Stamm (Abb. 1, Heinemann M et al.).

Wie in der folgenden Klammer näher erläutert wird, sind

  • die Generationsdauer TG (in Abwesenheit des Zellwandantibiotikums) und
  • die Absterbehalbwertszeit TS (in Gegenwart des Zellwandantibiotikums)
von ganz ähnlicher Größe.

(Hier ist das Argument dafür:

Prinzipiell kann die Abtötung gleich schnell (1.), langsamer (2.) oder auch schneller (3.) als die Zellteilung erfolgen:

  1. Wenn Zellwandantibiotika ist TS = TG.
  2. Wenn das Zellwandantibiotikum hingegen nicht bei jeder Zellteilung den Zelltod herbeiführt, überleben einige Zellen ihre Teilung, und damit verläuft (in Gegenwart des Antibiotikums) die Abtötung langsamer als die Zellteilung in Abwesenheit des Antibiotikums, mit anderen Worten TS ist die Obergrenze der Bb-Generationsdauer TG (also TS > TG). Es ergibt sich damit eine Bb-Generationsdauer von weniger als den genannten 10 ... 12 Stunden. Das ist in Übereinstimmung mit Züchtungsexperimenten von z.B. Pollack et al.
    Pollack RJ, Telford SR 3rd und Spielman A, Standardization of medium for culturing Lyme disease spirochetes, J Clin Microbiol 1993,May;31(5):1251-5.

  3. Wenn das Zellwandantibiotikum bei einer Teilung einer Zelle den Zelltod dieser Zelle plus den Tod anderer Zellen herbeiführt, verläuft mit Antibiotikum die Abtötung schneller als die Zellteilung in Abwesenheit des Antibiotikums:
    TS < TG.
    Interessanterweise wird zuweilen beobachtet, daß beim Vorhandensein von Zellwandantibiotika pro Zeit bis zu doppelt so viele Zellen absterben wie sich in dessen Abwesenheit teilen, mit anderen Worten: 1/2 TG < TS < TG.
Insgesamt sind also TS und TG von ganz ähnlicher Größe.

Einige Grundlagen zur diesen Überlegungen zugrundeliegenden Pharmakodynamik.

Gewebetypisierung = Charkterisierung eines Zellgewebes nach seiner Immunabwehrfunktion. Entscheidend dafür ist der MHC (major histocompatibility complex).

Gliazelle (engl. glial cell) = Zelle des interstitiellen Nervengewebes, füllt die Räume zwischen Nervenzellen und Blutgefäßen bis auf einen 20 nm breiten Spalt aus, bildet die Markscheiden und stützt, ernährt die Nervenzellen und wirkt phagozytisch. Im peripheren Nervensystem: Hüll- oder Mantelzellen der Ganglienzellen und die Schwann-Zellen der Nervenfasern. Die Gliazellen sind im Gegensatz zu den Nervenzellen vermehrungsfähig. ----

Glukose-Konzentration im Liquor bzw. das Verhätnis der Glukose-Konzentrationen im Liquor zu der im Serum ist bei Borreliose oft erniedrigt: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7.

gramnegativ - grampositiv = Bakterienklassifikation nach Bergey. Stäbchenbakterien, u.a. Spirochäten, also auch Borrelia burgdorferi, sind gramnegativ.

  • Die beta-Lactam-Antibiotika überwinden einige beta-Lactamasen grampositiver Bakterien, gegen die restlichen sind sie wirkungslos. Es gibt keine graduellen Aktivitätsabstufungen der beta-Lactam-Antibiotika, die von ihrer Konzentration oder Einwirkungsdauer abhinge. 
  • Im Gegensatz dazu steigt ihre Wirkung auf gram-negative Bakterien mit der Einwirkungsdauer und Konzentration (kinetisch behinderte Wirkung): Eine über längere Zeit andauernde, hohe Dosierung eines beta-Lactam-Antibiotikums kann die Hindernisse überwinden, die gram-negative Bakterien ihm entgegenstellen, nämlich
    1. die physikalisch-chemische Barriere in der äußeren Bakterienmembran. Sie ist schwächer ist als bei gram-positiven Bakterien. Unter dem Selektionsdruck potenter moderner beta-Lactam-Antibiotika entwickeln sich jedoch neue Stämme (Mutanten) mit effizienterer Barriere.
    2. die chemische Barriere, d.h. die das Antibiotikum zerstörenden beta-Lactamasen: Gram-negative B. führen sie nur in einer räumlich begrenzten Schicht der Zellwand gegen das Antibiotikum ins Feld, anders als die gram-positiven B., die ihre Zellwand außen mit beta-Lactamasen abdecken und schützen.
    3. die chemische Stabilität der inneren Bakterien-Zellmembran gegen Störungen ihres Aufbaus durch das Antibiotikum.
    (nach S. 627 in Forth et al.)
Guillain-Barre-Syndrom (auch Radikularneuritis genannt), eine (meist infektiöse) Polyneuritis. Symptome: motorische Lähmung, Parästhesien, ziehende Schmerzen.
GBS ist eine akut-entzündliche Myelin-Verlust verursachende (demyelinisierende) Krankheit, welche die peripheren Nerven befällt. Es tritt üblicherweise nach Infektionen auf, und damit in Verbindung gebrachte gewöhnliche Organismen sind Campylobacter, Mycoplasma, eine HIV-Infektion, das Zytomegalie-Virus (CMV), das Epstein-Barr-Virus (EBV), and Herpes-simplex-Virus.

(Elimations-) Halbwertszeit (t1/2) = Zeit, in der die Hälfte eines in das Körperkompartment K aufgenommenen Antibiotikums vom Körper wieder auf dem Weg a ausgeschieden wird.

Um die Halbwertszeit mathematisch zu definieren, wird hier folgender einfacher Prozeß beschrieben (Bezeichnungen, Näheres in Goodman & Gilman's, Allgemeine Grundlagen, Kapitel "Clinical Pharmacokinetics" in Leslie Benet  Abschnitt "Pharmacokinetics"):

  1. Man erzeugt im Kompartment K eine Antibiotika-Konzentration C durch impulsartige Zufuhr des Antibiotikums, genauer: durch Zufuhr innerhalb einer Zeit, die kurz gegen die Eliminationshalbwertszeit ist, etwa 1/10 bis 1/3 t1/2. Dies ist in guter Näherung bei intravenöser Infusion der Fall.
  2. Das Antibiotikum wird auf dem Weg a, z.B. über die Nieren, ausgeschieden.
  3. Man mißt die zeitlichen Verlauf der Abnahme von C.
  4. Die Ausscheidung auf dem Weg a aus dem Körperkompartment K beschreibt man mithilfe der fogenden Differentialgleichung:

    (Gl. 1)       Ausscheiderate (definiert als Menge dm, die pro Zeiteinheit dt ausgeschieden wird) = dm/dt = - (ln2/t1/2) m.

  5. Gl. 1 definiert die Halbwertszeit t1/2 der Ausscheidung aus dem Körperkompartment K auf dem Weg a.
Definition der Eliminationskonstante k für einen spezifizierten Ausscheideweg a und ein spezifiziertes Kompartment K

Den Ausdruck (ln2/t1/2) kürzt man mit k ab:
ln2/t1/2 = k,
und erhält statt Gl. 1
(Gl. 1a)       Ausscheiderate = dm/dt = - k m.

Zur Bedeutung von k:
Dividiert man beide Seiten von Gl. 1a durch m, erkennt man: k ist der Bruchteil von m, der pro Zeiteinheit auf dem Weg ausgeschieden wird:
(dm/dt)/m = - k.

Der Vorteil der Beschreibung Gl. 1a mit Eliminationskonstanten ki gegenüber der Gl. 1 mit Halbwertszeiten zeigt sich bei der Ausscheidung über mehrere Wege a1, a2, ... an. Z.B. für a1 = Galle und a2 = Niere:
dm/dt = dm1/dt + dm2/dt.
Die Ausscheiderate dm/dt ist die Summe über die Wege, d.h. man addiert die Eliminationskonstanten der Ausscheidewege zu einem Gesamt-k auf:
k = k1 + k2 + ... kn

Rechnerische Beziehungen zwischen den Begriffen "Eliminationshalbwertszeit", "Eliminationskonstante", "Clearance" und "Verteilungsvolumen"
(nach Goodman & Gilman's, Allgemeine Grundlagen, Kapitel "Clinical Pharmacokinetics" in Leslie Benet  Abschnitt "Pharmacokinetics")

Folgende Bezeichnungen werden verwendet:
a = Ausscheideweg, z.B. Ausscheidung über die Nieren,
C = Konzentration des Antibiotikums im Kompartment K (g des Antibiotikum/ml Kompartmentvolumen),
CL = Clearance (ml/min). Zuweilen wird die Clearance auf das Körpergewicht bezogen angegeben und hat dann die Maßeinheit ml/(min kg). Um aus dieser Angabe CL zu berechnen, muß man sie mit dem Gewicht (z.B. 70 kg) des behandelten Menschen multiplizieren.
k = Eliminationskonstante (1/min),
K = Körperkompartment, das das Antibiotikum enthält, z.B. das Blutplasma,
ln2 = 0.693 (natürlicher Logarithmus von 2),
m = Menge des Antibiotikums (g).
dm/dt = Eliminationsrate = zeitliche Änderung der Menge des Antibiotikums in K auf dem Weg a (g/min).
t1/2 (Eliminationshalbwertszeit) = ln2/k (min).
V = Verteilungsvolumen = verabreichte Menge m des Antibiotikums dividiert durch die in K gemessene Konzentration C, (also V = m/C).
  • Verteilungsvolumen für ein spezifiziertes Kompartment K, z.B. das Plasma:
    Man führt zuweilen die Abkürzung
    V = m/C      ("Verteilungsvolumen")
    ein. Ebenso wie C ist die fiktive Größe V spezifisch für das Kompartment K, abgesehen davon, daß V auch ein Charakteristikum des Antibiotikums ist. Unter Verwendung von V erhält man für die Halbwertszeit aus Gl. 4:
    (Gl. 3)       t1/2 = ln2 V/CL.
    Bedeutung des Verteilungsvolumens: Beispiele für V

  • Clearance für einen spezifizierten Ausscheideweg a und ein spezifiziertes Kompartment K:
    In der Differentialgleichung ersetzt man die Masse m des Antibiotikums durch das Produkt seiner Konzentration C im Kompartment mit dem Verteilungsvolumen V
    m = C V,
    womit die Differentialgleichung zu folgender Gleichung wird:
    Ausscheiderate = dm/dt = - k V C.
    Darin kürzt man den Ausdruck k V mit CL, der sog. "Clearance", ab
    k V = CL.
    Tragen mehrere Ausscheideprozesse zur Entfernung des Antibiotikums aus dem Körper bei, addiert man -wie die einzelnen ki- die einzelnen CLi
    CL = CL1 + CL2 + ... CLn (Goodman & Gilman's, Seite 19, Gleichung (I-4)
    Mit CL geschrieben lautet die Differentialgleichung
    (Gl. 2)      Ausscheiderate = dm/dt = - CL C.
    Zur Bedeutung von CL (siehe auch Clearance):
    Weil V das Verteilungsvolumen des Kompartments K (z.B. des Plasmas) ist, das m enthält, ist die Clearance k V der Teil des Volumens V, der pro Zeiteinheit z.B. über die Nieren, vom Antibiotikum befreit wird.

    Nun kann man, wie in Goodman & Gilman's pharmakokinetischen Datenanhang üblich, die Eliminationshalbwertszeit durch die Clearance CL ausdrücken:
    (Gl. 4)       t1/2 = ln2 m / (C CL)

Beispiel für ein Antibiotikum, das nur ins Plasma eintritt und allein durch Filtration in den Nieren aus diesem entfernt wird:
Mit CL = 129 ml/min (Filtration) und V = 3 l (Plasmavolumen) ergibt sich nach (Gl. 3):
t1/2 = 23 min.

Halluzinationen, z.B. auch musikalische H. Bei Borreliose

Haplotyp = Satz von Genformen, die den Major Histocompatibility Complex (MHC, Hauptkomplex im System der zellulären Immunabwehr) bilden. Der MHC enkodiert die MHC-Moleküle auf den T-Zellen. Die MHC-Moleküle der Klasse II erkennen Bruchstücke von Bakterien, welche von (Wirts-)Zellen nach Eindringen des Bakteriums hergestellt und dann außen präsentiert werden. Die Haplotypen werden ererbt. Auf diese Weise hängt die T-Zellen-Immunantwort

  1. sowohl von der Vererbung
  2. als auch von der Proteinstruktur der Bakterien
ab.

Zur Abhängigkeit bei Borreliose:

Hemiplegia vollständige (= Hemiparalyse) oder unvollständige (Hemiparese) Lähmung einer Körperhälfte.

Herzblock = Störung des Systems, das den Herzrhythmus steuert. Die Folge ist ein unkoordiniertes Ventrikel/Vorhof-Kontrahieren.

HLA = human leukocyte antigen, HLA-System

Hitze-Schock-Proteine (Hsp)
molekulare Mimicry

Hsp = eine Gruppe von Proteinen, die bei Zell-Belastungen, z.B. erhöhten Temperaturen, von Säugetier-Zellen erzeugt werden (ein Beispiel ist das Hsp60, eine Kopmponente der menschlichen peripheren Nervenfasern). Hsp werden aber auch in einem weiten Spektrum von Bakterien und Parasiten erzeugt. Es ist ein Zeichen von bemerkenswerter evolutionärer Konstanz dieser Proteine, daß bei Säugetier- und Mikrobe mehr als 50 % der Aminosäure-Sequenzen in den Hsp identisch sind. ("Mimicry", ein Beispiel ist ein Epitop des Flagellin von Borrelia burgdorferi, p41). Bei verschiedenen Infektionen durch solche Mimicry-Bakterien und -Parasiten wurde gezeigt, daß diese Hsp wesentliche immunodominante Antigene sind, d.h. ein wesentlicher Teil der Immunantwort ist gegen genau diese (Bakterien- oder Parasiten-) Hsp (als Antigene) gerichtet.

Daher wird die Hypothese vertreten, daß die aus ihrem Selektionsprozeß hervorkommenden T-Zellen nicht ausreichend zwischen Eigen-Hsp und Fremd-Hsp unterscheiden können (nicht ausreichend "selbst-tolerant" sind (Kuby, Kapitel 12, S. 289). Das würde eine Autoimmun-Komponente bei diesen Infektionen zur Folge haben (d.h. der infizierte Körper richtet die Abwehr auch gegen sich selbst) (Kuby, Kapitel 20, S. 497).

Weitere Beispiele aus der Borreliose-spezifischen Literatur:

  • Alaedini A, Latov N., Antibodies against OspA epitopes of Borrelia burgdorferi cross-react with neural tissue. J Neuroimmunol. 2005 Feb;159(1-2):192-5. Epub 2004 Nov 26.
  • Weigelt W. et al. Sequence homology between spirochete flagellin and human myelin basic protein. [Letter], Immunology Today, July 1992;13(7):279-80.
  • Dai ZZ, Lackland D, Stein S et al. Molecular mimicry in Lyme disease: Monoclonal antibody H9724 to Borrelia burgdorferi flagellin specificity detects chaperonin-HSP60. Biochim Biophys Acta, 1993;1181:97-100.
Von aktivierten T-Zellen erzeugt das Immunsystem sog. Memory-T-Zellen.
  • Man nimmt allgemein an, daß solche Speicher-Zellen langlebige Antigen-aktivierte T-Zellen sind, die bei einer Wiederholung der Infektion mit höherer Reaktivität (dem sog. "secondary response") auf dasselbe Antigen wirken.
  • Neuere Ergebnisse legen aber nahe, daß einige Memory-T-Zellen relativ kurzlebige Zellen sein könnten, deren Bestand in der T-Zellenpopulation durch eine fortdauernde Anwesenheit des Antigens erhalten wird (Kuby, Kapitel 12, S. 305).
Über ein diesbezügliches Borreliose-spezifisches Forschungsprojekt unter der Leitung von Adriana Marques wurde am 29.11.1999 in den News des amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases berichtet:

Man will systematisch untersuchen, wie groß das Spektrum (auch "Profil" genannt) der Peptide ist, das T-Zellen, z.B. aus dem Liquor eines chronisch an Neuroborreliose Erkrankten, richtig oder falsch als "fremd" erkennen. Ein Zwischenergebnis: Die T-Zellen antworteten am stärksten auf B. burgdorferi Peptide (Proteine mit wenigen Aminosäuren), richteten sich aber auch gegen eine Reihe anderer Peptide, u.a. menschliche Autoantigene, die bei chronischer Borreliose möglicherweise von Bedeutung sind.

Weitere Literatur

  • Martin R, Gran B, Zhao Y, Markovic-Plese S, Bielekova B, Marques A, Sung MH, Hemmer B, Simon R, McFarland HF, Pinilla C, Molecular mimicry and antigen-specific T cell responses in multiple sclerosis and chronic CNS Lyme disease. J Autoimmun 2001 May;16(3):187-92 (related articles)
  • Hemmer B, Gran B, Zhao Y, Marques A, Pascal J, Tzou A, Kondo T, Cortese I, Bielekova B, Straus SE, McFarland HF, Houghten R, Simon R, Pinilla C, Martin R.Identification of candidate T-cell epitopes and molecular mimics in chronic Lyme disease, Nat Med 1999 Dec;5(12):1375-82.
  • Klempner MS, Huber BT, Is it thee or me - autoimmunity in Lyme disease, Nature Medicine 5, 1346 - 1346-1347 (1999).
  • Ähnliche Oberflächen von Antigenen und nicht Sequenz-Homologie (S.-Gleichheit) diktieren molekulare Mimicry über T-Zellen-Epitope (T-Zellen-Aufsätze).
  • Siehe auch Wirt-Pathogen-Wechselwirkung.
  • Molekulare Mimicry - Einige Gedanken und Anregungen für eine Medline-Suche
  • Molecular mimicry as a possible mechanism of disease in chronic Lyme disease is being revealed more and more. Recent studies demonstrate significant homologies between Borrelia components and thyroid system or cardiac muscle host tissues at the molecular level. Thus an auto-immune attack may occur by mistake and contribute to disease pathology or even be a mechanism adapted by parasites to downregulate needed host defenses.

    In general these studies do not address the persistence of Borrelia as a persistent stimulus to host autoimmune dysfunctions. Clinicians treating chronic Lyme with chronic antibiotics often find that initial autoimmune markers found associated with Lyme Disease patients decrease in titer and then disappear along with the clinical evidence of persistent illness. This is found, for example, in positive ANA titers, positive Rheumatoid factor levels, positive anti thyroglobulin levels, positive anti cardiolipin levels etc.

    This is so common that if a battery inclusive of a wide range of "auto antibodies" were done on every chronic Lyme Disease patient, then a heterogeneous but everpresent display of molecular mimicry would be expected.

    The decrease and then disappearance of these markers with antibiotic treatment is evidence that the continued immune dysfunction of self attack is dependent not only on continued near homologies with the germs but also with the continued presence of the microbes- even though the germ load at later stages of treatment may be more at a smoldering infection of little fires in niche tissue sites ie similar to persistent vaccination.

    Our immune system has evolved so advanced in recognizing self from dangers of pathogens that it may not be likely that the switch is turned on so absolutely by pathogen mimicry that is not absolute.

    Can patented pharmaceuticals be so discrete as to target the immune mimicry switches without impairing essential other host immune messages and messengers? Or would it be better to follow the path of microbe eradication and downregulation of host immune dysfunction as a natural course? (from Endocrine Reviews 1993 on chronic infections and chronic endocrine dysfunctions of an autoimmune type)

    Molekulare Mimicry als ein möglicher Krankheitsmechanismus bei chronischer Borreliose wird mehr und mehr aufgedeckt. Jüngste Studien zeigen bedeutsame Ähnlichkeiten (sog. Homologien) zwischen Borrelien-Komponenten und Schilddrüsensystem- oder Herzmuskel-Wirtsgewebe auf der molekularen Ebene. Daher kann ein Autoimmunangriff als Fehler auftreten und zum Krankheitsverlauf beitragen oder sogar ein Mechanismus sein, den Parasiten anpassen, um notwendige Wirtsabwehr herunterzuschrauben ("herabzuregeln").

    Allgemein sprechen diese Studien das Überleben von Borrelien nicht an, den nicht abklingenden (persistenten) Auslöser (Stimulus) der Wirts-Fehlfunktionen. Kliniker, die chronische Borreliose mit chronischen Antibiotika behandeln, finden oft, daß anfänglich gefundene Autoimmun-Marker in Borreliose-Patienten im Titer abklingen und dann zusammen mit der klinischen Erscheinung der chronischen Erkrankung verschwinden. Man findet das z.B. in positiven ANA-Titern, positiven Rheuma-Faktor-Niveaus, positiven anti-Thyroglobulin-Niveaus, positiven Anti-Cardiolipin-Niveaus usw.

    Dies ist so weit verbreitet, daß, wenn bei jedem Borreliosekranken ein Spektrum von "Auto-Antikörpern" gemessen würde, eine heterogene, aber allgegenwärtige Darbietung von molekularer Mimicry erwartet würde.

    Die Abnahme und dann das Verschwinden dieser Marker mit antibiotischer Behandlung ist Beweis dafür, daß fortgesetzte Immunfehlfunktion von Selbst-Angriff abhängt, nicht nur von fortgesetzten Fast-Homologien mit den Keimen, sondern auch mit der fortdauernden Anwesenheit von Mikroben - obwohl die Keimzahl in späteren Stadien der Behandlung vielleicht ähnlicher einer glimmenden Infektion in Form kleiner Feuer in Nischengewebe-Kompartments, also ähnlich einer dauerhaften Impfung, ist.

    Unser Immunsystem hat sich so fortgeschritten entwickelt beim Unterscheiden von Selbst und Gefahren durch Krankheitsträgern, daß es nicht wahrscheinlich sein könnte, daß der Schalter so absolut durch Erreger-Mimicry angedreht wird.

    Können patentierte Pharmazeutika so genau auf die Immun-Mimicry-Schalter gezielt wirken, ohne unabdingbare andere Immunmeldungen und -Melder des Wirts zu beeinträächtigen? Oder wäre es besser, als natürliche Vorgehensweise den Weg der Erreger-Beseitigung zu gehen und der Herabregulierung der Immun-Fehlfunktionen im Wirt? (zusammengestellt aus: Endocrine Reviews 1993 über chronische Infektionen und chronische endokrine Fehlfunktionen vom Autoimmun-Typus)

Horner's Syndrom (okulo-pupilläres Syndrom) = Absenkung des Augenlids, Verengung der Pupille und Zurücksinken des Augapfels (Ptosis, Miosis und Enophthalmus) infolge einer Lähmung der vom Sympatikus innervierten Muskeln des Augapfels.

Hydroxychloroquin = Anti-Malaria-Medikament, das zuweilen bei Lyme eingesetzt wird.
Wir finden die möglichen dosisabhängigen Retinaschädigungen und irreversiblen Hörschäden der Bedenken wert. Retinaschäden verschlimmerten sich auch nach Absetzen von Chloroquin weiter:
Medline Suche nach

Hilfreich sind auch dieselben Suchbegriffe in Verbindung mit chloroquine statt hydroxychloroquine.

hyper (griechisch) = über, in der Medizin auch im Sinne von mehr (als normal) gebraucht.

Hypästhesie = verminderte Reizempfindlichkeit.

Hyperkinese = übermäßige Bewegungsaktivität.

Hyperglykämie = krankheitsbedingte Erhöhung des Blutzuckers.

Hyperreflexie = gesteigerte Reflexerregbarkeit, z.B. bei Spastizität, Rigidität.

Hypersomnie = sehr starkes Schlafbedürfnis, z.B. bei Vergiftungszuständen.

Hypersomnolenz = sehr starke Benommenheit mit nicht normaler Schläfrigkeit, leichtere Form der Bewußtseinstrübung (mit Erweckbarkeit und meist nicht vollständiger Erkenntnislücke).

hypo (griechisch) = unter, unter ... gelegen, in der Medizin auch im Sinne von weniger (als normal) gebraucht.

Hypoglykämie = Absinken des Blutzuckers unter Normalwerte (unter ca. 400 mg/Liter).

Hypothalamus = der Teil des Zwischenhirns, der unterhalb des Thalamus (Sammelstelle für die Sinnessysteme außer Geruchssinn) bzw. Sulcus hypothalamicus liegt. Zentrales Steuerungsorgan der vegetativen Funktionen, also von Hunger, Durst, Körpertemperatur, Kreislauf, Sexualität und Schlaf.

Hypothyroidismus = Schilddrüsenunterfunktion.

Imipenem = beta-Lactam-Antibiotikum, unterbindet den Bakterienzellwand-Aufbau (daher potentiell bakterizid), nur geringe Konzentration im Liquor erreichbar (in Kojda, S. 766, aber dort nicht mit Literatur belegt), kann Krampfanfälle erzeugen. Um diesen vorzubeugen, nimmt man es oft mit Diazepan (Benzodiazepin, einem Beruhigungsmittel), ein.

  • positiv: sehr widerstandsfähig gegen Hydrolyse durch die meisten beta-Lactamasen (Kap. 45, "Imipenem: Antimicrobial Activity" in Goodman & Gilman's).
  • negativ (auf S. 629 in Forth et al. ohne Angabe von Quellen): besondere Gefahr des Überwucherns von resistenten Mutanten in der Körperflora des Patienten (nach Rosin folgt das direkt aus dem Selektrionsdruck, den die Potenz des Imipenems auf die Organismen ausübt). Auch besondere Gefahr des Überwuchern durch Hefen.

Immunelektronenmikroskopie = Elektronenmikroskopie von biologischen Objekten, z.B. B. burgdorferi, an die spezifische Antikörper angelagert wurden. Die so entstandenen Komplexe, also in unserem Beispiel die Antiköper:B.burgdorferi-Komplexe, werden unter dem Elektronenmikroskop auf Grund ihrer Form erkannt. Mit dieser Diagnosemethode hat Dagmar Hulinska im Prager Nationalen Gesundheitsamt (National Institute of Public Health GEM-ELM, Srobarova 48, 10042 Praha 10, Tschechische Republik) erstaunliche Resultate erzielt, z.B. daß nur etwa die Hälfte von 19 Borreliosekranken das typische klinische Borreliose-Erscheinungsbild zeigen.

Immunglobuline (Ig) = als Antikörper der spezifischen körpereigenen Abwehr dienende Plasmaproteine. Man unterscheidet die Ig-Typen durch angehängte Großbuchstaben A, G, M, .... Bei Borreliose bildet der Körper IgM und dann IgG. Immunglobuline sind für jedes Antigen spezifisch, es gibt also z.B. für Borrelien spezifische IgM, IgG.

  • siehe auch Westernblot bei Borreliose.
  • IgM bei Borreliose:
    • Center for Disease Control (CDC): Wenn IgM innerhalb von 30 Tagen nach einem dokumentierten Zeckenstich auftritt. ist dies ein Beweis für eine aktive Borreliose.
    • Nach Meinung von Fachleuten gibt es ausreichend Belege dafür, daß das Auftreten von IgM auch außerhalb dieses Zeitraums eine aktive Infektion anzeigt. (siehe auch Wertung der Veränderung des Testergebnisses innerhalb der ersten 2 Wochen nach dem Zeckenstich)
  • IgG-Seroprevalenz variiert in Schweden zwischen 2% und 26% (in 5-jährigen Kindern (Test: ELISA): 3%)
    Quelle: Skogman BH, Ekerfelt C, Ludvigsson J, Forsberg P, "Seroprevalence of Borrelia IgG antibodies among young Swedish children in relation to reported tick bites, symptoms and previous treatment for Lyme borreliosis: a population-based survey." Arch Dis Child. 2010 Aug 10.
    The seroprevalence of Borrelia IgG antibodies was 3.2% (64/2000). Of these seropositive children
    • 66% had noted previous tick bite,
    • 94% had not previously been treated for LB,
    • very few report previous symptoms.
    In addition, another 55 children reported a history of LB but were negative to Borrelia IgG antibodies in serum.
    • Many of these seronegative children had received treatment for erythema migrans (n=24), which is a clinical diagnosis.

  • IgeneX Inc., zeitliche Entwicklung von IgM und IgG bei Borreliose, entnommen aus Which Test to Perform? (Cache für den Fall, daß IgeneX die Linkadressen geändert haben sollte.).

    zeitliche Entwicklung von IgM und IgG bei Borreliose
    Figure 11a. Time course of development of antibodies and appearance of antigen (entnommen aus IgeneX-Papier: "Which Test to Perform?")

    IGeneX, Inc.
    797 San Antonio Rd.,
    Palo Alto, CA 94303 USA
    Tel. 650.424.1191 / 800.832.3200
    Fax. 650.424.1196

  • D. Hassler, Klinik und Therapie der Lyme-Borreliose (im Cache), Serologische und mikrobiologische Diagnostik (mit Find-Funktion im Browserfenster nach "immunologische Auseinandersetzung" suchen).

  • A. Vaz et al. "Cellular and Humoral Immune Responses to Borrelia burgdorferi Antigens in Patients with Culture-Positive Early Lyme Disease (im Cache), Infect Immun. 2001 Dec;69(12):7437-44.

    clinical characterisitics of 39 culture-positive patients with EM
    Table 1: Clinical characterisitics of 39 culture-positive patients with EM

    "The 39 culture-positive patients with EM had a median age of 50 years, and they consisted of nearly equal numbers of men and women. About one-quarter of the patients remembered a tick bite at the site where an expanding erythema was noted a median of 9 days later. The study physicians evaluated the patients a median of 4 days (range, 1 to 21 days) after the onset of EM. On examination, the skin lesions were a median of 10 cm in diameter, and 8 patients (21%) had secondary annular skin lesions. Associated symptoms included malaise and fatigue, fever and chills, headache and neck stiffness, and arthralgias. Most of the patients were treated with doxycycline, 100 mg twice a day, but a few patients received amoxicillin, 500 mg three times a day, or cefuroxime axetil, 500 mg twice a dayin each instance for 21 to 30 days. All of the patients had the resolution of EM and associated symptoms within a median duration of 6 days after the start of antibiotic therapy."

    "... we postulate the following series of events (Anm. J. Gruber: siehe J. Kuby, lymphocyte activation, acute inflammatory response):

    • Immune cells first encounter B. burgdorferi in the skin at the site of the tick bite.
    • EM lesions have mild-to-marked perivascular infiltrates of T cells and macrophages and, sometimes, small numbers of plasma cells (23).
    • As a part of the innate immune response, spirochetal lipoproteins bind the CD14 molecule and toll-like receptor 2 on macrophages in EM lesions, which leads to the production of proinflammatory cytokines (16).
    • To initiate an adaptive immune response, antigen presenting cells, including macrophages and dendritic cells, engulf spirochetes (13) and migrate via afferent lymphatics to peripheral lymph nodes where they present processed spirochetal peptides to T cells.
    • Some spirochetes in EM lesions may express small amounts of OspA, and the presentation of small amounts of processed OspA peptides in regional lymph nodes may be enough to trigger a T-cell response. A single major histocompatibility peptide complex can trigger serially up to 200 T-cell receptors (31), and optimal T-cell stimulation may be achieved by interaction with as few as 1,500 T-cell receptors as long as costimulatory molecules are also engaged (31, (32).
    • Borrelia-specific B cells are activated by intact B. burgdorferi antigens, which cross-link surface immunoglobulin, usually in the presence of T-cell help. In contrast with the small amounts of peptides required to activate T cells, the amount of antigen required for activation of an individual B cell is variable and depends on B-cell receptor affinity (2). Therefore, in most cases, the amounts of intact OspA draining to lymph nodes must be insufficient to cross-link immunoglobulin on the surface of B cells, and therefore, B cells are not activated."

    2. Batista, F. D., and M. S. Neuberger. 1998. Affinity dependence of the B cell response to antigen: a threshold, a ceiling, and the importance of off-rate. Immunity 8:751759.

    13. Filgueira, L., F. O. Nestle, M. Rittig, H. I. Joller, and P. Groscurth. 1996. Human dendritic cells process and phagocytose Borrelia burgdorferi. J. Immunol. 157:29983005.

    16. Hirschfeld, M., C. J. Kirschning, R. Schwandner, H. Wesche, J. H. Weis, R. M. Wooten, and J. J. Weis. 1999. Inflammatory signaling by Borrelia burgdorferi lipoproteins is mediated by toll-like receptor 2. J. Immunol. 163:23822386.

    23. Mullegger, R. R., G. McHugh, R. Ruthazer, B. Binder, H. Kerl, and A. C. Steere. 2000. Differential expression of cytokine mRNA in skin specimens from patients with erythema migrans or acrodermatitis chronica atrophicans. J. Investig. Dermatol. 115:11151123.

    31. Valitutti, S., S. Muller, M. Cella, E. Padovan, and A. Lanzavecchia. 1995. Serial triggering of many T-cell receptors by a few peptide-MHC complexes. Nature 375:148151.

    32. Viola, A., and A. Lanzavecchia. 1996. T cell activation determined by T cell receptor number and tunable thresholds. Science 273:104106.

Immunkompetente Zellen = Zellen des Immunsystems, die auf ein bestimmtes Antigen spezifisch reagieren: B-Lymphozyten (erzeugen Antikörper) und T-Lymphozyten (verantwortlich für die Abwehr innerhalb von Zellen).

Immunkomplex = feste Verbindung eines Immunglobulins (Ig, bei Borreliose IgM, IgG) mit einem weiteren Molekül.

Wirkung auf die Entwicklung der Krankheit

J. Kuby gibt in Kapitel 19 (Seiten 473, 474), "Immunology", 3rd edition, eine grobe Übersicht des Einflußes vom Immunkomplexen bei Borreliose:

  • Antikörper (41 kD-Bande im Westernblot) gegen Antigene auf den Flagellae von B. burgdorferi werden oft frühzeitig nach der Infektion gefunden. Diese Antikörper scheinen keine Schutzwirkung zu haben, sondern im Gegenteil sogar zur Krankheitsentstehung beitzutragen.
  • Man glaubt, daß Immunkomplexe, also spezifische Verbindungen zwischen Bb-Protein und Antikörper, zu einer Typ III Überempfindlichkeitsreaktion führen (Mechanismen der Entzündung und Immunantwort, und Komponenten der Immunantwort).
    • Sie können das Komplement-System (Kapitel 14 von J. Kuby, "Immunology") aktivieren und erzeugen dabei über Zellauflösung Schäden in Gelenken und Gefäßsystem.
    • Andererseits führen Spaltprodukte von Komplementsystem-Komponenten, z.B. C3a, C5a (a steht für aktives Spaltprodukt), zur Chemotaxis und anschließender Aktivierung von Neutrophilen, woraufhin die von den Neutrophilen abgegebenen Enzyme Gewebeschäden anrichten können.
  • Insbesondere führt die Ablagerung von Komplexen
    • nahe der Einstichstelle zum Erythema chronicum migrans (ECM),
    • in den Gelenken -so nimmt man an- zu einer Entzündung, die arthritische Symptome hervorruft,
    • im Gefäßsystem und entlang der Hirnhaut zu neurologischen Symptomen.

Wirkung auf die Labordiagnostik

Wegen seines gegenüber dem freien Ig veränderten chemischen und physikalischen Verhaltens kann sich der Immunkomplex der Entdeckung (durch ELISA, Western Blot etc., mutmaßlich auch durch das körpereigene Immunsystem) entziehen. Obwohl

  • das Auftrennen von Komplexen vor dem quantitativen Nachweis wissenschaftlicher Standard in z.B. den Geowissenschaften und der Wasserchemie ist, weil ohne sie die Analysenergebnisse tatsächlich unbrauchbar sind,
  • ähnliches seit 1990 auch im Fall der Lyme-Diagnostik bekannt ist (Coyle PK, Schutzer SE, Belman AL, Krupp LB, Golightly MG, Cerebrospinal fluid immune complexes in patients exposed to Borrelia burgdorferi: detection of Borrelia-specific and -nonspecific complexes. Ann Neurol 1990 Dec;28(6):739-44), z.B.
    • an Hautproben mit ECM gezeigt wurde, daß infolge dieser Vernachlässigung etwa die Hälfte der Bb-Infektionen übersehen werden (Schutzer SE et al. 1994, Early and specific antibody response to OspA in Lyme Disease, Clin Invest 1994 Jul;94(1):454-7),
    • weitere Beispiele findet man durch eine Medline-Suche nach "immune complex* AND Lyme", und
  • eine Auftrennung der Immunkomplexe seit 1990 technisch möglich ist (allerdings unter Patentschutz von S.E. Schutzer steht),
trennen die gebräuchlichen medizinischen diagnostischen Tests bis heute (Stand: Februar 2000) Immunkomplexe nicht auf (Brunner M, Stein S, Mitchell PD, Sigal LH, 1998). Die on-line-Version der Deutschen Ärztezeitung bezeichnete am 30.11.1999 das 1990 veröffentlichte Schutzer'sche Verfahren als neu (altes Link auf dem Webserver der Ärztezeitung unbekannt verändert. Eine site-spezifische Suche nach "Schutzer" oder "Coyle", den Wissenschaftlern, welche die Komplexauftrennung in die Borreliosediagnostik einführten, oder nach "Borreliose" und "Immunkomplex" oder "Auftrennen" ergab dort keine Treffer.)

Die andere Möglichkeit, der Nachweis des Immunkomplexes in der ELISA, wird auch oft nicht gewählt (siehe Verbesserung der ELISA).

Immunologie: Überblick.

Immunsystem
"The immune system is divided into

  • a more primitive innate immune system, and
  • acquired or adaptive immune system of vertebrates,
each of which contains humoral and cellular components."

zum Vergrößern auf Bild klicken.
  • "Humoral immunity refers to antibody production and the accessory processes that accompany it." (Quelle)
  • "Cell-mediated immunity is an immune response that does not involve antibodies but rather involves
    • the activation of phagocytes,
    • the activation of antigen-specific cytotoxic T-lymphocytes,
    • and the release of various cytokines in response to an antigen. " (Quelle)

Literatur:


Weitere einführende Literatur

IFT = Immuno- Fluoreszenz- Test, im Englischen: IFA, Nachweismethode für Antigene in Zellen und Geweben: (a) über mit Fluorchrom markierte Antikörper, die direkt an das Antigen binden, oder (b) mit einem Zwischenschritt über einen nichtmarkierten spezifischen Antikörper, der sich an das Antigen bindet und dann selbst als Anlagerungort für eine fluorchromierte Verbindung wirkt. Die fluorchromierten Moleküle werden unter dem Mikroskop gesucht. (siehe auch Kuby, Kapitel 6, S. 159.

Immun-Respons-Interval = Zeit mit höherer Immunsystem-Aktivität. In dieser Zeit treten die Borreliose-Symptome nach M.S. Barkley, meist gehäuft und stärker auf (Marylynn S. Barkley, Ph.D., M.D., Associate Professor, Neurobiology, Physiology, and Behavior (NPB), The University of California at Davis, Davis, CA 95616, USA, 211 Briggs Hall).

Impfung gegen Lyme-Borreliose ist noch in der Entwicklung.

Humoral immunity has been shown to play a role in protection and this has spurred efforts towards developing a Lyme disease vaccine. A number of protective immunogens have been characterised to date, but due to the heterogeneity of Lyme disease Borreliae, no single molecule has proven to be completely effective as a vaccinogen. This review
  1. will describe the immunogens that have been used to protect against B. burgdorferi infection, with a focus on the inherent challenges involved with providing successful immunity to B. burgdorferi. In addition,
  2. the promising aspects and the limitations of each protective immunogen will be discussed.
Exner, M, Successful vaccination for Lyme disease: a novel mechanism? Expert Opin Biol Ther 2001 Sep;1(5):783-93.

Induktor = Stoff, der die Produktion eines anderen Stoffes in uns anregt: Beispiel: Ein Cephalosporin der 2. oder 3. Generation ist ein Induktor für Typ I beta-Lactamase-Produktion durch Borrelia burgdorferi (Goodman & Gilman's, Kap. 45, "Mechanisms of Bacterial Resistance to the Cefalosporins").

beta-Lactamase-Induktion von

  • chromosomal kodierten beta-Lactamasen (sog. Typ I). Sie können auf einem Transposon kodiert vorliegen, das die beta-Lactamase-Produktion auf andere Bakterien übertragen kann, die zuvor nicht beta-lactam-aktiv waren.
    • Wildtyp-Stämme, d.h. solche mit vermehrter beta-Lactamase-Bildung, werden unter der Wirkung des Antibiotikums bevorzugt. Die Entwicklung dieser Stämme ist reversibel, d.h. die Stämme verschwinden wieder nach Absetzen des induzierenden (anregenden) Antibiotikums.
    • Mutanten. Durch spontane, d.h. nicht durch äußere Einflüße herbeigeführte, Mutation entstehen neue Stämme. Sie sind evtl. schon vorher im Wirt vorhanden und werden genau wie die Wildtyp-Stämme durch den vom Antibiotikum ausgehenden Selektionsdruck bevorzugt.
  • Plasmid-kodierte (oder auch als "Plasmid-vermittelt" bezeichnete) beta-Lactamasen, z.B. TEM-1, TEM-2, SHV-1, SHV-7 und deren Mutanten (die "extended spectrum beta-lactamases", ESBL). Diese Art der beta-Lactasmase-Produktion kann auf andere Bakterien übergehen, die vorher nicht beta-lactam-aktiv waren.
Infusion = intravenöse (= in die Venen) oder -arterielle (= in die Arterien), seltener rektale (= in den After), subkutane (= unter die Haut) oder intraossolare (z.B. Sternum, Os (lateinisch) = Knochen) Zufuhr größerer Flüssigkeitsmengen, meist tropfenweise. Für eine Dauerinfusion, d.h. den ganzen Tag über ablaufende Infusion, ist kein Krankenhausaufenthalt nötig. Es gibt eine unauffällige, elektronisch gesteuerte Pumpe (Infusionspumpe, engl. infusion pump, Abbildung z.B. hier), die man am Körper trägt, und die an einen gewöhnlichen (Infusions)Katheter angeschlossen ist.

Inokulation = Einbringen oder Übertragen eines Erregers oder von Zellmaterial, dem sog. "Inokulum", gleichbedeutend mit (Be-)Impfung.

Insuffizienz der ... = unzureichende Funktion von ....

Interstitium = Körperzwischenraum zwischen Organen oder Geweben.

intra (lateinisch)= innerhalb, in ... hinein.

Intrakompartment-Antikörper-Synthese, auf Englisch

Ein (hinreichender, nicht notwendiger) Nachweis einer aktiven Infektion mit Borrelien besteht darin, zwei (normierte) ELISA-Ergebnisse miteinander zu vergleichen:
  1. das eine ist mit Liquor (oder Gelenkflüssigkeit) bestimmt worden,
  2. das andere mit Serum.
Jedes dieser beiden Ergebnisse ist normiert in dem Sinne, daß es eine Verhältniszahl ist aus dem ELISA-Wert für IgG im Zähler und dem Wert für alle Immunglobuline zusammengenommen (die totale Immunglobulin-Konzentration darstellend) im Nenner.
Das Liquor-Serum-Verhältnis ist der Quotient aus diesen beiden normierten ELISA-Ergebnissen. Der Labornachweis für B. burgdorferi-spezifische Antikörper-Erzeugung im Liquor gilt als erbracht, wenn dieser Quotient (Liquor/Serum-Quotient, Liquor/Serum-Verhältnis, csf/serum-ratio) größer als 1 ist:
 

wobei

IgG(Bb) = B.burgdorferi-spezifische Immunglobulin G-Konzentration,

Igtotal = gesamte Immunglobulin-Konzentration,

(...)Liquor = Wert der Klammer im Liquor,

(...)Serum = Wert der Klammer im Serum.

i.m. = intramuskulär, d.h. in einen Muskel.

intrathekal = innerhalb der harten Rückemarkshaut, d.h. im bzw. in den Duralsack (= intradural, im Liquorraum). Intrathekale Antikörper-Produktion (oder -Synthese) ist eine hinreichende, aber nicht notwendige Bedingung für Neuroborreliose, d.h. man hat Neuroborreliose, wenn man im Liquorraum B. burgdorferi Antikörper produziert, aber Neuroborreliose ist nicht unbedingt mit intrathekaler Antikörperproduktion verbunden):

IR = invariable Region, eine immunodominante konservierte Region des VlsE (variable-major-protein (Vmp)-like sequence expressed), des Antigen-Variations-Proteins von Borrelia burgdorferi.
Weitere Informationen

Ischämie = durch Verengung oder sogar Verschluß der Arterien herbeigeführte Störung der Blutversorgung. Bei einem Gefäßkrampf spricht man vom Raynaud-Phänomen.

Isoenzyme (griechisch isos - dergleiche) = Enzyme, die formal die gleiche biochemische Reaktion ermöglichen, also den gleichen Namen tragen, sich jedoch in ihrer Eiweißstruktur unterscheiden. Sie sind mit bio- oder immunchemischen Methoden voneinander trennbar.

i.v. = intravenös, d.h. in eine Vene.

in vitro (lateinisch) = im (Reagenz-)Glas, d.h. im Versuch außerhalb des Organismus.

in vivo (lateinisch) = im lebendigen (Organismus).

Jarisch-Herxheimer-Reaktion (J-H-R) = heftige Abwehrreaktion des Immunsystems gegen die von Bakterien abgegebenen Zellwand-Bestandteile (Endotoxine), insbesondere

  • bei gram-negativen Bakterien: Lipopolysaccharide (LPS), Outer Surface (Lipo-) Proteine (Osp),
  • bei gram-positiven Bakterien: Peptidoglycane und Teichoinsäure.

Weiterführende Informationen:

  • Notwendigkeit der Behandlungsfortsetzung bei J-H-R.
  • Literatursuche nach Herxheimer-Reaktion mit Medline
  • Suche auf Lymenet.de nach Herxheimer-Reaktion
  • "Während bei Syphilis oder Pinta, wo die Zahl der Organismen relativ klein ist, der plötzliche Zerfall der Treponemae in der Regel keine ernsten Störungen hervorruft und nur eine kurze Verschlimmerung der Hautsymptome mit vorübergehendem Fieber bewirkt, stellt die Jarisch-Herxheimer-Reaktion eine ernsthafte Komplikation der Behandlung der Borreliose mit Antibiotika (arsenicals) dar.
    Der Grund ist, daß große Zahlen von Borrelien zugleich und plötzlich zerfallen. Ursprünglich hielt man freigesetztes Toxin (Endotoxin) für verantwortlich. Parry et al. (1967) und Schofield et al. (1968) zeigten, daß die Jarisch-Herxheimer-Reaktion bei Rückfallfieber (Relapsing Fever) nach Tetracyclin-Anwendung mit Atmungs- und blutdynamischen Veränderungen verbunden ist, die sich von denen durch Endotoxine verursachten unterscheiden

    The oxygen intake is increased. Arterial  blood bicarbonate decreases as a result of impaired pulmonary gas exchange. Blood lactic acid is increased. The cardiac output remains high, indicating hypotension resulting from low systemic vascular resistance, at the same time pulmonary arterial pressure is increased. The administration of pure oxygen does not alter the changes in ventilation and circulation but favorably influences lactic acidosis. This may be a sign of tissue hypoxia. The lack of a favorable effect of hydrocortisone that acts as a stabilizer is also of interest. During recovery from the reaction, the mean pressure in the brachial artery remains low but cardiac output is still increased.

    Die Untersuchung der Jarisch-Herxheimer-Reaktion bei Rückfallfieber entdeckt uns somit neue Konzepte dieses Syndroms .... "

    aus: Oscar Felsenfeld, MSc, MD, "Jarisch-Herxheimer Reaction" in: Borrelia: Strains, Vectors, Human and Animal Borreliosis, Warren Green, Inc, St. Louis, Missouri, 1971, reprinted in Journal of Spirochetal and Tick-borne Diseases, Spring 1999, Volume 6, Number 1

    Literatur:
    Bryceson AD, Cooper KE, Warrell DA, Perine PL, Parry EH, Studies of the mechanism of the Jarisch-Herxheimer reaction in louse-borne relapsing fever: evidence for the presence of circulating Borrelia endotoxin. Clin Sci. 1972 Sep;43(3):343-54.
    Parry EH, Bryceson AD, Leithead CS, Acute hemodynamic changes during treatment of louse-borne relapsing fever. Lancet. 1967 Jan 14;1(7481):81-3.
    Schofield TP, Talbot JM, Bryceson AD, Parry EH, Leucopenia and fever in the "Jarisch-Herxheimer" reaction of louse-borne relapsing fever. Lancet. 1968 Jan 13;1(7533):58-62.

    Weitere Literatur kan man mit einer Medlne -Suche nach den Stichworten "Parry tetracycline relapsing" finden.

Journal of Spirochetal and Tick-borne Diseases, JSTD-Home-Page, Das JSTD wird in allen medizinischen Bibliotheken in den USA und in allen staatlichen/lokalen Gesundheitsämtern in den USA und Kanada geführt. Adresse: Lyme Disease Foundation, 1 Financial Plaza, Hartford CT 06103, Tel. +1 860-525-2000, fax: 860-525-8425, email: Lymefnd@aol.com

Kardiomyopathie = Erkrankung des Herzmuskels.

Karditis = Herzentzündung. Herzprobleme: 1, 2.

Karpaltunnelsyndrom = eine Neuropathie des Nervus medianus, im Medianusbereich der Hand- mit brennenden Schmerzen (die bis in die Schulter ausstrahlen können, vor allem bei Rückbiegen der Hand), mit Unter- und Fehlempfindungen, Kältegefühl, später auch mit Muskelatrophie des Daumenballens.

kD = Kilodalton = 1000 Dalton, Einheit für das Molekular- oder Atomgewicht (Atomgewicht von C ist 12 Dalton).

Kinase = Enzym, das von Nukleotidtriphosphaten den Phosphatrest auf Substrate überträgt.

klinisches Bild = Charakteristika (Symptome, Verlauf etc.) einer Krankheit.
Diagnose auf Lyme über die klinischen Symptome ist praktisch eine Ausschlußdiagose: Wenn nichts anderes in Frage kommt, tippt man auf Lyme.

Aber: In einer bedeutsamen Arbeit stellt die Mikrobiologin D. Hulinska fest, daß von den 18 mit immun-elektronenmikroskopischen Methoden diagnostizierten Borreliosekranken nur die Hälfte typische klinische Borreliose-Symptome hatte:
Honegr K, Hulinska D, et al. Persistence of Borrelia burgdorferi sensu lato in patients with Lyme borreliosis, Epidemiol Mikrobiol Imunol. 2001 Feb;50(1):10-6. (Medline Abstract).

Klon = Kopie eines Organismus.

kognitiv = die Wahrnehmung, das Denken betreffend.

Kojda, Georg, "Pharmakologie/Toxikologie systematisch", UNI-MED Verlag AG, Bremen (1997).

Komplementsystem = ein wesentlicher Teil des Immunsystems. Nach seiner Aktivierung entstehen in einer stark kontrollierten enzymatischen Kaskade Komplement-Komponenten C1 - C4, deren Wechselwirkung zur Bildung von Reaktionsprodukten führt, die die Entzündung und Antigen-Beseitigung bewirken.

Kuby, Immunology
Chapter 14: The Complement System

"The complement system, the major effector of the humoral branch of the immune system, consists of nearly 30 serum and membrane proteins. Following initial activation, the various complement components interact, in a highly regulated enzymatic cascade, to generate reaction products that facilitate antigen clearance and generation of an inflammatory response. There are two pathways of complement activation:

  1. the classical pathway (components C1, C2, C3, C4)
  2. the alternate pathway (component C3, Factor B, Factor D, Properdin)
The two pathways share a common terminal reaction sequence that generates a macromolecular membrane-attack complex (MAC), which lyses a variety of cells, bacteria, and viruses.

The complement reaction products amplify the initial antigen-antibody reaction and convert that reaction into a more effective defense mechanism. A variety of small, diffusible reation products that are released during complement activation induce localized vasodilatation and attract phagocytic cells chemotactically, leading to an inflammatory reaction. As antigen becomes coated with complement reaction products, it is more readily phagocytosed by phagocytic cells that bear receptors for these complement products. In addition, some of the complement products have been shown to play a role in the activation of B lymphocytes. Finally, the terminal components of the complement system generate the membrane-attack complex.

Chapter 14 describes the similarities and differences in the two pahtways, the regulation of the complement system, the effector functions of various complement components, and the consequences of ereditary deficiencies in some components."

Siehe auch

Kolitis = akute Schleimhautentzündung des Dickdarms.

Kortison wird zur Behandlung endzündlich-allergischer Zustände eingesetzt, es setzt die Immunreaktion des Körpers herab. Oft bei endzündlichen Vorgängen eingesetztes Präparat, das die Heilungschancen der Borreliose verringert (siehe auch John Drulle Antibiotika und Steroide).

Kortikosteroide = starke entzündungshemmende Mittel.

  • Sie gelangen in den Zellkern und wirken von dort steuernd auf eine reduzierte T-Zell-Aktivierung und Zytokin-Erzeugung hin.
  • In Gegenwart von Kortikosteroiden ist die Darstellung (Expression) von Klasse-II MHC's und die IL-1 (Zytokin)-Erzeugung durch Makrophagen dramatisch verringert. Man schließt daraus auf eine entsprechende Verringerung der TH-Zellen-Aktivierung.
  • Weitere Wirkungen: Verringerung der
(Kuby, Seite 376).
(siehe auch Copaxone und über die gleichzeitige Verwendung von Copaxone und Antibiotika bei Neuroborreliose).

kranial = den Schädel betreffend.

Kultur = Vermehrung von Mikroorganismen (hier: Borrelien) oder Zellen auf einem Nährsubstrat, auf das Körperzellen, z.B. Serum oder Liquor, aufgebracht wurden. Schwierigkeiten bei der Kultur von Borrelia burgdorferi.

kultur-positiv = Nachweis von Bb, gezüchtet auf durch Patienten-Zellen infizierten Kulturen. L-Formen von Bb vermehren sich nicht auf kommerziell erhältlichen Nährsubstraten. Solche Kulturen sind falsch negativ. Man züchtet daher zunächst aus den L-Formen die spirochetale (Normal-) Form zurück und vermehrt diese dann. Dazu ist ein passendes Kulturmedium erforderlich (Phillips et al.1998, Preac-Mursic et al.1996).

Kreuzreaktion = Reaktion mit ähnlichen Antigenen wie denen eines betrachteten Krankheitserregers.

Labortests auf Borreliose
Zu Labortests hat die Fachärztin für Laboratoriumsmedizin,
Dr. Uta Everth, sehr sorgfältige Arbeiten gemacht, u.a. im Institut für Medizinische Diagnostik, Berlin und Potsdam:

  1. Selected Aspects of Serology of Borrelia burgdorferi sensu lato
  2. Zielfindung und Standards in der Borrelien-Serologie (2010)
  3. Pathomechanisms of Borrelia burgdorferi sensu lato and their implications for diagnostics, clinical appearance and treatment of Lyme-Disease
mehr

Läsion = Störungen einer Funktionen oder des Gewebegefüges.

Leptospirose und Rattenurin. Eine Korrektur des Kettenbriefs.

Leukozyten = weiße Blutkörperchen. Oberbegriff für Zellen des Immunsystems, also für Zellen wie die Monozyten (s. auch Makrophagen), die Neutrophile und die Lymphozyten. (Schema der Veränderung eines Leukozytenspektrums bei akutem bakteriellen Infekt.)

  1. Polymorphonukleäre (dt.: polymorph-kernige) Leukozyten (auch Granulozyten genannt)
    1. Neutrophile (50 - 70 % der Leukozyten)(im Cache)
    2. Eosinophile (1 - 3 % der Leukozyten)
    3. Basophile (weniger als 1 % der Leukozyten)
  2. Mononukleäre Leukozyten
    1. Monozyten (1 - 6 % der Leukozyten)
    2. Lymphozyten (20 - 40 % der Leukozyten).
    (Angaben in () aus J. Kuby, Immunology, Seite 59).
Siehe auch in J. Kuby, "Immunology", 4. Ausgabe, 3. Ausgabe

L-Form = Zellwand-Mangel-Form (cell wall deficient form, CWD form, L-Form -genannt zu Ehren des Lister-Instituts, zystische Formen, Blebs). Borrelia burgdorferi in dieser Form hat eine unvollständige äußere Oberfläche und Zellwand (AM, ZW). Damit können auch Strukturen fehlen, die an diese Teile gebunden sind, z.B. die Flagellen, die Lipopolysaccharide (Seite 18 in Mattman 1993) und die Proteine der äußeren Oberfläche (Outer Surface Proteins, Osp's, siehe auch Sadziene et al. 1991, Sadziene et al. 1995).

"Mittels Silber-Impräginierungen und immunochemischem Färben ist zystisches Material in jedem tierischen und menschlichen Gewebe nachgewiesen worden, das durch B. burgdorferi infiziert wurde. Zur Zeit ist nicht bekannt, ob diese Formen der Borrelia Produkte darstellen
  • von degenerierten Spirochäten oder
  • von überlebenden Organismen, die in der Lage sind, sich in typische Spirochäten zu verwandeln, sobald günstige Umweltbedingungen wiederhergestellt sind.
Man ist aber versucht, zu spekulieren, daß d[ies]er Überlebensmechanismus von Spirochäten
  1. für die mannigfaltige Pathologie dieser Organismen verantwortlich ist, ebenso wie
  2. für deren Fähighkeit, als zystische Formen zu überleben und damit eine ausgedehnte, chronische und periodisch wiederkehrende Erkrankung zu erzeugen." (siehe auch "Nischen für B. burgdorferi," J. Gruber).
(W. Burgdorfer, The Complexity of Vector-borne Spirochetes (Borrelia spp), 12th International Conference on Lyme Disease and Other Spirochetal and Tick-Borne Disorders, New York, April 9-10, 1999, published as "Arthropod-borne spirochetoses: a historical perspective." in Eur J Clin Microbiol Infect Dis. 2001 Jan;20(1):1-5).


Es ist im wesentlichen noch im Dunkeln, welche Bestandteile und Eigenschaften der Bb für die Entzündungen, Infektivität, Umgehung des Immunsystems und Krankheitsentstehung und -Entwicklung verantwortlich sind.

  • Am häufigsten untersucht wurden die Entzündungen, die durch Osp's hervorgerufen werden (Hanson et al.1998). Reine L-Formen, d.h. Borrelien ohne äußere Oberfläche, Flagellen und Zellwand, erzeugen andere Entzündungserscheinungen und wahrscheinlich andere Antikörper als die spirochetale Form.
  • Die -in der Zellwand und äußeren Oberfläche angesiedelten- Endotoxine, z.B. LPS, sind gewöhnlich in CWD-Formen verringert, aber weil die L-Formen in manchen Geweben aufgelöst werden, kann der Schaden durch die schlagartige Freisetzung der Endotoxine beträchtlich sein (Mattman 1993).
  • O. und LH. Brorson über die in-vitro-Wirkung von Metronidazol (Flagyl) auf L-Formen von Bb.
  • Burrascano JJ über Metronidazol (Flagyl) bei der Bekämpfung von L-Formen von Bb.
  • Literaturzusammenstellung von Marie Kroun für die Lyme-L Diskussionsliste.
  • Da es sich hier noch um ein ungeklärtes wissenschaftliches Gebiet handelt, werden L-Formen bei der Diagnose durch Labortests nur in darauf spezialisierten Forschungsinstituten (z.B. Spirotech Institute von L.H. Mattman, Max von Pettenkofer - Institut, Lehrstuhl für Bakteriologie, Pettenkoferstraße 9a, D - 80336 München) und nur auf Anforderung berücksichtigt.
Literatur

limbisches System = entwicklungsgeschichtlich frühes System zwischen Hirnstamm und Neokortex, regelt das affektive und Triebverhalten und dessen Verknüpfung mit den vegetativen Funktionen der Organe, wohl auch von Bedeutung für das Gedächtnis.

Linolensäure = dreifach ungesättigte, essentielle Fettsäure, bekannter Bestandteil des Leinöls.

Liquor cerebrospinalis (CSF) = die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit.

LPS = Lipopolysaccharid. LPS bei B. burgdorferi:

Lumbalpunktion = Entnahme einer Liquorprobe.

Lupus = "fressende Flechte", eine Autoimmunkrankheit mit Bildung von Antikörpern vor allem gegen Antigene der Zellkerne.

Lyme-Borreliose (LB) = abgekürzt Borreliose genannte Erkrankung des Körpers durch Infektion mit Spirochäten des Typs Borrelia burgdorferi.

Lyme Disease Foundation, 1 Financial Plaza, Hartford, CT 06103, USA, Tel.: (001) 860 - 525 - 2000, Fax: (001) 860 - 525 - 8425, E-Mail: Lymefnd@aol.com, 24-hr Hotline: (toll free number, nur in den USA anwendbar) 800 - 886 - LYME.

Lyme-Studien: Eine Auswahl von Arbeiten über den Verlauf von Lyme unter dem Einfluß von Antibiotika.

Lyme Urine Antigen Test (LUAT) = Untersuchung des Urins auf Teile (Antigene) von Borrelien. Diesen Test führt das IGeneX Reference Laboratory in Palo Alto, Kalifornien, USA, für ungefär 100 DM pro Probe durch.

lymphoretikuläres Gewebe = das aus retikulärem Bindegewebe und Lymphozyten zusammengesetze Gewebe der Milz und Lymphknoten.

Lymphozyten = B- oder T-Zellen, welche die im Blut zirkulierende (humorale) und die zell-vermittelte Immunantwort (Details, im Cache) in Gang setzen (Kuby, Kapitel 1, Seite 14):

  1. "Humoraler Zweig der Immunantwort
    • B-Zellen sehen Antigen (d.h. Epitope auf dem feindlichen Mikroorganismus)
    • B-Zellen vermehren sich Antigen-spezifisch und werden zu Antikörper-absondernden Plasma-Zellen (Kuby, Fig. 1-8). Sie "feuern" bis zu 2000 Antikörper pro Sekunde ab. Die Antikörper erkennen eine enorme Vielzahl von Epitopen: die auf
      • der Oberfläche von bakteriellen oder viralen Teilen,
      • löslichen Proteinen,
      • Glykoproteinen,
      • Polysacchariden oder
      • Lipopolysacchariden
      (alle von Pathogenen abgegeben).
    • Antikörper vollführen ihre Aufgabe, indem sie sich mit dem Antigen verbinden und es neutralisieren oder seine Eliminierung erleichtern.
      Wenn ein Antigen mit Antikörpern bedeckt ist, kann es auf verschiedenen Wegen eliminiert werden, z.B.
      • kann der Antikörper Antigene miteinander verbinden, also Antigen-Klumpen (Cluster) bilden, die eher von Phagozyten-Zellen inkorporiert werden können.
      • kann die Bindung von Antikörpern auf einem Mikroorganismus das Komplement-System aktivieren, und das Resultat ist die Auflösung des fremden Organismus.
      • können Antikörper Gifte oder Teile von Viren neutralisieren, indem sie sie bedecken und damit ihre anschließe Bindung an Zellen des bedrohten Wirts verhindern.
  2. Zell-vermittelter Zweig der Immunantwort
    • Durch Antigene erzeugte Effektor-T-Zellen sind verantwortlich für die Zell-vermittelte Immunantwort (Kuby, Fig. 1-8). Sowohl aktivierte TH-Zellen als auch zytotoxische T-Lymphozyten (CTL's) dienen als Effektor-Zellen.
      • Zytokine, die von TH-Zellen abgesondert werden, aktivieren eine Reihe von phago - zytischen Zellen, d.h. sie versetzen sie in den Stand, Mikroorganismen effektiver in sich aufzunehmen und abzutöten. Dieser Typ der Zell-vermittelten Immunantwort ist besonders wichtig bei der Abwehr gegen intrazelluläre Bakterien und Protozoen.
      • Die Rolle der CTL's ist, veränderte Eigenzellen (des Wirts) abzutöten. Sie sind wichtig bei der Abtötung von Viren-infizierten Zellen und von Krebszellen."

Lymphozytentransformationstest (LTT) = die in-vitro-Messung der Vervielfältigung von spezifischen T-Zellen, also solchen, die als Antwort auf eine Reizung durch ein spezifisches Antigen aktiviert wurden (lymphocyte transformation assay, lymphocyte transformation test).
Die Bildung von spezifischen Antikörpern durch ELISA oder WB ist der Endpunkt der Immunantwort, die Bildung von spezifischen T-Lymphozyten ist demgegenüber der Beginn der Immunantwort.

Janis Kuby, "Immunology", (3. ed., 1997) Fig 1 - 14: Cellular interactions involved in induction of immune responses:

  1. Activation and proliferation of TH cells (a) is required for
  2. generation of humoral response (b) and
  3. cell-mediated response to altered self-cells (c).
Siehe z.B.
  • von Baehr V, Doebis C, Volk HD, von Baehr R, The lymphocyte transformation test for borrelia detects active lyme borreliosis and verifies effective antibiotic treatment, Open Neurol J. 2012;6:104-12.
  • "Borrelia-specific antibodies are not detectable until several weeks after infection and even if they are present, they are no proof of an active infection. Since the sensitivity of culture and PCR for the diagnosis or exclusion of borreliosis is too low, a method is required that detects an active Borrelia infection as early as possible. For this purpose, a lymphocyte transformation test (LTT) using lysate antigens of Borrelia burgdorferi sensu stricto, Borrelia afzelii and Borrelia garinii and recombinant OspC was developed and validated through investigations of seronegative and seropositive healthy individuals as well as of seropositive patients with clinically manifested borreliosis.
    • The sensitivity of the LTT in clinical borreliosis before antibiotic treatment was determined as 89,4% while
    • the specificity was 98,7%.
    In 1480 patients with clinically suspected borreliosis,
    • results from serology and LTT were comparable in 79.8% of cases.
    • 18% were serologically positive and LTT-negative. These were mainly patients with borreliosis after antibiotic therapy.
    • 2.2% showed a negative serology and a positive LTT result. Half of them had an early erythema migrans.
    Following antibiotic treatment, the LTT became negative or borderline in patients with early manifestations of borreliosis, whereas in patients with late symptoms, it showed a regression while still remaining positive.

    Therefore, we propose the follow-up monitoring of disseminated Borrelia infections as the main indication for the Borrelia-LTT."

  • von Baehr R, Zellulär immunologische Methoden zur Verlaufsbeobachtung von Patienten mit Borreliose, Jahrestagung der Deutschen Borreliose-Gesellschaft, 20. - 22.03.2009 in Tabarz.
    LTT-Verlaeufe bei Spaetformen der Borreliose
    LTT-Verläufe bei Spätformen der Borreliose, Quelle.
    Anmerkung zur obersten Abbildung (J. Gruber): blaue und die über SI = 2 verlaufende Kurve sind selten.
    1. Mit dem LTT-Borrelien werden Borrelien-spezifische T-memory Lymphozyten nachgewiesen. Der Test sollte besonders dann für die Borreliosediagnostik eingesetzt werden, wenn der Antikörpernachweis kein klares Bild ergibt, bzw. ein Widerspruch zwischen Anamnese, Symptomatik und serologischem Befund besteht.
    2. Ein positiver LTT-zeigt an, dass das Immunsystem Borrelienantigene "sieht"- ein Hinweis auf eine aktive Auseinandersetzung mit Borrelien.
    3. Nach einer antibiotischen Therapie sind die LTT-SI-Werte für Borrelienantigene rückläufig, meist wird der Test negativ. Antikörper bleiben dagegen lange positiv. Bei Reaktivierung einer Borrelieninfektion wird der LTT-Borrelien wieder positiv.

  • von Baehr V, Mayer W, Liebenthal C, von Baehr R, Bieger W, Volk HD, Improving the in vitro antigen specific T cell proliferation assay: the use of interferon-alpha to elicit antigen specific stimulation and decrease bystander proliferation J Immunol Methods. 2001 May 1;251(1-2):63-71. (Ähnliche Artikel)

  • von Baehr R, LADR-Akademie, Berlin, Der Lymphozytentransformationstest für Borrelien: Neue diagnostische Möglichkeiten für Problemfälle

  • Vaz A et al. "Cellular and Humoral Immune Responses to Borrelia burgdorferi Antigens in Patients with Culture-Positive Early Lyme Disease (im Cache), Infect Immun. 2001 Dec;69(12):7437-44.


    Quelle
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    Cellular immune responses to B. burgdorferi lysate and recombinant spirochetal proteins are shown, as determined by proliferation assay.


    Quelle
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    Humoral immune responses to B. burgdorferi lysate and to recombinant spirochetal proteins are shown, determined by ELISA.
    "Cellular immunity: During the acute phase of the illness, a median of 4 days after the onset of EM [erythema chronicum migrans], [patient blood lymphocytes] PBL from 17 of the 39 patients (44%) had proliferative responses to B. burgdorferi lysate, which were at least 3 standard deviations above the mean value of 20 healthy control subjects. In addition, three patients (8%) had responses to the P41 flagellar antigen (FlaB) of the spirochete, and eight (21%) had reactivity with OspC, which are known to be prominent early responses in the infection. Moreover, eight patients (21%) had proliferative responses to OspA, a protein that is down-regulated by the spirochete during tick feeding and transmission to the mammalian host (16). Altogether, 51% of the patients had proliferative responses to one or more of these borrelial antigens in acute-phase samples."

    "... Cellular immune responses to B. burgdorferi did not correlate with humoral immune reactivity.

    • During both acute and convalescent phases of the illness, the numbers of patients with antibody reactivity were greater than the numbers with cellular immune responses.
    • Moreover, there were patients with weak cellular reactivity and strong humoral responses or vice versa (data not shown).
    • Overall, cellular reactivity with OspA was as frequent and as strong as the cellular responses to FlaB and OspC.
    • In contrast, patients often had antibody reactivity with FlaB and OspC, but only a few had slight antibody responses to OspA.s"

Lymphozytom = Hautinfiltrate aus lymphoretukulärem Granulationsgewebe. Auftreten bei Lyme-Borreliose.

Makrophagen = die langlebigen, aus Blutmonozyten hervorgehenden, beweglichen Zellen des monozytären Systems.

Makrolid = Produkte (z.T. teilsynthetisch nach Isolierung derivatisiert) verschiedener Stämme des Streptomyces erythreus. Daher der Name des Leitmakrolids, Erythromycin. Die Substanz besteht aus einem 12 - bis 16-gliedrigen Lactonring mit glykosidisch gebundenem Aminozucker. Beispiele:

  • Erythromycin,
  • Azithromycin ("Zithromax", Eliminationshalbwertszeit = 10 - 57 h)
  • Roxithromycin - persöliche Information von Peter Rohleder ("Rulid", Eliminationshalbwertszeit = 10 h) (siehe auch Gasser R, Dusleag J, 1990 - persöliche Information von Peter Rohleder).
Sie haben bakteriostatische Wirkung durch Bindung an ribosomale Proteine. Dadurch wird der Aufbau der Peptidketten im Bakterium behindert. Die Makrolide dringen dazu in das Zytoplasma der Bakterienzelle ein und binden sich an Proteine der 50 S-Untereinheit von Ribosomen.
  • Makrolide zählen zu den risikoärmsten Antibiotika. Nebenwirkungen, bei Erythromycin im Mittel mit einer Häufigkeit von 1 - 4 %, sind bei Azithromycin, Clarithromycin, Roxithromycin wegen der bisher relativ geringen Erfahrungen noch nicht ausreichend dokumentiert.
  • Gutes Eindringen ins Gewebe.
  • Wirksamkeit nimmt mit dem Säuregehalt (pH) seiner Umgebung ab.
(Seite 778 - 780 in: Kojda G)

malar = auf die Wange bezogen.

Lida H. Mattman, Cell Wall Deficient Forms - Stealth Pathogens, CRC Press, 1993.

Medikation = Medikamentenbehandlung.

Meniere's Krankheit = eine wiederkehrende und ungewöhnlich progressive (sich verschlechternde) Gruppe von Symptomen einschließlich fortschreitender Taubheit, Klingeln (Pfeifen) in den Ohren, Benommenheit und einem Gefühl der Fülle oder des Drucks in den Ohren (Merck's Definition).

  • Meniere's Krankheit und Lyme.
  • "Es handelt sich um eine störende Krankheit, die mit Höverlust, Druck im Ohr, Tinnitus (Ohrklingeln), schwerer Gleichgewichtsstörung und Schwindel einhergeht." (nach Levinson MJ, Meniere's Disease).

Meningitis = Hirnhaut- oder Rückenmarkshautentzündung.

Mepron siehe Atovaquon.

metabolisch = den Stoffwechsel (= Metabolismus) betreffend, vom Stoffwechsel ausgehend.

Milchsäurebakterien - Kulturen sind als Pulver in Reformhäusern zu erhalten.

MHC = major histocompatibiliy complex. Es ist ein Komplex von Genen, welche die Zelloberflächenmoleküle kodieren. Die infizierte Zelle benutzt den MHC, um einen in ihr vorhandenen Krankheitskeim nach außen anzuzeigen, und zwar indem sie außen ein MHC-Molekül präsentiert. Die T-Lymphozyten erkennen sie dann an diesem MHC-Molekül (Kuby, Kapitel 1, S. 12).

minimale Hemmkonzentration (MHK, engl. (Minimum) Inhibitory Concentration, (M)IC) = bakterienstammspezifische minimale Konzentration eines Antibiotikums, die Wachstum des Stammes verhindert. Wenn ein MHK-Bereich angegeben wird, bezieht er sich auf alle untersuchten Bakterienisolate (Bakterienstämme). MHK50 behindert 50 % der untersuchten Isolate, analog werden 90 % bei der Antibiotika-Konzentration MHK90 behindert.

Tabelle: in vitro Minimale Hemmkonsentrationen für Borrelia burgdorferi (Preac-Mursic et al. 1987, 1989)

Antibiotikum MHK-Bereich
(mg/L)
MHK90
(mg/L)
Penicillin G 0.50 - 8.0 4.0
Oxacillin 0.25 - 2.0 1.0
Amoxicillin 0.25 - 1.0 0.50
Mezlocillin 0.25 - 1.0 0.50
Ceftriaxon 0.03 - 0.25 0.06
(In-Vivo-Aktivität: Kazragis et al, 1996)
Cefepim nicht bestimmt 1.0
(bei B-31: Dever et al. 1999) 
Cefotaxim 0.06 - 0.25 0.12
Ceftazidim 0.12 - 0.25 0.12
Cefmenoxim 0.03 - 0.25 0.12
Cefuroxim 0.12 - 0.50 0.25
Cefixim 0.12 - 0.50 0.25
Cefaclor 0.50 - 16 6.0
Cefadroxil 1.0 - 64 32
Azithromycin 0.015 - 0.03 0.015
Clarithromycin 0.015 - 0.06 0.015
Erythromycin 0.03 - 0.12 0.06
Roxithromycin 0.015 - 0.12 0.03
Tetracyclin HCL 0.25 - 2.0 1.0
Doxycyclin 0.12 - 1.0 0.50
Minocyclin 0.12 - 1.0 0.50
Ciprofloxacin 1.0 - 4.0 2.0
Ofloxacin 2.0 - 8.0 4.0
Lincomycin 0.25 - 1.0 0.50
Imipenem 0.06 - 1.0 0.25
Meropenem nicht bestimmt 0.125
(bei B-31: Dever et al. 1999)
Chloramphenicol 1.0 - 4.0 2.0
Cotrimoxazol über 1024
Vancomycin 0.5 - 8.0 4.0
(In-Vivo-Aktivität: Kazragis et al, 1996)
Aminoglykoside über 32 - 128
Tuberkulostatika über 2 - über 32
Notation: "-" bedeutet "Wertebereich ist nicht bestimmt worden".

Mehr:
Medline-Suche nach borrelia AND (MIC OR MBC) AND Brorson: Antibiotika gegen cystische Formen

Erklärender Kommentar
Die Empfindlichkeit eines Bakteriums, z.B. Borrelia burgdorferi (Bb), gegen ein Antibiotikum wird in einem Nährmediun (in vitro) gemessen, in dem ein Bakterienstamm vom interessierenden Typ (also bei uns Bb) angezüchtet worden ist.

  1. Es gibt viele verschiedene Stämme eines Bakteriums, und sie unterscheiden sich in ihrer Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika.
  2. Ebenso gibt es verschiedene Nährmedien. Auch sie scheinen einen Einfluß auf die Wirkung der Antibiotika zu haben (s. z.B. Reisinger EC, Wendelin I, Gasser R, In vitro activity of trimethoprim against Borrelia burgdorferi, Eur. J. Clin. Microbiol. Infect. Dis., 16:458-460, 1997).
Die Messung bestimmt die "Minimale Hemm-Konzentration" (MHK, englisch MIC) oder die "Minimale Bakterizide Konzentration" (MBK, englisch MBC). Im allgemeinen ist MBK um weniger als den Fakotr 10 größer als MHK. Die erforderlich Einnahme-Dosis wird mit pharmakokinetischen Modellen berechnet:
  1. Man erstellt ein pharmakokinetisches Modell aller Köperkomartments zwischen dem Ort des Bakteriums (z.B. dem Liquor) und dem Ort der Antibiotika-Aufnahme (z.B. dem Magen-Darm-Trakt). Dieses Modell gibt an, wie hoch die Einnahmedosis sein muß, damit man zu einem bestimmten Zeitpunkt im Zielkompartment eine bestimmte Konzentration erreicht.

    Im einzelnen: Lädt man ein Kompartment mit einem Antibiotikum auf und überläßt es danach sich selbst, dann nimmt die Antibiotika-Konzentration mit der Zeit nach einem Exponentialgesetz ab (mehr...). Die Kompartments werden also charakterisiert durch

    1. die Ausscheidungs-Halbwertszeit,
    2. die Übergabekoeffizienten in das Kompartment hinein und aus ihm heraus. Letztere hängen von den benachbarten Kompartments ab.
    Beide Daten findet man in

  2. Die MHK oder MBK wird festgestellt, im einfachsten Fall durch eine Literaturstudie.
  3. Man wählt die Einnahmedosis und den Zeitraum zwischen den Einnahmen so, daß am Ort des Bakteriums (im Zielkompartment) die MHK oder MBK nie unterschritten wird. (Im Fall von Ceftin, der in Fig. 6 dargestellt ist, ist die Dosis zu gering bemessen worden, weil die Ceftin-Konzentration regelmäßig etwa 7 Stunden nach der Einnahme unter MHK fiel.)
Die pharmazeutische Industrie und darauf aufbauend Datensammlungen in der Fachliteratur liefern für ihre Antibiotika die gängigsten Daten für die phamakokinetischen Modelle, d.h.
  1. die Antibiotikum-Halbwertszeit in gängigen Körperkompartments,
  2. die Transferkoeffizienten zwischen den Kompartments.
In Einzelfällen muß man nach Fachliteratur suchen, um das gewünschte pharmakokinetische Modell zu finden.

Bei B. burgdorferi sind bei weitem nicht alle Transferkoeffizienten bestimmt worden.

  • Man spricht von "Nischen", in denen sich dieses Bakterium vor den Antibiotika in Sicherheit bringt . (mehr ...)
  • Es begibt sich in bestimmte Köperzellen, die als Kompartment noch nicht oder nur vorläfig untersucht sind, d.h. die Transferkoeffizienten in diese Zellen hinein und aus ihnen heraus sind noch nicht Stand des medizinischen Schulwissens. (mehr....).
  • Das ist ein wesentlicher Grund dafür, daß die Verbindung zwischen MHK oder MBK einserseits und Therapieerfolg andererseits Gegenstand der Forschung ist (s. z.B. Hansen K, Hovmark A, Lebech AM, Olsson I, Sorensen L, Roxithromycin in Lyme borreliosis: discrepant results of an in-vitro and in-vivo animal susceptibility study and a clinical trial in patients with erythema migrans, Acta Dermatologica Venerologica 72:297-300, 1992).

    Wegen dieser Unsicherheiten spezialisieren sich Ärzte auf eine Auswahl von Antibiotika und sammeln Erfahrungen mit ihr. Burrascano gibt seine Auswahl in seinen "Richtlinien" an mit dem Hinweis auf eine Kontrolle der Dosierung: Er läßt bei oralen Antibiotika deren Konzentration im Blut bestimmen. Wegen der kontinuierlichen Ausscheidung des Antibiotikums durch unseren Körper empfiehlt er zwei Konzentrationsmessungen, eine etwa eine Stunde nach der Einnahme (die maximale Konzentration) und die andere unmittelbar vor der nächsten Einnahme (die minimale Konzentration).

    In meinem Falle (einer Neuroborreliose) habe ich bei der Therapie darauf geachtet, daß die minimale Antibiotika-Konzentration nicht unter den Wert der MHK fiel:

    • Alle Dosierungen habe ich auf Grund von pharmakokinetischen Rechnungen so festgelegt, daß die Antibiotika-Konzentrationen im Liquor zu allen Zeiten oberhalb der Bakterien-Hemmschwelle (MHK) lagen.
    • Diese berechneten Konzentrationen habe ich durch Labormessungen an Serum bzw. Liquor verifizieren lassen.
Eine Kritik an einer auf MHK basierten Pharmakodynamik.

Mitochondrium = "Kraftwerk" der eukaryotischen Zelle, das mithilfe von z.B. Cytochromen Nahrungsstoffe durch Oxidation (Elektronentransfer) in den Energieträger ATP umwandelt.
(Vertiefung in "ATP-Synthase 1, 2", Reihe "Wissenschaft im Brennpunkt", Rubrik Medizin, der Sendung "Forschung Aktuell", 4/2002. Diese Sendung wurde am 3.3.2002, 16:30 Uhr im Deutschlandfunk ausgestrahlt, Titel der Sendung: Unten ist noch viel Platz, Biomoleküle als Vorbild für die Nanobiologie, von Bernd Schuh, Redaktion: Uli Blumenthal, Vertrieb: Kepton).

Mitogen = Agens, das Zellteilungen in einem großen Bruchteil von T- oder B-Zellen herbeizuführen vermag. Ein Immunogen aktiviert nur Lymphozyten mit für sich spezifischen Rezeptoren. Dagegen kann ein Mitogen viele Klone von T- oder B-Zellen aktivieren, ungeachtet deren Antigen-Spezifität.. Deshalb heißen Mitogene auch polyklonale Aktivatoren. (übersetzt aus Kuby, Kapitel 4, Seite 101).

MKP-Medium = modifiziertes Kelly-Pettenkofer-Medium nach Preac Mursic. Dieses Medium ist in der Lage, spheroplast L-Formen literatur/niches.htm#Mursic VP, Wanner G, Reinhardt S et al 1996 in die spirochetale Form der Bb zurückzuzüchten (Preac Mursic et al 1996), während das üblicherweise verwendete kommerzielle BSK-Medium dazu oft nicht in der Lage ist (siehe aber Brorson and Brorson 1998). Nur die spirochetale Form wächt auf Kulturmedien zu Kulturen.

Monarthritis = Arthritis, die sich auf ein Gelenk beschränkt.

mono (griechisch) = einzeln.

monoklonal = durch Kopie einer einzigen Zelle hergestellt. Im Gegensatz zu polyklonal.

monoklonaler Antikörper = aus gleichen Antikörper-Molekülen monoklonal hergetellte Menge von Antikörpern, die also alle identisch spezifisch für ein Antigen sind.

MS, Multiple Sklerose ist ein pathologischer Befund, keine Diagnose, d.h. man faßt klinische Erscheinungen eines ganzen Spektrums von Krankheiten unter einem Namen zusammen. Entsprechend vielfältig sind die Methoden, mit denen man MS begegnet.
Verwendung von iv-Antibiotika und Copaxone bei MS/chronischer Neuroborreliose.

mukös = schleimbildend, engl. mucous. mucosa = Schleimhaut.

Muskel-dys-trophie = Oberbegriff für nicht-nervlich bedingte Muskelschwunderkrankungen.

Muskelrelaxanzien = über das Nervensystem wirkende Muskelentspannungsmittel.

Myalgie = Muskelschmerz.

Myelin = Isolierschicht um die Axone der Nervenzellen, ein Hauptbestandteil der Markscheide (Vergleich: Nervenbahn (Axon) = elektrischer Leiter, z.B. Kupferdraht, Myelin = Isolation um den Draht).

Myo- (griech. Stamm) = auf den Muskel bezogen.

Myoklonie = unwillkürliche, einzelne, d.h. nicht periodische, Muskel (gruppen- oder Teilgruppen-) zuckung.

negativ = seronegativ. Negatives Testergebnis = Test ergibt kein Anzeichen für die Erkrankung.

Nephritis = Nierenentzündung.

Neuritis = entzündliche Erkrankung eines Nervs (peripher oder vom Gehirn). Anzeichen sind schlaffe Lähmung (evtl. Muskelatrophie), fehlende Reizempfindung und Funktionsausfall, vegetative Störungen, Der Liquor ist entzündlich verändert.

neurologisch = das Nervensystem betreffend. (siehe auch Brian A. Fallon, Neurologic Lyme Disease: Defining and Treating an Elusive Target, Medscape Conference Coverage, based on selected sessions at the: 14th International Scientific Conference on Lyme Disease & Other Tick-Borne Disorders CME, April 22 - 23, 2001, Hartford, Connecticut )

Neuron = Nervenzelle, d.h. das strukturelle Grundelement des Nervensystems.

Neuropathie = Nervenleiden.

Neutrophile (Granulozyten) = der Infektionsabwehr dienende weiße Blutzellen.

Nischen = Körperkompartments des Wirts oder biologischer Mechanismus (z.B. L-Form) der Borrelia burgdorferi, welche die Borrelia vor dem Immunsystem des Wirts schützen.
Die angemessenen Antibiotika, wie Penicilline oder Cephalosporine, beseitigen die Borrelien hieraus nicht ausreichend oder nur nach langer Einwirkungszeit. Solche Nischen kennen wir alle auch bei anderen Infektionen. Z.B. Entzündungen im Sinus-Kiefer-Bereich (sinus maxillary floor) können durch Antibiotika nicht behoben, sondern müssen operativ entfernt werden. Ähnliches versucht man bei an Borreliose erkrankten Gelenken mit der Synovektomie. (Mehr von Jutta Zacharias).

Beispiele von Literatur hierzu:

NMR = (engl.: Nuclear Magnetic Resonance) Kernspinsresonanz. Dieser Effekt wird benutzt bei Magnetresonanztomographie, auch Kernspintomographie genannt (engl.: Magnetic Resonance Imaging, MRI)). Diese Untersuchungsmethode läßt Rückschlüsse auf die Protonenkonzentrationen (einem Bestandteil des Gewebes) zu.

Ödem = Gewebswassersucht. Meist schmerzlose, starke Flüssigkeitsansammlung, Herkunft aus dem Gefäßsystem, nicht gerinnend, z.B. in den Gewebsspalten von (Schleim-) Haut, Nervengewebe, im Interstitium parenchymatöser Organe, in Hohlrämen oder hohlen Organen, ferner zwischen den Zellen.

Optikusneuritis = Entzündung des Sehnervs.

oral = durch den Mund (Abkürzung: p.o.).

Osp = outer surface protein (äußeres Oberflächen-Protein). Es gibt davon Typ A, ..., C, ... bei Bb. Siehe auch Erp

Otitis = Entzündung (eines Teils) des Ohrs.

Palpitation = "Herzklopfen".

Papillitis = Entzündung einer Papille, z.B. der Sehnerven (Papillitis optica).

Parästesie = evtl. schmerzhafte Fehlempfindung, im engeren Sinne die des Hautsinnes in Form von "Kribblen", "Pelzigsein".

Parenchym = das organspezifische Gewebe, Gegensatz: das interstitielle Bindegewebe.

parenteral = nicht durch den Mund. para (griechisch) = an ... vorbei, neben.

Pathogen (griech. Stämme pathos = Leiden, gen- = erzeugen) = Mikroorganismen, die krankhafte Zustände erzeugen.

Pathogenität = Fähigkeit von Mikroorganismen, krankhafte Zustände zu erzeugen.

pathognom (griechisch pathein - leiden, gnosis - die Kenntnis) = ein für eine Krankheit eindeutiger Hinweis.

Polymerase-Kettenreaktion (englisch: Polymerase Chain Reaction):
poly(griechisch) = viel.
Polymerase = Enzym, das Polymere auf- und abbaut,
Kettenreaktion = Reaktion, bei der sich die Reaktionspartner durch Reaktionen selbst immer wieder neu bilden.
Bei der PCR vervielf&aumlt;ltigt man nicht den ganzen Organismus auf einem Kulturmedium, sondern sucht (nach einer Vorlage, dem sog. Primer) nach einem Stück seiner Erbanlage und kopiert gentechnisch dieses Stück so oft, bis man es nachweisen kann (Kritik dieses Verfahrens).

Borreliose: Die Zielgruppe für die Vervielfätigung kann chromosomale DNS (16S rDNS-Gen, Flagellin-Gen usw.) oder Plasmid-DNS (z.B. Gen für OspA, OspC) sein. Literatur:

Das 16S RNA Genfragment ist für etwa 300 bakterielle Spezies voll charakterisiert worden. In ihrem Multiplex PCR Assay für B. burgdorferi verwendet das IGeneX-Labor Primer, die sowohl chromosomale DNA als auch DNA auf Plasmiden entdecken.

Wenn man eine PCR-Testserie auf Selektivität (Sensitivität) hin untersucht, muß man

  • sich jede der Sequenzen anschauen, die vervielfätigt werden, sie mit der Datanbasis von sequenzierten bakteriellen Spezies vergleichen und sicherstellen, daß die Sequenzen, welche durch die PCR identifiziert wurden (und als spezifisch gelten) nur in der Spezies existieren, die man sucht, und nicht in anderen.
  • Man muß auch die umgekehrte Hypothese prüfen, nämlich daß es die Sequenzen auch in Spezies gibt, deren Genom noch voll charakterisiert werden muß.
Beispiel: Table 2 (Oligonucleotide primer sequences) in: Priem S, Rittig MG, Kamradt T, Burmester GR, Krause A, An Optimized PCR Leads to Rapid and Highly Sensitive Detection of Borrelia burgdorferi in Patients with Lyme Borreliosis, J Clin.Microbiol. 1997:685-690.

Es gibt eine große Anzahl von 16S-RNA-Sequenzen, die man in einem weiten Spektrum von bakteriellen Spezies findet. Es gibt viel genomische Gemeinsamkeit in Prokaryoten.

Das wird vielfach übersehen, und daher gibt es auch falsch-positive PCR-Ergebnisse.

Acarus Lab: How do we do it?

PCR unterscheidet zwischen Spezies, wenn die richtigen Primer benutzt werden. Wir benutzen die Methode, die in der folgenden Arbeit beschrieben wird:

Demaerschalck I et al., "Simultaneous presence of different Borrelia burgdorferi genospecies in biological fluids of Lyme disease patients." Journal of Clinical Microbiology1995;Vol 33(3):602-608.

Normalerweise schauen wir zuerst nach allen Genospezies (d.h. nach Borrelia burgdorferi sensu lato) mit DNA-Sequenzen, die bei allen Genospezies vorhanden sind ("conserved species"). Dann spezifizieren wir die speziell vorliegende Genospezies, indem wir spezifische PCR's (spezielle Primer) anwenden.

Dr Martin Kenny
The Acarus Unit
Churchill Building
Dept of Clinical Veterinary Sciences
University of Bristol
Langford, Somerset, BS40 5DU
England
Tel: +44 - 117 9289287
Fax: +44 - 117 9289505
http://bris.ac.uk/acarus/welcome.htm
e-mail: m.j.kenny@bris.ac.uk

PCR auf Borrelia burgdorferi machen in Deutschland u.a. folgende Stellen:

Literatur

Penicilline = bakterizide Antibiotika. Von Bedeutung gegen Borrelien: Penicillin G, Penicillin V und die Aminopenicilline Ampicillin und Amoxicillin, alle ohne Widerstandsfähigkeit gegen Penicillinase (Zerstörung durch bakterien-veranlaßte Hydrolyse).

Peptid = Protein mit wenigen (10 ... 100) Aminosäuren.

peri (griechischer Stamm) = um ... herum angeordnet. Z.B. peri-plasmatischer Raum = Raum, der um das (Zell-)Plasma herum angeordnet ist.

peripher = an der Peripherie des Körpers oder seiner Oberfläche, d.h. außerhalb des zentralen Nervensystems (zur Neuroborreliose s. auch CONTROVERSIES IN NEUROBORRRELIOSIS, Audrey Stein Goldings, M.D., Lyme Disease Conference, October 23, 1992)

Perivaskulitis = Entzündung der Gefäßscheiden einschl. des einhüllenden Gewebes.

persistierend = fortbestehend.

pH = Logarithmus der Wasserstoffionen-Konzentration [H+] (= Säurekonzentration).

phag- (griechischer Wortstamm) verzehren, durch In-Sich-Aufnehmen zerst&uoml;ren.

Pharmakodynamik = die zeitliche Entwicklung (z.B. einer Bakterienpopulation) unter der Einwirkung von Pharmazeutika. (mehr ...)

Pharmakokinetik = die zeitliche Verteilung (Zunahme nach Einnahme einer Dosis des Pharmazeutikums und Abnahme durch Ausscheidung und Stoffwechsel) von Pharmazeutika im Körper, insbesondere in seinen verschiedenen Kompartments. Nachschlagewerk: Goodman and Gilman's "The Pharmacological Basis of Therapeutics". (mehr .... siehe auch Liedke, RK, Allgemeine Pharmakologie)

Photophobie (griechisch: phos = Licht, phobeia = Furcht, Scheuheit) = ungewöhnlich starke Lichtempfindlichkeit der Augen. (Lichtempfindlichkeit und Sonnenschutz der Haut bei Einnahme von Doxycyclin)

Plaque = flache Gewebsveränderung.

Plasma = der flüssige, nach Abzentrifugieren der Blutkörperchen ungerinnbar gemachter Blutteil (ca. 55 %, im Mittel 40 .. 55 ml/kg Körpergewicht). Diese Flüssigkeit ist klar, leicht gelblich, mit ca. 7 .. 8 % Eiweiß (einschl. der Gerinnungsfaktoren, vgl. Blutserum).

Plasmazellen = eine differenzierte Antikörper-abscheidende Zelle, die aus einer B-Zelle entstanden ist, welche durch ein Antigen aktiviert wurde (Kuby, Kapitel 1, S. 21).

Plasmide = extrachromosomale Gene in Bakterien.

Ein Plasmid ist Teil des Genoms, aber ein Teil, der räumlich von den Chromosomen getrennt liegt. "Bb hat ein lineares Chromosom mit 910 725 Basen-Paaren und wenigstens 17 lineare und kreisförmige Plasmide mit einer Gesamtgröße von mehr als 533 000 Basen-Paaren." (Nature, Vol 390, Dec 1997, Seiten 580 und folgende). Plasmide können sowohl vom Bakterium als auch von uns leicht verändert werden. Eine vereinfachte Erklärung findet man bei Mama Ji's Molecular Kitchen (im Cache).

Plasmid-kodierte beta-Lactamasen sind u.a. die sogenannten TEM-1, TEM-2 und SHV-1 (Kojda, S. 771).

  • Zu den unter therapeutischem Selektionsdruck induzierten (angeregten) (ca. 100) neuen plasmid-kodierten beta-Lactamasen, z.B. TEM-3 bis -19 siehe Forth et al., S. 627.
  • Zu Plasmid-kodierten beta-Lactamasen siehe folgenden Aufsatz und seine Literaturangaben: Claire Poyart, Pierre Mugnier, Gilles Quesne, Patrick Berche, and Patrick Trieu-Cuot , A Novel Extended-Spectrum TEM-Type (beta)-Lactamase (TEM-52) Associated with Decreased Susceptibility to Moxalactam in Klebsiella pneumoniae, ANTIMICROBIAL AGENTS AND CHEMOTHERAPY, Jan. 1998, p. 108-113 Vol. 42, No. 1

Plasmin = ein starkes Protein-auflösendes Enzym, welches das Immunsystem (speziell dessen fibrinolytisches System) aus Plasminogen herstellt, um die (infektionseindämmende) Fibrin-Ansammlung um eine Wunde herum wieder abzubauen. Die Abbauprodukte sind chemotaktisch für Neutrophile. Plasmin trägt auch zum Entzündungsprozeß bei, indem es den klassischen Komplement-Weg aktiviert. Das Komplement-System erzeugt eine Reihe von Spaltprodukten (C3a, C4a, C5a), welche die Entzündung vermitteln.

Plazenta = etwa 600 Gramm schweres Organ im Mutterleib, das für das Ungeborene die Atmung, die Nahrungsversorgung und Ausscheidung erledigt.

Pleozytose = erhöhte Zellenzahl im Liquor.

poly (griechisch) = viel.

Polyarthritis = in mehreren Gelenken auftretende Arthritis.

Polymorphismus (griechisch poly = viel, morphä = Gestalt) = Vielfgestaltigkeit.

Polyneuritis = (poly, Neuritis) entzündliche periphere oder Hirnnervenerkrankung, oft synonym mit der Polyneuropathie.

Polyneuropathie = systemisch entzündliche (Polyneuritis) periphere Nervenerkrankung.

polyvalent = mit vielen Valenzen, z.B. in chemischen Sinne mit vielen Bindungsmöglichkeiten.

Pons (lateinisch) = Brücke.

pons cerebri = Gehirnteil, siehe auch Tractus cortico-pontini .

Positives Resultat einer (Serum-)Diagnostik zeigt lediglich die stattgefundene Auseinandersetzung mit Borrelia burgdorferi an, nicht jedoch, ob gegenwärtig die Spirochäte Bb vorhanden ist (siehe Paragraph über Blutuntersuchungen).

postkommotionelles Syndrom = nach Commotio cerebri verbleibendes Beschwerdebild, meistens keine feststellbare Organveränderungen, dumpfer, witterungsabhängiger Kopfschmerz, Schwindel, beeinträchtigte schöpferisch-produktive Denkfähigkeit und -initiative, Konzentration und Gedächtnisleistung, Schwierigkeiten bei der Wort- und Begriffsbildung, geistige Leere, Gereiztheit, kein Tiefschlaf, laute Geräusche stören übermäßig, ebenso grelles Licht und hohe Umgebungstemperatur.

post mortem = nach dem Tod.

Positronenemissionstomographie ( single Photon Emission computer Tomography) = die Orte der bei Positronenzerfall emittierten Photonen werden registriert und im Computer zu einem Schnittbild ("Tomogramm") zusammengesetzt. Man untersucht damit Durchblutung und Stoffwechselvorgänge in einzelnen Organabschnitten, z.B. im Gehirn.
Interessante Literatur: Plotkin M, Hautzel H, Krause BJ, Mohr S, Langen KJ, Muller HW., Fluorine-18-labeled fluorodeoxyglucose-positron emission tomography studies of acute brainstem lyme neutoborreliosis. Case report.J Neurosurg. 2005 May;102(5):927-9.:

.... The first FDG-Positron-Emission-Tomography (FDG-PET) study revealed markedly increased glucose metabolism in the brainstem, matching exactly the signal abnormalities exhibited on magnetic resonance images and indicating a brainstem tumor. A second PET scan demonstrated no abnormality in this region, thus reflecting clinical remission following antibiotic therapy. Data in the present case indicate that hypermetabolic findings on FDG-PET studies in the brainstem region should be regarded with caution and that neuroborreliosis must be considered as a possible differential diagnosis.

positive Prädiktivität (positive predictivity, positiver Vorhersagewert) eines Tests. Diese Größe (posP oder PPV) ist wie folgt definiert:

posP = 100 kp/p %,

wobei kp = Anzahl der test-positiven Kranken, d.h. der Personen, bei denen die Krankheit sowohl vom Test als auch durch eine vom Test unabhängige Untersuchung festgestellt wurde,
p = Anzahl der Personen, bei denen der Test die Krankheit festgestellt hat.

präkappilärer Sphinkter = Muskelzelle mit Spontanmotorik und Empfindlichkeit gegenüber örtlichen stoffwechselbedingten Milieuänderungen, regelt die Durchblutung der Kapillaren.

Probenecid = erhöht den Blutspiegel von verschiedenen Arzeneimitteln, z.B. Penicillin, durch die Behinderung der tubulären Ausscheidung.

Prophylaxe = Vorbeugung als Teil der Präventivmedizin, z.B. durch Impfung.

Prostatitis = aseptic asymptomatic (NIH-IV) prostatitis (inflammation of prostate)

Serial total PSA concentrations (year of birth of patient: 1941)

Table: Time Series of Total PSA Concentrations

Table of PSA Concentrations

Comment:

  • Format of data:
    • day when blood sample was taken (Sampling Date): day.month.year
    • ? means: measurement date unknown, but within a week of sampling date.

  • Lab:
    Jürgen Schostak says his in practice lab (JS) has been given consistently better than average ratings.
    1. SB:
      Dr. med Stephan Bünz
      Urologist
      Karlstraße 35
      D - 22085 Hamburg
      Tel.: +49 40 220 30 55
      FAX: +49 40 220 82 58
      email: dr-buenz@t-online.de (as of April 2005)
    2. JS:
      Dr. Jürgen Schostak, Alexander Drunkenmölle
      Urologists
      Königsberger Straße 18
      D - 12207 Berlin
      Tel.: +49 30 772 3020
      FAX: +49 30 768 02 106
    3. X Lab:
      external lab used by JS.
      Dr. med. Uwe-Carsten Lock u. Peter Wieskerstrauch
      Urologische Gemeinschaftspraxis
      Tempelhofer Damm 214
      D-12099 Berlin
      Tel: +49 30 752 2074
    4. Andreeßen
      external Lab used by Praxis Dr. Herzig
      Dr. Rüdiger Andreeßen
      Facharzt für Urologie
      D-13347 Berlin
      Reinickendorfer Str. 25
      Tel.: +49 30 465 07 400
      FAX: +49 30 465 07 444
    5. Bio-Labor Hemer
      Bio-Labor
      Dr.med. Carsten Grünberg
      Bembergstraße 3
      D - 58675 Hemer
      Tel: +49 2372 5098-0
      FAX: +49 2372 5098-23
    6. Labor 28 MVZ AG
      Mecklenburgische Straße 28
      D-14197 Berlin
      Tel.: +49 30 820 93-0
      FAX: +49 30 820 93-200
      detections methods:
      • tPSA: Roche Modular E170 Electrochemiluminescence Immunoassay (ECLIA) Testkit since Oct. 15, 2009
      • fPSA: Microparticle Enzyme linked Immunoassay (MEIA)

PSA Concentrations plotted as a Function of Time

Figure: Total PSA concentration (tPSA) variation over a period of more than 13 years (graphical representation of the data in Table "History of my PSA concentrations"). tPSA varies with level of sexual activity and bicycling.
Insert: Risk of having prostate cancer, calculated with Artificial Neuronal Network (ANN), Stephan, C et al., 2008 (in cache)

Protease = Enzym, das Protein auftrennt.

Protein = Eiweiß

Protozoen = Gruppe unterschiedlicher eukaryotischer, typischerweise einzelliger, nicht-photosynthetisierender Mikroorganismen, die im allgemeinen keine feste Zellwand haben.

Prothrombinzeit = Zeit bis zur Gerinnung.

Pruritus = Juckreiz.

Psoriasis = Schuppenflechte.

Psychometrie = Messung psychischer Funktionen und Persönlichkeitsmerkmale mit Hilfe von objektivierbaren (im Gegensatz zu subjektiven, nicht in Zahlen ausdrückbaren) Tests, z.B. Gedächtnistests.

(Antibiotika-)
Puls-Therapie: Das Antibiotikum wird nicht fortwährend, sondern mit Antibiotika-freien Pausen eingesetzt.

  • Beispiel eines Puls-Zyklus von R. Gasser:
    1. Über 4 - 6 Wochen
      • Rulide (Roxithromycin) 150 mg Tablette zweimal pro Tag und dazu
      • Trimethoprim (allein, nicht in Kombination mit Sulfamethoxazole) 100 mg Tablette zweimal pro Tag (siehe auch Orale Behandlung der späten Lyme-Borreliose mit Roxithromycin und Cotrimoxazol) - persöliche Information von Peter Rohleder
      Es sollten regelmäßig während der Therapie Blutbildkontrollen durchgeführt werden.
       
    2. Danach 4 - 6 Wochen Pause.

  • Die beabsichtigte Wirkung
    In den Antibiotika-freien Intervallen werden die B. burgdorferi ermuntert, ihre Nischen zu verlassen. Im darauffolgenden Zeitraum mit Antibiotika werden diese ungeschützten Spirochäten dann mit größerer Wahrscheinlichkeit erreicht. (meine versuchsweise Definition von Nischen)
  • Analogon
    Nach Wintern mit abwechselnd warmem und sehr kaltem Wetter gibt es im Frühling weniger Insekten. Sie sind in den warmen Wintertagen ausgeschlüpft und hatten in der darauf folgenden kalten Zeit geringe Überlebenschancen.
  • Problem:
    Wachsen der Bb-Population in den Antibiotika-freien Zeiträumen ("Pausen")
    In den Pausen muß man sehr darauf achten, ob sich die Krankheit rapide verschlechtert. Eine solche Verschlechterung braucht einen Zeitraum von etwa 10 B. burgdorferi (Bb) Zell-Zyklen (Generationen). Eine Generation der Bb dauert
    • in vitro etwa 12 Stunden - persöliche Information von Peter Rohleder,
    • in vivo möglicherweise länger,
    • siehe auch "Estimation of in vivo Borrelia burgdorferi Cell Cycle Length".

    • Nach dieser versuchsweisen Schätzung dauerte eine Bb-Generation maximal 5 Tage. Wenn man sich für eine Pause von T Tagen entschieden hat und T ist ähnlich der oder länger als die im betreffenden Fall zutreffende Bb-Generationsdauer, dann braucht man wenigstens eine Antibiotika-Einnahme von T Tagen, ehe man hoffen kann, die Bb-Population wieder auf die Größe vor der zu lang bemessenen Pause zurückgedrängt zu haben.
    Ein Erfahrungsbericht: Horst Bitasch hat ein Gasser/Reisinger-Regime bei sich selbst ausprobiert und über seine Erfahrung damit berichtet..

  • Wirkungsweise
  • Literatur:

Pyrimidinstoffwechsel = Nukleinsäurestoffwechsel.

Radikuloneuritis = Neuritis der Nervenwurzel. Führt zu segmentgebundenen Ausfällen der Empfindung und Beweglichkeit und Reflexen (Hypästhesie, Anästhesie, Lähmung).

Raynaud-Phänomen = Durchblutungsstörungen an Händen oder Füßen (akrales Ischämiesyndrom, vaso - spastisches Syndrom).

Regime = Behandlungsmethode.

Resistenz: Bakterien schützen sich gegen Penicilline (und Cephalosporine) durch eine der folgenden drei Mechanismen (siehe Skizze zur Lage der genannten Zellbestandteile):

  1. Inaktivierung des Antibiotikums durch beta-Lactamasen im periplasmatischen Raum.
  2. Veränderung bei den Zielposition-PBP (PBP = Penicillin-bindende Proteine in der Zellwand): Die Zielposition des beta-Lactam-Antibiotikums in der Zellwand (in der Außenfläche der Zytoplasmamembran) wird vom Bakterium soweit verändert, daß sich das Antibiotikum nur noch schwach an diese Position hängen kann Um die Bindung dennoch zu erreichen, muß das Antibiotikum in einer hohen Konzentration an der Zellwand vorliegen, die möglicherweise oberhalb dessen liegt, was klinisch erreichbar ist.
  3. Durchlässigkeitsbarriere, die das Vordringen des Antibiotikums zum Zielort in der Zellwand behindert. Diese Barriere ist eine äußere Membran (AM), die gram-negative Bakterien, nicht die gram-positiven, haben. Diese Behinderung ist gewöhnlich so schwach, daß sie nur zusammen mit der Zerstörung des Antibiotikums durch beta-Lactamasen wirkt.
(nach: Chambers HF, Hadley WK, Jawetz E, "Beta-lactam antibiotics & other inhibitors of cell wall synthesis", Seiten 725-726 in: Basic & Clinical Pharmacology (Katzung BG, Herausgeber), 1151 Seiten, Preis DM 124, Appleton & Lange, Stamford, CT, USA, 1998).

retikuläres Bindegewebe = Bindegewebe mit Retikulin-Fasern.

rezidivierend = wiederkehrend.

Ribosome = Zellstrukturen, die aus rRNA (ribosomaler RNA) und Proteinen zusammengesetzt sind. Sie sind die Orte, an denen Proteinsynthese innerhalb der Zelle abläuft (Seite 1233 in: Atlas et al.).

Hörbeitrag: Degen, Marieke ; Herbst, Klaus ; Nordwig, Hellmuth ; Grotelüschen, Frank ; Stang, Michael, "Nobelpreis für Chemie 2009" (im Cache), Forschung Aktuell, Deutschlandfunk, 24.05.2010.

Rickettsiose = durch u.a. Zecken übertragene Infektionskrankheit. Tritt unter Umständen vergesellschaftet mit Borreliose auf. (mehr: Daniel J. Sexton, Infections Due to Rickettsia, Ehrlichia, and Coxiella, American College of Physicians Medicine (ACP Medicine), August 19, 2004.)

RNA (oder deutsch RNS) = Ribonukleinsäure. Ein lineares Poymer aus Ribonukleotiden, in denen die Ribose-Reste mit 3'- 5'-Phosphodiester-Brücken verbunden sind. Die stickstoffhaltigen Basen, die an jedes Ribosom angelagert sind, können Adenin, Guanin, Uracil oder Zytosin sein. Die Verwendung der Erbinformation in der DNA beim Bau der Proteine benutzt RNA-Moleküle als Vermittler: Wenn man die DNA mit einem Lexikon vergleicht, das den gesamten Umfang an Information enthält und im Nachschlageteil einer Bibliothek steht, dann wäre die RNA eine Photokopie eines Segments dieses Lexikons. RNA-Mehrfachkopien können von Segmenten des vollständigen Zellgenoms gemacht werden. Ihre Verwendung vermeidet die Gefährdung des Lexikons in der DNA (Seite 258 in: Atlas et al.)

RXList = Internet-Informationen zu Antibiotika von HealthCenter.com ("The Internet Drug Index").

Weitere Info über Medikamente:

Die folgenden Ausführungen sollen lediglich eine Hilfestellung für die entsprechende Internet-Recherche bieten.
Schmerzen von zeckenübertragenen Krankheiten können sich addieren und von allen Gegenden der menschlichen Schmerzantwort hervorgerufen werden. Daher erfahren manchmal Patienten mit schwierigen Schmerzen Besserung, wenn man sich allen Gebieten nähert:

  • periphere Gewebe-Schmerzen,
  • periphere Nervenleitung,
  • Rückgrat-Übermittlung und
  • Zentralnervensystem-Interpretation/-Modulation.

Folglich finden Patienten, daß nur eine Therapie nur teilweise wirksam ist, manchmal wirkt und manchmal wieder nicht, und daß alternative Zugänge zum Schmerz wirksamer sind als Tabletten, die traditionell mit guter Linderung assoziiert werden. Hier kann man einige Möglichkeiten versuchen:

  • Hochfrequenz-Vibratoren, die man um die schmerzenden Gegenden verwendet,
  • Massage mit Aroma-Therapie,
  • wechselnde Anwendung von Wärme-, dann Eis-Massage für 2 Minuten über einen Zeitraum von 20 Minuten,
  • laufendes Wasser,
  • Bewegung in einem warmen Bad,
  • Sauna,
  • manchmal sind Entspannungstechniken wirksam und
  • Medikamente wie Baldrian am Abend,
  • eine halbe Dosis Ambien, niedrig-dosiertes Alivan kann Schmerzen lindern,
  • manche Patienten legen sich schlafen, weil sie finden, daß sie immer mit weniger Schmerzen aufwachen oder wenigstens eine Unterbrechung des Schmerzes bekommen,
  • zu anderen Zeiten helfen milde bis mäßige Erregungsmittel wie
    • Elavil oder
    • Koffein.
    • Vor ihrer Entfernung vom Markt fanden einige Patienten, daß die Ergänzungsstoffe wie Xenadrin, das Ephedrin-ähnliche Produkte enthielt, die Schmerzen über Tag linderten.
  • Andere fanden, daß 10 - 15 Minuten leichter Aerobics-Übungen bis zum Punkt, wo man schwitzt und erhöhten Puls hat, gefolgt von angenehmer warmer Dusche die Schmerzen unterbrechen.
  • Einige beschreiben Linderung durch geistige Ablenkung - sie schauen sich einen aufregenden Film an, der sie gefangennimmt, und erhalten dadurch eine Schmerzunterbrechung.
  • Auf der hormonellen Seite: Einnahme von Dhea-Ergänzungsstoffen zur Erhöhung der Dhea-Konzentration im Blutserum auf die doppelte Normalkonzentration oder bis an die altersabhängige Obergrenze wird wirksam sogar bis zum Punkt, daß über Wochen bis Monate die Schmerzen um 50 % reduziert werden.
  • Ernährungsmuster können Entzündungswege beeinflussen, indem sie Zytokine-Antworten herunter- oder hinaufregeln. Man kann ein herabregelndes Programm planen, z.B. kein "Fast Food" oder größere Last durch einfache Kohlenwasserstoffe, sondern zu Omega-3 und Omega-6-Programmen wie die von Dr. Barry Sears übergehen.
  • Wenn Sport möglich ist, kann ein abgestuftes Übungsprogramm einen Punkt erreichen, an dem die Zytokin-Antwort sehr herabregelnd ist. (Lance Armstrong berichtet über extrem starken Schmerzen, die mit seinem Hochleistungssport verbunden erträglich werden.) Offensichtlich gibt es umgekehrt die Anlage im Menschen für extreme Schmerz-Unverträglichkeit (ausgedrückt im Märchen "Die Prinzessin auf der Erbse").
  • Tiefer ausgedehnter Schlaf ist natürlich ein starker Schmerz-Niveauveränderer, und deshalb sollten alle Schlafhygiene-Methoden und Medikamentierungen angewendet werden. Versuchen Sie einmal nur eine Nacht nicht zu schlafen, und erfahren Sie dann, wie tief Ihre Schmerzgrenze liegt. Addieren Sie das auf über Wochen bei Patienten, und das gesamte System geht in den Alarmzustand über.
  • Intravenöses Lidocain in einem Schmerz-Therapie-Zentrum angewandt verdient einen ausgedehnten Platz im Instrumentarium.
  • Einige Patienten finden, daß die Nicht-steroidalen-Entzündungshemmer (Non Steroidal Antiinflammatory Drugs, NSAIDs) immer noch funktionieren, und die teureren unter ihnen besser.
  • Es könnte auch eine positive Reaktion geben auf Versuche, giftige Metalle und Bromide zu eliminieren.
  • Andere auf das Zentralnervensystem wirkende Medikamente könnten wirksam sein, auch wenn sie nicht als Schmerzlinderer ausgegeben werden, z.B. Modafanil, Gabatril oder Serotonin-Aufnahme-Hemmer.
  • Versuche mit pflanzlichen Nahrungsergänzungsstoffen waren für Patienten ihren Berichten nach wirksam.
  • Chronische Babesiose ist manchmal verbunden mit erhöhter Empfindlichkeit und Nervenüberlastung. Eine Behandlung der Babesiose bringt mit der Zeit ausgezeichnete und manchmal andauernde Erlösung von den Schmerzen, wenigstens wird die Schmerz-Meßempfindlichekit verringert.
  • Andere Koinfektionen, z.B. Ehrlichia oder Bartonellose, können auch die Schmerzen um die Gelenke erhöhen und mehr von der Art peripherer Neuropathien sein, und man muß sicherstellen, daß man diese Pathogene auch berücksichtigt hat. Damit ist wichtig, welche Antibiotika man in zweieinhalb Jahren eingenommen hat.

Schwangerschaft und Borreliose (gestational Lyme Disease), angeborene Borreliose (congenital Lyme Disease (CLD))

  • Zusammenfassung des Kapitels 23 "Lyme Disease in Pregnancy" von Sicuranza G und Baker DA aus Lyme Disease, Herausgeber: Coyle P, Verlag: Mosby; January 1993.

    "A body of evidence suggests that the causative agent of Lyme disease, B. burgdorfen, can cross the placenta and infect the fetus. There are also several reports that suggest that this may be associated with a poor  fetal outcome. However, the majority of studies have not been able to identify B. burgdorferi as a direct cause of spontaneous abortions, congenital anomalies, or neurologic sequelae in infants. It is essential to realize that in the pregnant woman Lyme disease is a clinical diagnosis regardless of her serologic status. Because the precise  risk to the fetus from an infected pregnant female is not yet clear, it is  important to be aggressive in the diagnosis and management of Lyme disease. This is important not only for the fetus, but also for the mother. The mother is certainly at risk for serious and potentially debilitating manifestations of Lyme disease including arthritis, carditis, and neurologic problems. In conclusion, Lyme disease in pregnancy is a clinical diagnosis irrespective of serologic status.
     
    The diagnosis must be made promptly, and treatment must be instituted in the interest of maternal, in addition to fetal, welfare."

  • Posts in sci.med.diseases.lyme by Georgia Wissmille

Sensitivität (Empfindlichkeit) eines Tests für eine bestimmte Krankheit = statistische Aussage über die Empfindlichkeit eines Tests, Kranke auch als krank zu erkennen (Zahlenwert der Sensitivität = prozentualer Anteil der Kranken, die der Test als krank erkennt)..

Definition:

Sensitivität = 100 (k, p)/k %,

wobei
(k, p) = die Anzahl der Personen, die

  1. sowohl krank sind (durch eine test-unabhängige Untersuchung festgestellt)
  2. als auch vom Test als krank (richtig-positiv) bezeichnet werden,
und
k die Anzahl der Kranken (durch eine test-unabhängige Untersuchung festgestellt).

Beispiel: Sensitivität des Haemoccult-Tests für Dickdarm- (einschl. Rektum-) Krebs ist 50 % [Simon JB, Fecal occult blood testing: clinical value and limitations. Gastroenterologist 1998 Mar;6(1):66-78], d.h. die Wahrscheinlichkeit, daß eine kranke Person vom Test erkannt wird, ist 50 %. Für Details siehe Test.

Sensitivität bei Untersuchung von klinisch vorausgewählten Personen, d.h. solchen, bei denen Verdacht auf die Krankheit besteht. Diese Vorauswahl beeinflußt die Wahrscheinlichkeitsaussage: Die Sensitivität eines Tests bei Anwendung auf Problemfälle kann z.B. kleiner sein als die Sensitivität bei Untersuchung der Gesamtbevölkerung ("screening sensitivity"), d.h. unter Problemfällen findet dann der Test die Kranken schlechter heraus als in der Gesamtbevölkerung.

sensu lato (sl.) (lateinisch: im weiten Sinne):

  • Borrelia burgdorferi sensu lato "strains" -strain ist das englische Wort für "(Bakterien-) oder (Viren-) Stamm- wurden traditionell unterteilt in 3 Genospecies:
    1. sensu stricto (ss.),
    2. B. garinii and
    3. B. afzelii
    B. burgdorferi ss. wurden in Zecken und Patienten gefunden, die in Europa und den USA infiziert worden waren, während B. garinii and B. afzelii nur in Zecken und Patienten gefunden wurden, die in Eurasien infiziert worden waren. B. andersonii and B. bissettii wurden in Nordamerika beschrieben, während B. japonica in Japan und B. lusitaniae in Portugal definiert wurden (Ryffel K, Peter O, Dayer E, Bretz AG, Godfroid E., OspA heterogeneity of Borrelia valaisiana confirmed by phenotypic and genotypic analyses, BMC Infect Dis. 2003 Jun 24;3(1):14.)
  • Weitere Stämme, z.B. (Genospecies / Stamm)
    • B. burgdorferi sensu stricto / B31
    • B. garinii / F518
    • B. garinii / G25
    • B. garinii / JEM1
    • B. garinii / PBr
    • B. garinii / VS100
    • B. afzelii / Pgau
    • B. afzelii / VS461
    • B. andersonii / 19857
    • B. bissettii / DN127
    • B. japonica / HO14
    • B. lusitaniae / PotiB1
    • B. valaisiana / AR-2
    • B. valaisiana / M53
    • B. valaisiana / M7
    • B. valaisiana / NE231
    • B. valaisiana / UK
    • B. valaisiana / VS116
  • weiterführende Literatur
    1. Barsovska S, The genospecies B. burgdorferi s.l., isolated from ticks and from neurological patients with suspected Lyme borreliosis., Neuro Endocrinol Lett 2011 08 30; 32 (4)
      The total of 660 nymphs and 567 adult ticks from the Bratislava and Kosice areas was examined over the years 2001 - 2004, and the cerebrospinal fluid (CSF) of 82 neurological patients suffering from suspected Lyme borreliosis infection was investigated in the 2007 - 2009 period, using the polymerase chain reaction method (PCR).
      • PCR investigation proved presence of borrelia in 23.3% of the total 1227 ticks; of these, co-infection was found in 2.7% of all ticks. Borrelia garinii (9.9%) and B. valaisaina (9.2%) were the prevalent types.
      • PCR investigation of the CSF samples of 32 patients with clinically diagnosed Lyme borreliosis showed the presence of B. burgdorferi s.l. in 17 cases. Positive results were found also in patients with unclear or different diagnoses. In cases where the genospecies could be identified, B. garinii was most frequently found (8x), followed with B. burgdorferi s.s. (4x) and B. afzelii (3x).
    2. Lin T, Oliver JH Jr, Gao L, Kollars TM Jr, Clark KL, Genetic Heterogeneity of Borrelia burgdorferi Sensu Lato in the Southern United States Based on Restriction Fragment Length Polymorphism and Sequence Analysis.
    3. Diza E, Papa A, Vezyri E, Tsounis S, Milonas I, Antioniadis A. Borrelia valaisiana in cerebrospinal fluid [letter]. Emerg Infect Dis [serial on the Internet]. Vol. 10, No. 9 September 2004.
Serokonversion = Umschlagen der Serumsreaktion von negativ nach positiv.

seronegativ = mit negativer Seroreaktion, d.h. ohne Nachweis von Antikörpern im Blutserum.

seropositiv = mit positiver Seroreaktion, d.h. Nachweis von Antikörpern im Blutserum (siehe Tom Griers Abhandlung über Labortests und was als für Borreliose positiver Nachweis gilt).

Serum (Blutserum) = der Teil des Bluts, der nach der Blutgerinnung noch flüssig ist.

Serumdiagnostik = Diagnostik durch physikalisch-chemischen Nachweis bestimmter - meist erregerspezifischer- Serum und/oder Liquorbestandteile, Immunglobuline (ELISA, PCR, Westernblot etc.)

widersprüchlichiche Ergebnisse der Serumdiagnostik: LL Bakken, Case KL, Callister SM, Bourdeau NJ, Schell RF, Wisconsin State Laboratory of Hygiene, University of Wisconsin, Madison 53706 "Performance of 45 laboratories participating in a proficiency testingprogram for Lyme disease serology" JAMA 268(7):891-895 (1992).

seropositiv = positiv.

Serumsreaktion = akute allergische Immunreaktion vom humoralen Typ (s. auch Wirt-Pathogen-Wechselwirkung).

sludge (englisch) = Schlamm, Ansammlung von mikrokristallinem Material.

Somnolenz = Benommenheit bei ungewöhnlicher Müdigkeit, leichter Bewußtseinstrübung.

spastisch = krampfend, krampartig.

spezifisch = für eine bestimmte Krankheit typisch.

  • Chemisch: eine spezifische Bindung zwischen Komponenten ist eine starke Bindung, die häufig durch die geometrische Struktur der Bindungspartner gegeben ist: Sie passen wie Schloß und Schlüssel zusammen.
  • Labortests: Spezifisch für Bb = nur bei Bb vorhanden.

Spezifität = statistische Aussage über die Fähigkeit eines Tests, Gesunde auch als gesund zu erkennen, also spezifisch für die Krankheit zu sein, d.h. nur diese Krankheit zu erkennen und keine andere. (Zahlenwert der Spezifität = prozentualer Anteil der Gesunden, die der Test als gesund erkennt). Beispiel: Spezifität des Haemoccult-Tests für Dickdarm- (einschl. Rektum-) Krebs ist 98 % [Simon JB, Fecal occult blood testing: clinical value and limitations. Gastroenterologist 1998 Mar;6(1):66-78], d.h. mit 98 % Sicherheit ist eine test-negative Person auch gesund. Für Details siehe Test.

Spirochäte = wellenförmiges Stäbchen-Bakterium, gramnegativ. Borrelia burgdorferi ist ein Bakterium des Spirochätentyps. Es kann zu sog. Spheroplastformen entarten, die eine unvollständige äußere Oberfläche, fehlende Flagellen und eine unvollständige Zellwand haben und sich nicht vermehren.

Spirochätose = Erkrankung durch Befall mit Spirochäten.

spontan = nicht durch äußere Einflüße herbeigeführt.

spp, Gattung: Borrelia spp bezeichnet alle Gattungen der Borrelia, also

Stamm von Borrelia burgdorferi = meist durch eine Buchstaben-Zahl-Kombination charakterisierte Gruppe von Borrelia burgdorferi sensu lato (Beispiel: B-31, siehe Tabelle mit weiteren Beispielen).

Staphylokokkus = grampositive, aerobe, unbewegliche kugelförmige Bakterien.

Steroide = kurz für Kortikoide oder Kortikosteroide = (meist) kortisonhaltige Präparate. Kommentare zum Kortikosteroid-Einsatz bei Lyme von

Sulbactam = beta-Lactamase-Hemmer, frei oder in fester Kombination mit Penicillinen angeboten, besitzt wie die Clavulansäure selbst nur schwache antimikrobielle Wirkung. S. behindert die Wirkung der beta-Lactamasen Typ II bis V. Schlechter Übergang in den Liquor (Kojda, S. 771).

Suppositorien = Zäpfchen.

Syndrom = Symptomenkomplex oder -muster, eine Ansammlung von Symptomen, die in ursächlichem Zusammenhang stehen oder auch vielfältige Ursachen haben.

Synkope = kurzer Ohnmachtsanfall bei Herzrhythmusstörungen

Synovektomie = operative Entfernung der Gelenkinnenhaut.

Synovia = Gelenkflüssigkeit.

systemisch = ein einzelnes Organsystem betreffend. Gegenteil:  generalisiert = den Gesamtorganismus betreffend.

Tachykardie (von griechisch tachys = schnell und dem griech. Wortstamm kard- = Herz) = Herzschlag von über 100 pro Minute.

Test = Überprüfung des Gesundheitszustands, meist über die Bestimmung eines die Gesundheit charakterisierenden Parameters, z.B. beim Test auf Darmkarzinom die Bestimmung von Blut im Stuhl (Test auf okkultes Blut, z.B. Haemoccult, HemeSelect). Der Test wird bewertet durch einen Vergleich mit den Ergebnissen einer unabhängigen Untersuchung ("Referenz-" auch "Gold-Standard" genannt), im angegebenen Beispiel durch eine visuelle Inspektion des Darms (Koloskopie).

Die Einzelheiten werden in folgendem Beispiel eines Tests auf okkultes Blut im Stuhl erläutert.

Folgende Bezeichnungen seien eingeführt:
N = Anzahl der untersuchten Personen,
g = Anzahl der durch Koloskopie herausgefundenen gesunden Menschen,
k = Anzahl der durch Koloskopie herausgefundenen kranken Menschen,
n = Anzahl der Personen ohne okkultes Blut (test-negativ = test-gesund),
p = Anzahl der Personen mit okkultem Blut (test-positiv = test-krank),

Eine Untersuchung von N = 400 Personen liefere folgendes Ergebnis:

Darstellung A

  • (k, p) = 4 Personen, d.h. 4 Personen seien krank und test-positiv ("zutreffend-positiv", "true positive", TP),
  • (k, n) = 1 Person, d.h. 1 Person sei krank und test-negativ ("falsch-negativ", "false negative", FN),
  • (g, p) = 40 Personen, d.h. 40 Personen seien gesund und test-positiv ("falsch-positiv", "false positive", FP),
  • (g, n) = 355 Personen, d.h. 355 Personen seien gesund und test-negativ ("zutreffend-negativ", "true negative", TN).
Statt dieser untersuchungsabhängigen Zahlen gibt man häufig zusammen mit der Anzahl N drei folgende Verhältniszahlen an, wobei folgende Beziehungen verwendet werden:
  • k = (k, p) + (k, n),
    in Worten: die Anzahl k der Kranken setzt sich zusammen aus der Anzahl der Kranken mit positivem Haemoccult-Testergebnis (k, p) und denen mit negativem Haemokkult-Testergebnis (k, n).
  • analog g = (g, p) + (g, n),
  • p = (k, p) + (g, p).

Das Untersuchungsergebnis sieht dann so aus:

Darstellung B
  1. sens = (k, p)/k = 0.8,
  2. spez = (g, n)/g = 0.9,
  3. PPV = (k, p)/p = 0.1, oder NPV = (g, n)/n
  4. N = 400 (Anzahl der untersuchten Personen).
Man drückt im allgemeinen diese Verhältniszahlen als Prozente aus.

Darstellung C

  1. Sensitivität = 100 (k, p)/k % = 80 %,
  2. Spezifität= 100 (g, n)/g % = 90 %,
  3. positiver Vorhersagewert (PPV) = 100 (k,p)/p % = 10 %,
  4. N = 400.
Testergebnisse in PieChart
Darstellungen A - C sind mathematisch identisch, d.h. sie drücken die Ergebnisse einer speziellen Untersuchung in verschiedenen "Sprachen" aus. Weichen die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen des gleichen Typs (z.B. in der Darstellung C) voneinander ab, weist dies auf die Qualität des Untersuchungstyps hin. Es zeigt also, daß nicht alle Untersuchungsbedingungen bekannt und kontrolliert sind.

Die Größen werden wie folgt interpretiert:
(
mathematische Formulierung)

  1. Sensitivität = Wahrscheinlichkeit, daß der Test eine kranke Person durch ein positives Testergebnis identifiziert. (Kurzform: "Welchen Bruchteil der Kranken findet der Test.")
  2. Spezifität = Wahrscheinlichkeit, daß der Test eine gesunde Person durch ein negatives Testergebnis identifiziert. (Kurzform: "Welchen Bruchteil der Gesunden findet der Test.")
  3. positiver Vorhersagewert (PPV) = Wahrscheinlichkeit, daß eine test-positive Person auch wirklich krank ist. (Kurzform: "Welcher Bruchteil der Testpositiven ist krank.")

Eine zusätzlich benutzte Größe ist der

negative Vorhersagewert (NPV) = Wahrscheinlichkeit, daß eine test-negative Person auch wirklich gesund ist (Kurzform: "Welcher Bruchteil der Testnegativen ist gesund."):

NPV = (g, n)/n = TN / n

Eine weitere zusätzlich benutzte Größe ist die "accuracy (ACC)"

ACC = ((k, p) + (g, n)) / (p + n) = (TP + TN) / (p + n)

Tests mit kontinuierlichem Ergebnis
Receiver Operating Characteristic (ROC)

Achtung: Ab hier werden die Begriffe TP, FP, TN, FN in ihrer normierten Form verwendet, anders als in Wikipedia, d.h.
TP = (k, p) / k
FP = (g, p) / g
TN = (g, n) / g
FN = (k, n) / k

sodaß
Sensitivität = TP
1 - Spezifität = FP
TP + FN = 1, TN + FP = 1

ROC ist die Kurve aus den Punkten {x = FP, y = TP}.
Sie ergibt sich also, wenn man TP und FP als Funktion des Testparameters (der "Testschwelle") gegeneinander aufträgt.

Es gibt Tests, die anders als der Haemokkult-Test mit seinen beiden Ergebnisse ("Blut vorhanden: ja, nein") eine kontinuierliche Reihe von Ergebnissen liefert, z.B. eine Färbung eines Substrats (wie bei der ELISA) oder die Konzentration eines Markers (des Prostata-spezifischen Antigens, PSA) beim Test auf Prostata-Krebs.

  • Der letztere Test ist die Prüfung, ob die Konzentration eines Antigens im Blut, des Prostata-spezifischen Antigens (PSA), einen Grenzwert ("Testschwelle") überschreitet. Wenn ja, wird das Testergebnis als positiv (p) gewertet, wenn nein, gilt das Testresultat als negativ (n).
  • Überprüft wird der Test mit einem sog. "Referenz-" (alternativer Name: "Gold-") Standard, z.B. Biopsien der Prostata oder -nach ihrer Entfernung aus dem Patienten- mit systematischen Schnitten durch sie ("step-section pathologic findings"). Der Ausgang solcher pathologischer Untersuchungen ist:
    • keine Krebszellen gefunden - Prostata ist gesund (g),
    • Krebszellen gefunden - Prostata enthält Krebs (k).

Das Folgende ist ein typisches Ergebnis einer Reihe von mehreren Tausend Tests (zitiert aus: Safarinejad MR [Urology Nephrology Research Center, Shaheed Beheshti University of Medical Sciences, Tehran, Iran], Population-based screening for prostate cancer by measuring free and total serum prostate-specific antigen in Iran, Ann Oncol, 2006 Jul;17(7):1166-71)

"MATERIALS AND METHODS:

For 9 years (1996 to 2004) in Tehran, Iran, 3670 Iranian men older than 40 years were mass checked by PSA-based screening. They were invited to have a digital rectal examination (DRE), serum PSA assay and -if the DRE was clinically suspicious of malignancy, the serum total PSA [free plus complexed chemical form] was > or =2.1 ng/ml or free-to-total PSA (f/tPSA) ratio < or=15%- transrectal ultrasonography (TRUS)-guided sextant prostate biopsy.

RESULTS: [tPSA]

  • In 433 (11.8%) of screened males,
    1. tPSA levels exceeded the cut-off value of > or = 2.1 ng/ml and
    2. 128 prostate cancers were diagnosed [positive predictive value (PPV) 29.6%] corresponding to an overall detection rate of 3.5%.
  • Altogether 138 cancers were detected (detection rate 3.8%); none were stage M(1), three were stage N(+) and 4 stage T(3). A threshold tPSA of > or = 2.1 ng/ml would have detected 128 cancers in 447 biopsied men (PPV 29%).
Ergebnis des Screening mit totPSA
Ergebnis des Screening mit der totalen PSA-Konzentration tPSA als Testparameter. Referenz-Standard: Biopsie
Als Verteilung der tPSA-Konzentrationen wurden hier zur Verdeutlichung weitgehend beliebige Gaußverteilungen angenommen (realistische Verteilungen):
Verteilung der Gesunden: linke (vorwiegend blaue) Gaußkurve,
Verteilung der Kranken: rechte (vorwiegend gelb-orange) Gaußkurve.
RESULTS: [tPSA & fPSA/tPSA]

[In 443 of screened men] there were

  1. 109 of 138 (79%) men with cancer who had an f/tPSA of < or = 15%, while
  2. 152 of 305 (49.8%) with benign biopsies had a f/tPSA of < or = 15%,
which corresponds to a positive predictive value (PPV) of 30.8%."
Testergebnis fuer tPSA>2.11 ng/mL, fPSA/tPSA<0.15

Bei solchen Tests haben Gesunde und Kranke unterschiedliche Ergebnis-Verteilungen (im Beispiel: PSA-Konzentrationsverteilungen), wie in Abb. ROC1 dargestellt. Unterhalb einer Test-Schwelle werden die Testresultate als negativ, oberhalb als positiv gewertet. Die Schwelle teilt die Fläche unter der Glockenkurve der Gesunden in True Negative (TN, die rechts durch die Schwelle und links durch die Glockenkurve für Gesunde begrenzte Fläche) und False Positive (FP, die links durch die Schwelle und rechts durch die Glockenkurve für Gesunde begrenzte Fläche). Analog teilt die Schwelle die Fläche unter der Glockenkurve der Kranken in False Negative (FN) und True Positive (TP).

test result distributions, colors (H/S/B): TP = 89/92/95, FP = 164/94/99 Abbildung ROC1: Verteilung der Test-Resultate bei Gesunden und Kranken. Die Gesamtfläche unter jeder durch ihre Glockenkurve dargestellten Verteilung ist 1 (nach Wikipedia, Receiver Operating Characteristic).

Die Test-Schwelle unterteilt die Gesunden und die Kranken in Test-Positive und Test-Negative: Test-Negative (TN und FN) liegen unterhalb der Schwelle, Test-Positive (TP, FP) oberhalb. In der Wahl der Lage der Test-Schwelle, ist man frei. Es ergibt sich für jede Wahl der Test-Schwelle ein Wert {TP, FP}. Wie unten ausgeführt wird, bildet die Gesamtheit aller Punkte {FP, TP}, die man bei Variation der Test-Schwelle erhält, die sog. Receiver Operating Characteristic (Beispiel: Receiver Operating Characteristic for test on prostate cancer using the total prostate specific antigen (PSA or tPSA) concentration as test variable).

Mathematisches Modell
Annahme: die in Abbildung ROC1 dargestellten Verteilungen seien Normalverteilungen f. m ist das Zentrum der Normalverteilung (mgesund = muh, (mkrank = mus) und entsprechend s ihre Breite.

normal distribution

Die Flächen unter den Kurven (links der Schwelle, d.h. TN, FN) lassen sich durch die folgende Funktion F ausdrücken, wobei erf die sogenannte Errorfunction ist:

cumulative distribution function

Die Flächen rechts der Schwelle lassen sich durch die Differenz zwischen 1 (der Fläche unter der gesamten Normalverteilung f) und der Fläche links von der Schwelle ausdrücken.

In der Schreibweise von Mathematica version 2:
(Man kann die folgenden Zeilen kopieren und als Eingabe für das Programm Mathematica verwenden.)

f[x_, mu_, sig_] := 1/(sig Sqrt[2 Pi]) Exp[- (x - mu)^2/(2 sig^2)];
Cdf[x_, mu_, sig_] := 1/2 (1 + Erf[(x-mu)/(sig Sqrt[2])]);

TN[x_, mu_, sig_] := Cdf[x, mu, sig]; (*True Negative, TN = gn*)
FN[x_, mu_, sig_] := Cdf[x, mu, sig]; (*False Negative, FN = kn*)
TP[x_, mu_, sig_] := 1 - Cdf[x, mu, sig]; (*True Positive, TP = kp*)
FP[x_, mu_, sig_] := 1 - Cdf[x, mu, sig]; (*False Positive, FP = gp*)

ROC[mug_, muk_, sigg_, sigk_] := ParametricPlot[{FP[x, muh, sigh], TP[x, mus, sigs]}, {x, muh - 4 sigh, mus + 4 sigs}, PlotRange->{{0, 1}, {0, 1}}, AspectRatio->1/1, Frame->True, GridLines->Automatic];(*Receiver Operating Characteristic, ROC. Index g bedeutet gesund (healthy), Index k bedeutet krank (ill)*)

Area Under the Curve (AUC) kann numerisch aus der Darstellung der ROC berechnet werden: Man teilt die ROC in n Segmente auf. Die Segmente liegen zwischen den folgenden Punkten:
{TP1, FP1}, {TP2, FP2}, ... {TPn, FPn}:

Beispiel für die Berechnung einer ROC und der dazugehörenden AUC

ROC unterteilt in Segmente
Abbildung ROC3: Receiver Operating Characteristic (ROC), konstruiert aus den Verteilungen der Abb. ROC2.
Die Gesamtzahl der Gesunden (Flächen TN + FP) und die der Kranken (Flächen FN + TP) sind je zu 1 festgelegt. Daher ist TP identisch mit der Sensitivität und TN identisch mit der Spezifität. Die ROC gibt die Gesamtheit (TP, FP) der möglichen Testergebnisse und charakterisiert damit die Qualität des Tests: Durch Wahl der Schwelle kann man nur noch die Sensitivität TP auf Kosten der Spezifität TN verändern, wie durch die 3 Pie Charts a - c veranschaulicht.

Berechnung der AUC mit Mathematica:
Die nebenstehende Receiver Operating Characteristic (ROC, Abb. ROC3) wurde

  1. berechnet mit den hierunter abgebildeten Normalverteilungen
    Normalverteilungen verwendet fuer die Berechnung der ROC
    Abbildung ROC2: (Normal-)Verteilungen für die Gesunden (f[x, 1, 0.5]) und Kranken (f[x, 2, 1]) verwendet zur Berechnung der ROC in Abb. ROC3. Die Anzahl der Kranken = FN + TP = 1, die Anzahl der Gesunden = TN + FP = 1. Die eingezeichnete Lage der Testschwelle gilt für den Punkt (b) auf der ROC und die dazugehörende Pie Chart (in Abb. ROC3).

  2. und dann aufgeteilt in 16 Segmente (die Segmentgrenzen sind als winzige weiße und schwarze Punkte auf der ROC-Kurve angedeutet).
    Needs["NumericalMath`ListIntegrate`"]

    ListIntegrate[{{TP1, FP1}, {TP2, FP2}, ... {TPn, FPn}}]

    In[216]:= ListIntegrate[{{0.002385, 0.383008}, {0.010893, 0.444695}, {0.023656, 0.508508}, {0.044927, 0.568068}, {0.078961, 0.621246}, {0.125758, 0.665916}, {0.193826, 0.714839}, {0.272529, 0.757382}, {0.344851, 0.787161}, {0.436318, 0.821195}, {0.52353, 0.848848}, {0.617123, 0.874374}, {0.74475, 0.908407}, {0.855361, 0.938187}, {0.965971, 0.972221}, {0.997878, 0.997747}}]

    Out[216]= 0.812237

Ergebnis: Area Under the Curve (AUC) = 0.812

Testergebnisse (a, b, c) für 3 Positionen der Testschwelle sind in als Pie Charts dargestellt. Die Anordnung der Felder in den Pie Charts ist in allen 3 Fällen dieselbe.

Die ROC schmiegt sich umso mehr den Koordinatenachsen an (und die AUC nähert sich damit umso mehr dem Wert 1), je besser die Normalverteilungen der getesteten Eigenschaft für Gesunde und Kranke getrennt liegen, d.h. je stärker sich die Gesunden von den Kranken an Hand der Testeigenschaft unterscheiden lassen. Ist die Testeigenschaft als Unterscheidungsmerkmal ungeeignet, d.h. liegen die Normalverteilungen für Gesunde und Kranke exakt übereinander, dann ist die ROC eine unter 45 Grad geneigte Gerade und die AUC = 0.5 (s. Abb. ROC4).

Realistische ROCs für Tests auf Prostata-Krebs
Prostate Cancer Diagnostics und Characteristics: Sensitivity, Specificity, Positive and Negative Predictive Value.

ROC fuer die Normalverteilungen, den Test auf totales PSA und auf das Verhaeltnis von freiem zu totalem PSA
Abbildung ROC4: ROCs für
  1. den Test auf totales PSA (tPSA) mit Biopsie als Referenz-Standard,
  2. den Test auf das Verhältnis von freiem zu totalem PSA (fPSA/tPSA) mit Biopsie als Referenz-Standard,
  3. den DiaPat-Test mit Biopsie als Referenz-Standard und
  4. Magnetresonanztomographie und Magnetresonanzspektrographie-Modell (MRI- und MRI/MRSI-Model) mit histologischer Untersuchung der totalen, entfernten Prostata als Referenz-Standard,
überlagert der ROC, die in Abb. ROC3 für die Normalverteilungen in Abb. ROC2 dargestellt wurde.

Während bei den ersten beiden Tests die "gesunden" und "kranken" Verteilungen eines einzelnen Parameters (Test-Resultat x = tPSA-Konzentration bzw. das fPSA/tPSA-Konzentrationsverhältnis) verwendet werden, sind es bei den letzten beiden Tests mehrere Parameter, die zugleich berücksichtigt werden:
  • Der DiaPat-Test ("Proteom-Analyse") korreliert rein statistisch das Konzentrationsspektrum einer großen Zahl von Polypeptiden (dem "Proteinmuster") im Urin mit bei Biopsien gefundenem Prostata-Karzinom.
  • Die MRI- und MRI/MRSI-Tests auf unbedeutendes Karzinom gewichten 5 Parameter
    1. totale PSA-Konzentration,
    2. Prostata-Volumen,
    3. klinisches Stadium (T1c, T2),
    4. Prozent der Biopsien mit Karzinombefund,
    5. Bewertungsskala für MRI oder MRSI
    und addieren sie zu einem einzelnen Parameter auf. Mit diesem wird dann analog verfahren wie bisher für Tests mit einem einzelnen Testparameter beschrieben (Details, warum MRI/MRSI zur Diagnose herangezogen wird).

Patientencharakterisierung:

  1. DiaPat-, tPSA, fPSA/tPSA-Daten: samples from 47 patients who underwent prostate biopsy, 21 of this group had benign pathology and 26 had prostata cancer.
    Quelle:

  2. MRI/MRSI-Daten: 220 patients (cT stage T1c or T2a, prostate-specific antigen level <20 ng/mL, biopsy Gleason score 6, with 41% of the patients having insignificant cancer. Insignificant cancer was defined from surgical pathology as organ-confined cancer of < 0.5 cm3 with no poorly differentiated elements.
    Quelle: Shukla-Dave A, Hricak H, Kattan MW, Pucar D, Kuroiwa K, Chen HN, Spector J, Koutcher JA, Zakian KL, Scardino PT, The utility of magnetic resonance imaging and spectroscopy for predicting insignificant prostate cancer: an initial analysis., BJU Int. 99(4):786-793 (April 2007).

ROCs fuer eine Reihe von PSA-Komplexen
Abbildung ROC5: ROCs (Referenz-Standard = Biopsie) für folgende einzeln verwendete Testparameter:
  • totale PSA-Konzentration (PSA),
  • totale PSA-Konzentration dividiert durch das Prostata-Volumen (PSAD),
  • PSA-ACT-Komplex-Konzentration (ACT = alpha-1-antichymotrypsin) (ACT),
  • PSA-ACT-Komplex-Konzentration dividiert durch das Prostata-Volumen (ACTD),
  • die Verhältnisse
    1. von freier PSA- zu totaler PSA- (F/T), und
    2. von freier PSA- zur PSA-ACT-Komplex-Konzentration (F/ACT)

Patientencharakterisierung: 281 Patienten ohne vorherigen Befund von Prostatakarzinom, Altersbereich 35 ... 89 Jahre (Mittel: 69.9 Jahre), totale PSA-Konzentration tPSA = 4.1 ng/mL ... 20.0 ng/mL. 221 dieser Männer hatten tPSA = 4.1 ... 10 ng/mL.
Quelle: Saika T, et al. "Prostate specific antigen complexed to alpha-1-antichymotrypsin in patients with intermediate prostate specific antigen levels.", Cancer. 2002 Mar 15;94(6):1685-91.

Zur Orientierung bezgl. der Lage der Schwelle für die totale PSA-Konzentration bei über 60-Jährigen (Quelle: Punglia et al, insbesondere Abb. 2, im Lymenet.de-Cache): Wenn die Test-Schwelle bei einer totalen PSA-Konzentration von

  • 2 ng/mL festgelegt wird, beträgt die (auf Verifikations-Bias korrigierte) Sensititvität etwa 0.67,
  • 4 ng/mL festgelegt wird, beträgt die (auf Verifikations-Bias korrigierte) Sensititvität etwa 0.35
  • 6 ng/mL festgelegt wird, beträgt die (auf Verifikations-Bias korrigierte) Sensititvität etwa 0.18.
Verifikations-Bias: Die untersuchte und als repräsentativ angesetzte Population enthält mehr Prostata-Krebsfälle als die tatsächlich repräsentative Population. Daher überlappen sich die Verteilungen von Kranken und Gesunden mehr als repräsentativ wäre.


Basis- und fortgeschrittenes Modell in Shukla-Dave et al.
click on Figure to see comparison of ROCs for these MRI/MRSI models and Coakley's tPSA time gradient (tPSA "velocity") model (Fergus V. Coakley, Irene Chen, Aliya Qayyum, Antonio C. Westphalen, Peter R. Carroll, Hedvig Hricak, Mei-hsiu Chen, John Kurhanewicz (2007), Validity of prostate-specific antigen as a tumour marker in men with prostate cancer managed by watchful-waiting: correlation with findings at serial endorectal magnetic resonance imaging and spectroscopic imaging, BJU International 99 (1), 41-45.)

Abbildung ROC6: Vergleich des MRI- und MRI/MRSI-Modells der Abb. ROC4 (oberste beide Kurven in Abb. ROC6) mit zwei Modellen, die folgende Testparameter zugleich verwenden (Methode, vgl. dagegen (Stand: April 2007): AUC für reine MRI und MRSI mit Biopsie als Referenz-Standard: 0.70 und 0.63)

  1. Basis-Modell, dargestellt in Form eines klinischen Nomogramms. Es enthält
    • die (totale) PSA-Konzentration,
    • das klinische Karzinom-Stadium und
    • primären und sekundären Biopsie-Gleason-Grad.
  2. Das fortgeschrittene ("medium") Modell enthält
    • die (totale) PSA-Konzentration,
    • das klinische Karzinom-Stadium,
    • den primären und sekundären Gleason-Grad der Biopsie,
    • den Prozentsatz an karzinom-positiven Biopsie-Proben und
    • das Prostata-Volumen zum Zeitpunkt der MRI/MRSI-Untersuchung.
  3. Das MRI- und das MRI/MRSI-Modell enthalten 5 Testgrößen:
    1. die totale PSA-Konzentration,
    2. das Prostata-Volumen,
    3. das klinisches Stadium (T1c, T2),
    4. den Prozentsatz an Biopsien, bei dem Karzinom gefunden wurde,
    5. eine Bewertungsskala für MRI oder MRSI.

Patientencharakterisierung wie unter Abb. ROC4 für die MRI-Daten angegeben.

Quelle: Shukla-Dave A, Hricak H, Kattan MW, Pucar D, Kuroiwa K, Chen HN, Spector J, Koutcher JA, Zakian KL, Scardino PT, The utility of magnetic resonance imaging and spectroscopy for predicting insignificant prostate cancer: an initial analysis., BJU Int. 99(4):786-793 (April 2007):


Borreliose-Test nach Zeckenstich
Wichtige Information für den Arzt ist der Vergleich von 2 Testergebnissen:

  1. Test direkt (möglichst weniger als 24 Stunden) nach dem Zeckenstich (in der sog. akuten Phase)
  2. Test zwei Wochen später (in der sog. konvaleszenten Phase).
Ein (weitläufig mit Borreliose in Verbindung stehender) Unterschied zwischen diesen beiden Testergebnissen weist auf eine Borreliose-Infektion hin, auch wenn Tests 1 und 2 (beide Tests oder einer von beiden) grenzwertig oder negativ sind.

Siehe auch

Sensibilisierung für den Borreliosetest
Menschen können viele Jahre nach der auslösenden Borreliose-Infektion neurologische Borreliose-Symptome haben aber nicht ausreichend viele Westernblot-Banden, um als "Borreliose-positiv" zu gelten. Manche Ärzte geben in diesen Fällen versuchsweise für eine Woche Doxycyclin oral (oder stärkere Antibiotika) und machen dann den Test erneut. Diese neuen Tests sind erfahrungsgemäß fast immer positiv, obwohl man erwarten sollte, daß nach einer Behandlung -ob erfolgreich oder nicht- weniger Banden auftreten.

einige Tests auf Lyme, zusätzlich zu Western Blot und ELISA (für mehr siehe Untersuchung auf LB):

  1. Einige Literatur:
  2. C6 Lyme Peptide ELISA von Biomedica:
    Boston Biomedica, Inc., 75 North Mountain Road, New Britain, CT 06053 - 3478, USA, kündete im 2. Halbjahr 2000 einen neuen Lyme-Test an (Probenspezifikation und Telefon-Nummer) .
    Wissenschaftler hatten 6 Oberflächenproteine auf B. burgdorferi entdeckt, die konstant bleiben, sich also z.B. nicht in einem "Antigen-Variation" genannten Prozeß den Lebensumständen anpassen, wie die äußeren Oberflächenmoleküle OspA, ...OspC (nach u.a. letzteren sucht die ELISA-Diagnostik zur Zeit). Wissenschaftler nennen diese konstanten Proteine IR1 ... IR6 (IR nach "invariable region"). IR6 findet sich auf allen Stämmen des Lyme-Erregers und erzeugt eine starke Abwehrreaktion des Immunsystems von infizierten Patienten. Die C6 Lyme Peptide ELISA (C6 LPE) bestimmt Antikörper gegen das IR6 in infizierten Patienten (Quelle: Lyme Disease Foundation).

    Weitere Info darüber:

  3. Columbia University, New York: Neuropsychologische Tests.
  4. R.C. Shoemaker: Visual Contrast Sensitivity Test
  5. Advanced Laboratory Services. Spezialisierung auf Borrelien/Spirochäten-Kulturen mit hoher Sensitivität.
    "Also see Lymenet Europe (LNE) topic: Joe Burrascano Announces New Borrelia Culture Test.

    Informational post quote:

    Advanced Laboratory Services Inc. (ALSI) has announced a new culture test for Lyme disease. (...) The new test is based on research conducted by Dr. Eva Sapi and colleagues, which CALDA helped fund. Results of the research published earlier this year demonstrated the improved culture method for Borrelia burgdorferi, the agent of Lyme disease, and the technique has recently been corroborated using human blood samples. Larger confirmatory studies of the test are now being pursued. Dr. Joseph Burrascano, a pioneer in the treatment of Lyme disease, consulted with ALSI to help make the test commercially available.


    The study on which the culture test supposedly is based upon Eva Sapi et al, Evaluation of in-vitro antibiotic susceptibility of different morphological forms of Borrelia burgdorferi - (LNE topic)."

    Quelle: Advanced Laboratory Services' Borrelia Blood Culture, 17. Mai 2012.

Eine Meinungsäußerung zur C6 Lyme Peptide ELISA von J. Gruber

Weil C6 LPE nur nach einem Protein (IR6) sucht -im Gegensatz zu den anderen serologischen Tests-, vermittelt sie ein falsches Schwarz-Weiß-Bild, wo eine mehr nuancierte klinische Beurteilung erforderlich ist: Man ist nach C6 LPE entweder eindeutig positiv (man hat IR6) oder eindeutig negativ (man hat IR6 nicht). Bei den anderen Tests kann man positiv bzgl. einiger Bb-Proteine sein und negativ bzgl. anderer, was Raum zum Einbeziehen auch klinischer Information gibt. C6 LPE sollte daher nicht als ein Ersatz für andere Tests betrachtet werden. Seit vielen Monaten (Stand Oktober 2003) prüft die amerikanische Food and Drug Administration (FDA), ob C6 LPE als Ersatz für die anderen Tests eingesetzt werden kann.

Tetracycline (T) = Tetracyclin-Klasse = das Breitbandantibiotikum Tetracyclin und seine Derivate (z.B. Doxycyclin).

  • Wirkungsweise: Man nimmt an, daß T. die Proteinsynthese blockieren, indem sie sich an das 30 S Ribosom binden. Bei gram-negativen Bakterien diffundieren sie durch die hydrophilen Kanäle zwischen den Porin-Proteinen der äußeren Membran (AM). Bakterien ziehen sie anschließend aktiv, d.h. unter Energieaufwand durch die Zytoplasmamembran (ZM) ins Zellplasma, wo sie ihre Wirkung ausüben. Säugetierzellen haben nicht die Fähigkeit, T. durch die Zellplasmamembran zu schaffen.
    T. sind bei oraler Einnahme bakteriostatisch (i.v. anfangs auch bakterizid).
  • Verteilung im Köper: Entzündung der Meningen ist keine notwendige Voraussetzung dafür, daß die Tetracycline in den Liquor gelangen. Diese Medikamente dringen ausgezeichnet in die meisten anderen Flüssigkeiten und Gewebe ein. Konzentrationen in Synovialflüssigkeit und der Schleimhaut der Kieferhöhle erreichen die im Plasma.
  • T. bilden mit höherwertigen Kationen (z.B. Ca2+, Mg2+, Fe3+) schwerlösliche Komplexe, die im Magen-Darm-Trakt schlecht resorbiert werden. Sie sollten daher nicht mit Milchprodukten zusammen eingenommen werden (wie auf Beipackzettel näher ausgeführt). Aber: "Falls Magen-Irritation auftritt, wird empfohlen, Doxycyclin mit Nahrung oder Milch zu geben. Die Absorption von D. wird nicht bedeutsam beeinflußt durch die gleichzeitige Einnahme von Nahrung oder Milch." (Auszug aus dem 2003 Physicians' Desk Reference). Siehe auch Stephanie Hanes, "Rite Aid ordered to pay woman $250,000 Owings Mills resident claimed directions for taking medication led to her disabilities", Baltimore Sun, May 30, 2003 (Search Baltimore Sun).
  • Behandlungsdauer: Sam Donta hat gezeigt, daß bei chronischem Lyme eine Therapie mit Tetracyclinen wenigstens 3 Monate andauern muß, um eine adäquate Antwort überhaupt einzuleiten (Donta ST, Tetracycline therapy for chronic Lyme disease, Clin Infect Dis 1997 Jul;25 Suppl 1:S52-6.)
  • Nebenwirkungen: Übelkeit, Störungen des Magen-Darm-Trakts, der Blutgerinnung, Leberfunktion, des Herzrythmus (bei i.v. Anwendung durch das in i.v. Präparaten enthaltene Mg). UV-Lichtanfälligkeit der Haut (Sonnenschutz, mehr zur Wirkung von UV-Strahlung auf unsere Haut). Schädigende Ablagerung in der Knochen- und Zahnsubstanz (besonders bei Kindern und in der Schwangerschaft).
  • Pharmacokinetische Daten für durchschnittliche Menschen:
    • Tetracyclin
      (aus: Raghuram, T.C., and Krishnaswamy, K. Pharmacokinetics of tetracycline in nutritional ocdema. Chemotherapy, 1982, 28:428-433)
      Verfügbarkeit bei Einnahme (durch Mund): 77 %
      Ausscheidung mit Urin: 58 + - 8 %
      an Plasma gebunden: 65 + - 3 %
      Eliminationshalbwertszeit: 10.6 + - 1.5 h
    • Doxycyclin
      (aus: Saivin, S., and Houin, G. Clinical pharmacokinetics of doxycycline and minocycline. Clin. Pharmacokinet., 1988, 15:355-366)
      Verfügbarkeit bei Einnahme (durch Mund): 93 %
      Ausscheidung mit Urin: 41 + - 19 %
      an Plasma gebunden: 88 + - 5 %
      Eliminationshalbwertszeit: 16 +- 6 h
  • Literatur: Chopra I, Roberts M, Tetracycline antibiotics: mode of action, applications, molecular biology, and epidemiology of bacterial resistance. Microbiol Mol Biol Rev 2001;65:232-60.

TI-1 Antigene = Thymus-unabhängige Antigene vom Typ 1. Sie hinterlassen im Immunsystem keinen bleibenden Eindruck (keinen sog. "memory effect"), der die Immunabwehr beim zweiten Eintreffen der Antigene in unserem Körper beschleunigen und erhöhen könnte (Kuby, S. 202). Beispiele: Zellwandbestandteile (z.B. Osp's) und Bestandteile der äußeren Oberfläche (z.B. LPS) von Bb.

Titer = Maß für die Konzentration C eines Stoffes S in einem Probenvolumen P, ausgedrückt als die kleinste Verdünnungszahl V/P, wobei V das Volumen einer hinzugefügten verdünnenden Flüssigkeit ist, bei dem S wegen seiner geringen Konzentration nicht mehr nachweisbar ist. Titer ist ein vom chemischen Begriff der Titration, d.h. der Zumischung (hier der verdünnenden Flüssigkeit, meist Wasser), abgeleiteter Begriff. Ein Titer V/P = 200 bedeutet also: Wenn eine Probe von Serum, das einen Antikörper S gelöst enthält, z.B. ein Volumen P = 5 ml hat, kann man V = 200 x 5 ml = 1000 ml Wasser hinzufügen, bevor der S wegen zu hoher Verdünnung unsichtbar wird. Eine hohe Verdünnungszahl V/P (im Beispiel V/P = 200) bedeutet also eine hohe Konzentration C.

Tourette-Syndrom = als Folge von Striatumläsionen und bei Neuro- und Psychopathie vorkommende motorische, im Affekt eventuell zu choreatischem Sturm gesteigerte Automatismen (Tics) des Gesichts und anderer Regionen, sowie unmotivierte Wutausbrüche. (siehe auch Lyme disease presenting as Tourette's syndrome)

Nach Gerald Edelmans Theorie des neuralen Darwinismus (dargestellt in seinem Buch "Bright Air, Brilliant Fire: On the Matter of the Mind", Basic Books, 280 pp., $25.00. Es gibt eine deutsche Übersetzung davon) ist der Prozeß des Sehens, Erkennens ein aktiver, d.h. das Gehirn erstellt ein Bild, ein Modell der Wirklichkeit nach den geistig verarbeiteten, also gefilterten, eingehenden Informationen. Dieses Bild verändert sich fortwährend mit dem Verarbeiten neuer, z.T. anderer Information.

Damit ist der Zustand des Bewußtseins ein höchst persönlicher, zuweilen sehr starker und somit erleuchteter. Verstärkung erlaubt die Möglichkeiten nicht nur einer gesunden Fülle und Hingebung, sondern auch einer ziemlich bedrohlichen Extravaganz, Abweichung, Monströsität - die Art von "Zu-Vielheit", die immerfort in Awakenings - Die Zeit des Erwachens drohend aufsteigt, wenn Patienten, im Zustand der Übererregung, zum Zusammenbruch und zu fehlender Kontrolle tendierten, eine Überwältigung durch Impuls, Eindruck und Wille, besessen von (oder verloren in) einer wild gewordenen Physiologie. - Diese Gefahr liegt eingebaut in den Tiefen der Natur des Wachstums und Lebens. Wachstum kann 'Überwachstum' werden, Leben 'Hyper-Leben'. Alle "Hyper'-Zustände können monströs, verkehrte Veränderungen, 'Para'-Zustände werden: gesteigerte Motorik tendiert zu Paramotorik - abnormale Bewegungen, Chorea (schnelle Kontraktionen von Muskelgruppen, in leichten Fällen nur "ungeschickt" oder "faxenhaft" , grimassierend wirkend, d. Übers.), Tics. Hyper-Erkenntnis wird leicht Para-Erkenntnis - Verkehrungen, Erscheinungen, der krankhaft-geschärften Sinne. Die Feuer der 'Hyper'-Zustände können gewaltsame Leidenschaften werden. - Das Paradox einer Krankheit, die sich als Wohlbefinden zeigt - als ein wundervolles Gefühl von Gesundheit und Wohlsein, und erst später ihre schädlichen Möglichkeiten zeigt- ist eine der Chimären, Kunstgriffe und Ironien der Natur. Es ist eines, das eine Anzahl von Künstlern fasziniert hat, insbesondere diese, die Kunst mit Krankheit gleichsetzen: dies ist ein Thema -zugleich dionysisch, venusisch und faustisch- das ständig bei Thomas Mann wiederkehrt - von den fieberhaften Tuberkulose-Höhen im "Zauberberg" zu den spirochetalen Eingebungen im Dr. Faustus und der aphrodisischen Bösartigkeit in seiner letzten Erzählung "Der Schwarze Schwan".
(aus der Einleitung zum Kapitel "Exzesse - Übermaß" in Oliver Sacks's Buch "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte", Rowohlt, 1990).
siehe auch Neurology Web Forums at Massachusetts General Hospital.

Toxizität = Giftigkeit.

Trauma = Wunde, Verletzung, den Organismus schädigende Einwirkung, im engeren Sinne der so entstandene Schaden.

-trophie von griechisch trephein = ernähren.

nervus trigeminus = steuert die synchrone Bewegung beider Augäpfel, bei Funktionsstörungen richten sich beide Augen auf verschiedene Objekte (Doppelbilder).

tubulär = von lat. tubula = kleines Rohr, hier das Leitungssystem der Niere.

T-Zelle = Lymphozyte, die in der Thymus-Drüse reift (daher der Name T-Zelle, zu unterscheiden von der B-Zelle, die im Knochenmark, im Englischen "bone-marrow", erzeugt wird). Die T-Zelle trägt einen (T-Zellen-) Rezeptor CD3 und CD4 oder CD8, der sich an einen entsprechenden Rezeptor (MHC-Molekül) festhakt, der von der infizierten (Wirts-) Zelle dargeboten wird. Es gibt verschiedene T-Zellen-Unterpopulationen, z.B.

  • T-Helfer-Zellen (TH), d.h. solche, die Zytokine absondern zur Aktivierung der B-Zellen und
  • T-zytotoxische Zellen (CTL's), welche veränderte (solche, die eine Infektion anzeigen) Zellen beseitigen.
Details in Kuby, Kapitel 1, S. 12 ff, Kap. 1 in 4. Ausgabe).

Übertragung von B. burgdorferi durch Milch (1, 2, 3).

Vagina = weibliche Scheide.

Vakuole = kleiner wäßrig gefüllter Hohlraum von halb-, d.h. nur in einer Richtung, durchlässiger Membran umgeben.

Vancomycin = Antibiotikum, das den Aufbau der Zellwand (grampositiver) Bakterien hemmt (Zellwand-Antibiotikum). Vancomycin blockiert den Zellwandaufbau direkt in der Zytoplasma-Membran (ZM), während die beta-Lactam-Antibiotika an deren dem periplasmatischen Raum zugewandten Außenfläche dieser Membran wirken.

  • Zur Lage von Zytoplasma-Membran und periplasmatischem Raum siehe dieses Schema.
  • Mehr dazu finden Sie z.B. in Abb. 43-5 von Chambers HF, Hadley WK, Jawetz E, "Beta-lactam antibiotics & other inhibitors of cell wall synthesis", Seite 729 in: Basic & Clinical Pharmacology (Katzung BG, Herausgeber), 1151 Seiten, Preis DM 124, Appleton & Lange, Stamford, CT, USA, 1998.

vasa (lateinisch) = Gefäß. Hier Wortteil für Blutgefäß.

vegetativ = gesteuert vom vegetativen, d.h. unbewußten, Nervensystem und seinen Funktionen.

ventrikulär = Ventrikel betreffend, Ventrikel (beim Herz) = Herzkammer.

Verteilungsvolumen (Volume of Distribution) V = fiktives Volumen. Es is definiert als

V = m/C

wobei
m = Menge des Antibiotikums im gesamten Körper (g). Sie wird aus der Menge des Antibiotikums berechnet, die verabreicht wurde.
C = Konzentration des Antibiotikums im Blut (g des Antibiotikums/ml Blut).

Das

  1. Plasma-Volumen eines typischen 70 kg schweren Menschen ist 3 Liter,
  2. Blutvolumen ist etwa 5.5 Liter,
  3. extrazellulare Flüssigkeitsvolumen zusätzlich zum Plasma ist 12 Liter, und
  4. Volumen des gesamten Körperwassers ist ungefähr 42 Liter.
Viele Antibiotika weisen Verteilungsvolumina weit oberhalb dieser Werte auf, was ein Zeichen dafür ist, daß sie vornehmlich andere Kompartments des Körper einnehmen als (1. - 4.).

Example:
If 500 mg of digoxin were in the body of a 70-kg subject, a plasma concentration C of approximately 0.7 ng/ml would be observed. Dividing the amount of drug in the body (500 mg) by the plasma concentration (0.7 ng/ml) yields a volume of distribution for digoxin of about 700 liters, or a value ten times greater than the total body volume of a 70-kg man.
In fact, digoxin, which is relatively hydrophobic, distributes preferentially to muscle and adipose tissue and to its specific receptors, leaving a very small amount of drug in the plasma.

Virulenz (lat. virulentus = voller Gift) = Grad der Agressivität von Mikroorganismen.

vls = vmp-like sequence, eine DNA-Sequenz auf einem Gen. Die Sequenzen werden mit Großbuchstaben, z.B. E, unterschieden, d.h. vlsE bezeichnet eine DNA-Sequenz auf einem Plasmid, die die Instruktionen zum Aufbau eines Haupt-Oberflächenproteins von Bb kodiert enthät ("kodiert"). VlsE ist das dazugehörende System.

vmp = variable major protein, ein Gen, das die Instruktionen zur Herstellung (expression) eines Haupt-Proteins von Bb enthält. Kleinschreibung bezeichnet die DNA-Sequenz, Großschreibung das dazugehörende DNA-System..

Western Blot (WB) = Nachweis von (im allgemeinen freien, d.h. nicht in Komplexen gebundenen)

  • Antigenen (IgeneX-Beschreibung) oder
  • Antikörpern. Diese Testvariante wird auch Western-Immunoblot genannt.
durch eine Kombination von Chromatographie und Antikörper-Reaktion.

Bei Borreliose beeinflussen Antigen- oder Antikörper-Komplexe das Test-Ergebnis. Sie müssen vor Testbeginn aufgebrochen werden. Wenn dies nicht ausdrücklich in der Mitteilung des Testergebnisses vermerkt ist, sollte man davon ausgehen, daß es nicht geschehen ist, d.h. solche Komplexe ignoriert wurden, und daß daher das Testergebnis einen unbekannten Fehler aufweist.

Siehe auch

Technischer Hintergrund

Schritte beim Western Immunoblot
siehe auch Amersham Selection Guide Western Blotting oder Brouqui et al., Guidelines for the diagnosis of tick-borne bacterial diseases in Europe (2004)

  1. Ein Gemisch von Borrelia-burgdorferi-Proteinen ("Antigenquelle" mit z.B. Osp) wird durch Elektrophorese chromatographisch nach Massen (z.B. gegeben in kDalton, kD) getrennt. Das Gemisch ist eine herstellerspezifische Rezeptur (siehe "Technical effects on serological results, 1. Antigens" in Everth U et al., Selected Aspects of Borrelia Burgdorferi Serology)
  2. Die Reihe der nun einzelnen Bb-Proteine wird in einer Nitrozellulose-Membran festgelegt.
  3. Das weitere Vorgehen ist ähnlich dem bei ELISA - die Zellulosemembran wird dem Patientenserum ausgesetzt, und der Ort, wo sich ein Komplex aus Patienten-Antikörper und Bb-Protein bildet, wird durch eine "Chemilumineszenz-Entwicklerflüssigkeit" sichtbar gemacht. Diese enthält eine Substanz und ein Enzym. Die Substanz hat die Eigenschaft, an menschlichen Antikörpern hängenzubleiben. Das Enzym sorgt dafür, daß die Stelle auf der Zellulosemembran farblich sichtbar wird, wo das geschehen ist.
  4. Wie in (1) und (2) dargelegt, ist die Stelle, an der die Farbreaktion auftritt, spezifisch für das dort liegende Bb-Protein. Die Farbreaktion wird als "Bande" bezeichnet und mit der Proteinmasse gekennzeichnet, z.B. das Protein mit der Masse 41 kD erzeugt die "41 kD Bande".

Fehler beim WB:

  • Von den Patienten mit akuter kulturbelegter Lyme-Borreliose bleiben 20 - 30% seronegativ bei Serien-Westernblot-Untersuchungen. Antikörper-Titer scheinen über die Zeit abzunehmen; sodaß -obwohl der Westernblot über Monate positiv bleiben kann- er nicht immer empfindlich genug sein könnte, chronische Infektion mit der Lyme-Spirochete zu entdecken.

    For "epidemiological purposes" the CDC eliminated from the Western Blot analysis the reading of bands 31 (OspA) and 34 (OspB). These bands are so specific to Borrelia burgdorferi that they were chosen for vaccine development. Since a vaccine for Lyme disease is currently unavailable, however, a positive 31 or 34 band is highly indicative of Borrelia burgdorferi exposure. Yet these bands are not reported in commercial Lyme tests. (Quelle: International Lyme and Associated Disease Society (ILDAS), Basic Information about Lyme Disease)

  • Everth U, Selected Aspects of Serology of Borrelia burgdorferi sensu lato, Poster anlässlich des VIII. International Potsdam Symposium on Tick-borne Diseases, Jena, 10. - 13.03.2005 (im Cache)
  • falsch-negatives Ergebnis:
    1. Wenn die in Schritt (1) aufgebrachten Proteine nicht solche sind, die der Bb-Stamm mitbrachte, der den Patient infizierte, kann die in Schritt (3) beschriebene Protein-Antikörper-Komplexbildung unterhalb der Nachweisschwelle liegen.
    2. Wenn die Protein-Massen im untersuchten Gemisch zu nahe beieinander liegen, oder die Elektrophorese die Proteine nicht weit genug voneinander getrennt hat, können ihre Banden auf der Zellulosemambran verschmelzen, also nicht einzeln erkannt werden.
  • Variation der Empfindlichkeit: Mogilyansky E, Loa CC, Adelson ME, Mordechai E, Tilton RC., Comparison of Western immunoblotting and the c6 lyme antibody test for laboratory detection of lyme disease, Clin Diagn Lab Immunol. 2004 Sep;11(5):924-9.
  • Mavin S, McDonagh S, Evans R, Milner RM, Chatterton JM, Ho-Yen DO., Interpretation criteria in Western blot diagnosis of Lyme borreliosis, Br J Biomed Sci. 2011;68(1):5-10.)
  • Vergleich ELISA - WB: Das Photometer der ELISA macht eine Aussage über die Konzentration des gesuchten Stoffes, und bei seiner Eichung muß man eine Schwelle festlegen, oberhalb derer man Photometerwerte als aussagekräftig anerkennt. Die Aussage des WB ist dagegen digital, d.h. entweder "ja = Protein mit entsprechendem Gewicht (durch Lage der Bande auf der Zellulosemembran festgelegt) und Struktur (durch den Antikörper festgelegt) vorhanden" oder "nein = Protein nicht nachweisbar".
    • Es gibt daher -außer infolge von Verunreinigung der Probe- keine falsch-positiven Resultate des WB.
    • Es gibt aber Proteine (z.B. im Bereich um 20 kDa und zwischen 60-75 kDa, die Proteine p40, p41, p33), die nicht Borrelia brugdorferi (Bb) -spezifisch sind. Wenn der Westerblot solche Proteine nachweist, können also Bb vorliegen, aber es können auch andere Keime als Bb vorliegen (Bruckbauer HR, Preac-Mursic V, Fuchs R, Wilske B., Cross-reactive proteins of Borrelia burgdorferi, Eur J Clin Microbiol Infect Dis. 1992 Mar;11(3):224-32.)
  • Abhängigkeit von Haplotyp und Borrelienstamm: Arbeiten von Golde et al., 1993 - 1995.

WB bei Borreliose
(nach JJ Burrascano, The New Lyme Disease: Diagnostic Hints And Treatment Guidelines For Tick Borne Illnesses, 1998):

Nach Boston Biomedica, Inc. Clinical Labs, 75 North Mountain Road, New Britain, CT 06053-3478, USA, Tel.: 001 - 860 - 225-1900, Fax: 001 - 860 - 223-6279:
  1. IgG signifikante Banden:
    • 20 kD,
    • 23 kD (OspC),
    • 31 kD (OspA),
    • 34 kD (OspB),
    • 35 kD,
    • 39 kD,
    • 83/100 kD.
  2. IgM signifikante Banden:
    • 23 kD (OspC),
    • 31 kD (OspA),
    • 34 kD (OspB),
    • 35 kD,
    • 37 kD,
    • 39 kD,
    • 41 kD,
    • 83/100 kD.
Weitere Literatur:

Wirt-Pathogen-Wechselwirkung (auch Erreger-Wirt-Wechselwirkung): A. Casadevall und L.A. Pirofski schlagen in einem Übersichtsartikel "Wirt-Krankheitserreger-Zusammenwirken: Eine Neufassung der grundlegenden Vorstellungen von Virulenz und Pathogenität" (Infection and Immunity, 1999; 67:3703-3713, im Cache) eine neue Einteilung der mikrobiellen Krankheitserreger vor. Sie berücksichtigt u.a. deren Fähigkeit, den Wirt (Patienten) unter Umständen umso mehr zu schädigen, je stärker dessen Immunabwehr ist. Im einzelnen teilen die Autoren die Wirkung von Mikroorganismen entsprechend der Beziehung zwischen Schädigung und Immunantwort (des Wirts) in 6 Klassen ein:

  1. Die Schädigung nimmt mit wachsender Immunantwort ab.

  2. Der Krankheitserreger verursacht eine Schädigung nur bei Immunschwäche (4 Beispiele im Übersichtsartikel).
    • Beispiel: Legionella.

  3. Die Schädigung nimmt mit wachsender Immunantwort ab, sie tritt aber auch bei angemessener Immunantwort auf.

  4. Der Krankheitserreger verursacht eine Schädigung entweder bei Immunschwäche oder bei normaler Abwehr. Die Schädigung wird sowohl durch den Erreger als auch das wirtseigene Immunsystem erzeugt (39 Beispiele im Übersichtsartikel).

  5. Die Schädigung ist am geringsten bei normaler Immunantwort.

  6. Der Erreger erzeugt eine Schädigung sowohl bei angemessener Immunantwort als auch bei geringer oder starker Immunabwehr (21 Beispiele im Übersichtsartikel).
    • Beispiel: Masern, die bei starker Immunabwehr zu subakuter sklerosierender Panenzephalitis (SSPE) werden.

  7. Die Schädigung nimmt sowohl mit steigender Immunschwäche als auch mit steigender Immunabwehr zu.

  8. Der Erreger erzeugt eine Schädigung im wesentlichen bei extrem schwacher oder extrem starker Immunabwehr. Im Unterschied zur Klasse 3 entsteht bei normaler Immunabwehr keine Schädigung (2 Beispiele im Übersichtsartikel).

  9. Die Schädigung nimmt mit wachsender Immunantwort zu.

  10. Der Erreger erzeugt eine Schädigung bei allen Immunantworten, die Stärke des Schadens ist aber größer, wenn der Wirt mit heftiger Immunabwehr reagiert (8 Beispiele im Übersichtsartikel).
    • Beispiele:
      (1) Reiter's Syndrom: auf Grund von erblicher Prädisposition erfahren manche Menschen eine ungewöhnlich starke Schädigung bei dieser Krankheit, weil -möglicherweise- sich bei ihnen die Immunantwort auf den Erreger auch gegen das eigene Gewebe richtet.
      (2) Guillain-Barre-Syndrom.

  11. Die Schädigung nimmt mit wachsender Immunantwort zu und tritt nur bei starker Abwehr auf.

  12. Der Erreger erzeugt eine Schädigung nur im Falle der extrem starken Immunantwort (1 Beispiel im Übersichtsartikel).
Themen-verwandte Literatur:

Abbildungen von Zecken
Ixodes Scapularis by Richard Falco Von links nach rechts, eine
  1. Ixodes scapularis Larve,
  2. Nymphe,
  3. erwachsene männliche Zecke und
  4. erwachsene weibliche Zecke.
Quelle: Das Bild ist ein Geschenk von Dr. Richard Falco (Fordham University) an Gary P. Wormser et al..

Zeckenentfernung sollte geschehen

  • innerhalb weniger Stunden nach dem Biß
    • damit die Zecke noch keine Stoffe an ihren Wirt abgegeben hat,
    • möglichst durch einen erfahrenen Arzt. Wenn man in einem Borreliose-durchseuchten Gebiet lebt, sollte man ihn schon kennen, bevor man gebissen wurde. Möglicherweise sind viele Borreliosefälle auf nicht fachgerechte Entfernung der Zecke zurückzuführen.
  • durch "Abschaben" mit einem Taschenmesser, Schneide nach oben, ohne die Zecke zu verletzen. Wunde anschließend desinfizieren.
Spezielle Zeckenzangen sind in der Regel zu grob, d.h. bei ihrer Verwendung läuft man Gefahr, den Zeckenleib zu quetschen und dabei Flüssigkeit aus der Zecke in die Wunde zu drücken (Pinzetten zur Entfernung von Zecken können bei der Borreliose-Selbsthilfegruppe in Heidenheim/Brenz, Beratung: Günter Binnewies, Postfach 1257, 89549 Königsbronn, Telefon: 07328 / 919 000, Fax: 07328 / 4956 gekauft werden).

Zelle eines gram-negativen Bakteriums - Schnitt von innen (unten) nach außen (oben) - (siehe auch ausführlichere Skizze):

    ----------------- äußere Membran (AM) mit nach außen ragenden LPS

     periplasmatischer Raum mit beta-Lactamasen, Penicillin-bindenden Proteinen (PBP), Lipoproteinen (Osp's)

     - - - - - - - - - - Zellwand (ZW)

    periplasmatischer Raum mit beta-Lactamasen, Penicillin-bindenden Proteinen (PBP)

    ----------------- Zytoplasma-Membran (ZM)
    Zytoplasma

zyklisch auftretende Symptome: Viele an Lyme-Borreliose erkrankte Menschen stellen fest, daß ihre Krankheitssymptome periodisch auftreten. Dies wurde auch bei anderen Krankheiten beobachtet und zur Steuerung der Therapie benutzt (1, 2).

Damit ist gemeint, daß der Zeitspanne, in der man sich krank fühlt, eine Spanne des Besserfühlens folgt. Danach beginnt wieder eine Zeit mit Krankheitssymptomen. Der zeitliche Abstand vom ersten Tag der Spanne des Sich-Krank-Fühlens bis zum ersten Tag der darauf folgenden Spanne mit Krankheitssymptomen wird Periodendauer der Symptome genannt. Diese Dauer liegt häufig bei 2 - 4 Wochen.

Viele Frauen stellen fest, daß ihre Krankheitssymptome abhängig vom Stadium der Erkrankung zu bestimmten Zeiten ihres Menstruationszyklus gehäuft auftreten, der Krankheitszyklus und der Menstruationszyklus also synchronisiert sind.

  1. Dr. Charlene DeMarco hat empirisch festgestellt, daß die Symptome
    • zu Beginn der Erkrankung mit dem Einsetzen der Regelblutung schwächer werden,
    • im weiteren Verlauf der Krankheit während der Regelblutung schlimmer werden,
    • bei einsetzender Besserung nach Abschluß der Regelblutung zunehmen.
    Sie verwendet dieses Erscheinungsbild aber nicht zur Steuerung der Medikation, anders als Dr. Joseph Burrascano (siehe auch "Burrascano's Guidelines and Immune Response Modeling").

  2. Marylynn S. Barkley findet mit ihrer Analyse bei Frauen ein Immune-Response-Interval von etwa 6 Tagen Dauer, in dem die Symptome gehäuft und intensiver auftreten. Das Interval besteht aus den 3 Tagen vor Einsetzen der Regelblutung und erstreckt sich bis etwa 3 Tage danach (also 3 Tage nach Einsetzen der Blutung).

  3. In meiner statistischen Analyse eines einzelnen Falls von Neuroborreliose habe ich Symptomszyklen gefunden, die

Zystitis = Entzündung der Harnblasenschleimhaut, die in tiefere Schleimhautschichten vordringen kann.

zyt- (griechischer Wortstamm) Zelle.

Zytokine = niedermolekulare Proteine, welche die Intensität und Dauer der Immunabwehr regeln, indem sie auf Lymphozyten und andere Immunzellen wirken.

Zytosol (engl. cytosol) = Zellplasma (auch Zytoplasma).

48 - 72 Stunden: Agger WA, Callister SM, Jobe DA, "In vitro susceptibilities of Borrelia burgdorferi to five oral cephalosporins and ceftriaxone", Antimicrob Agents Chemother 1992 Aug;36(8):1788-90.


Version: 16. September 2015
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